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Streit um Gorleben: Trittin kritisiert
Ministerpräsident Wulff
Beim Streit um die Prüfung
Gorlebens als mögliches nukleares Endlager ist kein Ende
in Sicht.
Gorleben (dpa) - Bundesumweltminister
Jürgen Trittin (Grüne) hält am Erkundungsstopp
für das atomare Endlager im Gorlebener Salzstock fest. «Bis
zur Klärung offener Sicherheitsfragen ist es sinnlos, das
vor drei Jahren beschlossene Moratorium aufzuheben», sagte
der Minister am Montag in einem dpa-Gespräch. Mit den Energieversorgern
sei das Moratorium, also die Unterbrechung der Arbeiten, bis zu
Klärung sicherheitstechnischer Fragen beschlossen worden.
Mit seiner Stellungnahme widersprach
Trittin Angaben des niedersächsischen Ministerpräsidenten
Christian Wulff (CDU). Dieser hatte gesagt, es gebe bisher keine
Erkenntnisse, dass Gorleben als Endlager nicht geeignet sei. «Herr
Wulff stellt die Dinge auf den Kopf. Wenn die bisher gewonnenen
geologischen Erkenntnisse die Eignung des Salzstocks verneint
hätten, dann gäbe es in Gorleben kein Moratorium, sondern
längst einen endgültigen Baustopp», sagte Trittin.
Weitere Investitionen in die
Erkundung machen nach den Worten von Trittin nur dann Sinn, wenn
Gorleben «aus einem ergebnisoffenen und transparenten Auswahlverfahren»
als einer der grundsätzlich geeigneten Standorte hervorgehe.
Trittin will vor dem Hintergrund
der laufenden internationalen Endlager-Diskussion die Eignungs-Kriterien
für ein Atommüll-Endlager weiterentwickeln und die Endlagerung
radioaktiver Abfälle insgesamt überarbeiten. «Der
Stand von Wissenschaft und Technik und die Risikobewertung sind
nicht mehr dieselben wie 1979, als Gorleben zum Erkundungsstandort
erklärt wurde», sagte der Minister.
Die Geologen kamen in Gorleben
in einer Tiefe von fast 1000 Metern bislang zu dem Schluss, dass
das Salzgebirge eine Barriere gegen Strahlungen des Atommülls
bilden kann. «Aber bei der direkten Endlagerung bestrahlter
Brennelemente müssen zusätzliche Anforderungen erfüllt
werden, um langfristig die kritische Ansammlung spaltbarer Stoffe
auszuschließen», betonte Trittin.
Trittin sagte auch, es sei «bedauerlich»,
dass Wulff die Mitarbeit Niedersachsens an der Verhandlungsgruppe
«Nukleares Endlager» abgelehnt habe. Die Gruppe soll
einen gesamtgesellschaftlichen Konsens erreichen, bevor der Bundestag
über ein Verfahren zur Bestimmung eines sicheren Endlagerstandortes
abstimmt
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