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- 23.06.2003 -

 

 

 

 

 

 

Streit um Gorleben: Trittin kritisiert Ministerpräsident Wulff

Beim Streit um die Prüfung Gorlebens als mögliches nukleares Endlager ist kein Ende in Sicht.

Gorleben (dpa) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hält am Erkundungsstopp für das atomare Endlager im Gorlebener Salzstock fest. «Bis zur Klärung offener Sicherheitsfragen ist es sinnlos, das vor drei Jahren beschlossene Moratorium aufzuheben», sagte der Minister am Montag in einem dpa-Gespräch. Mit den Energieversorgern sei das Moratorium, also die Unterbrechung der Arbeiten, bis zu Klärung sicherheitstechnischer Fragen beschlossen worden.

Mit seiner Stellungnahme widersprach Trittin Angaben des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU). Dieser hatte gesagt, es gebe bisher keine Erkenntnisse, dass Gorleben als Endlager nicht geeignet sei. «Herr Wulff stellt die Dinge auf den Kopf. Wenn die bisher gewonnenen geologischen Erkenntnisse die Eignung des Salzstocks verneint hätten, dann gäbe es in Gorleben kein Moratorium, sondern längst einen endgültigen Baustopp», sagte Trittin.

Weitere Investitionen in die Erkundung machen nach den Worten von Trittin nur dann Sinn, wenn Gorleben «aus einem ergebnisoffenen und transparenten Auswahlverfahren» als einer der grundsätzlich geeigneten Standorte hervorgehe.

Trittin will vor dem Hintergrund der laufenden internationalen Endlager-Diskussion die Eignungs-Kriterien für ein Atommüll-Endlager weiterentwickeln und die Endlagerung radioaktiver Abfälle insgesamt überarbeiten. «Der Stand von Wissenschaft und Technik und die Risikobewertung sind nicht mehr dieselben wie 1979, als Gorleben zum Erkundungsstandort erklärt wurde», sagte der Minister.

Die Geologen kamen in Gorleben in einer Tiefe von fast 1000 Metern bislang zu dem Schluss, dass das Salzgebirge eine Barriere gegen Strahlungen des Atommülls bilden kann. «Aber bei der direkten Endlagerung bestrahlter Brennelemente müssen zusätzliche Anforderungen erfüllt werden, um langfristig die kritische Ansammlung spaltbarer Stoffe auszuschließen», betonte Trittin.

Trittin sagte auch, es sei «bedauerlich», dass Wulff die Mitarbeit Niedersachsens an der Verhandlungsgruppe «Nukleares Endlager» abgelehnt habe. Die Gruppe soll einen gesamtgesellschaftlichen Konsens erreichen, bevor der Bundestag über ein Verfahren zur Bestimmung eines sicheren Endlagerstandortes abstimmt

 

 Mehr Informationen:

BMU: Atomkraft

AkEnd

vista verde: Atomkraft

 

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