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Trittin: Zahl der Atomtransporte wird
«drastisch» sinken
Die Zahl der umstrittenen Atommülltransporte
durch Deutschland soll in absehbarer Zeit «drastisch»
sinken.
Berlin (dpa) - Möglichst
bis Ende des Jahres wolle der Bund alle Genehmigungen für
dezentrale Zwischenlager in der Nähe der jeweiligen Atomkraftwerke
erteilen, sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne)
am Freitag bei der Vorlage des Strahlenschutz-Berichts in Berlin.
Er gehe davon aus, dass im Jahr 2005 all diese Lager in Betrieb
genommen werden könnten.
«Mit dem Konzept der dezentralen
Zwischenlagerung werden die Atommülltransporte drastisch
reduziert. Innerdeutsche Transporte in die zentralen Zwischenlager
werden in absehbarer Zeit ganz überflüssig», sagte
Trittin. Er betonte, schon mit der Nutzung der ersten dezentralen
Zwischenlager hätten Transporte vermieden werden können.
«Das Konzept der Zwischenlager zeigt Wirkung», sagte
Trittin. Zudem würden auch die Transporte zu Wiederaufbereitungsanlagen
im Ausland auf das «notwendige Maß» beschränkt
und vom Juli 2005 an «vollständig eingestellt».
Die Kraftwerksbetreiber haben
insgesamt fünf so genannte Interimslager und zwölf Zwischenlager
beantragt. Mit den so genannten Interims-Zwischenlagern soll die
Zeit überbrückt werden, bis die Zwischenlager genutzt
werden können. In solchen vorläufigen Lagerstätten
können die abgebrannten Brennstäbe bis zu fünf
Jahren aufbewahrt werden. In den Zwischenlagern ist die Lagerung
auf maximal 40 Jahre befristet. Spätestens dann soll der
Atommüll ins Endlager. Die Einrichtung dezentraler Lagerstätten
für abgebrannte Brennstäbe war zusammen mit dem Atomausstieg
vereinbart worden.
Die Interimslager Neckarwestheim,
Philippsburg und Biblis sind bereits in Betrieb genommen worden.
Die Genehmigung für eine weiteres in Krümmel wurde am
Freitag vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erteilt. Außerdem
sind bereits drei Standortzwischenlager in Lingen, Grohnde und
Grafenrheinfeld genehmigt worden, wobei Lingen schon in Betrieb
ist. Für alle Aufbewahrungsformen gelten laut Trittin die
gleichen Sicherheitskriterien. Bei den Genehmigungsverfahren sei
unter anderem auch berücksichtigt worden, dass die Lager
gegen mögliche terroristische Anschläge durch abstürzende
Flugzeuge abgesichert seien.
Der Präsident des Bundesamtes
für Strahlenschutz, Wolfram König, betonte, sein Amt
orientiere sich neben diesen Fragen auch an den Bedürfnissen
der Bürger. Ein wichtiges Thema seien unter anderem die möglichen
Auswirkungen von elektro-magnetischen Strahlungen von Handys.
König warnte auch davor, die Risiken durch UV-Strahlen zu
unterschätzen. Jedes Jahr erkrankten in Deutschland 120.000
Menschen an Hautkrebs, was vor allem auf eine übermäßige
UV-Strahlung zurückzuführen sei.
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