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- 21.06.2003 -

 

 

 

 

 

Trittin: Zahl der Atomtransporte wird «drastisch» sinken

Die Zahl der umstrittenen Atommülltransporte durch Deutschland soll in absehbarer Zeit «drastisch» sinken.

Berlin (dpa) - Möglichst bis Ende des Jahres wolle der Bund alle Genehmigungen für dezentrale Zwischenlager in der Nähe der jeweiligen Atomkraftwerke erteilen, sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) am Freitag bei der Vorlage des Strahlenschutz-Berichts in Berlin. Er gehe davon aus, dass im Jahr 2005 all diese Lager in Betrieb genommen werden könnten.

«Mit dem Konzept der dezentralen Zwischenlagerung werden die Atommülltransporte drastisch reduziert. Innerdeutsche Transporte in die zentralen Zwischenlager werden in absehbarer Zeit ganz überflüssig», sagte Trittin. Er betonte, schon mit der Nutzung der ersten dezentralen Zwischenlager hätten Transporte vermieden werden können. «Das Konzept der Zwischenlager zeigt Wirkung», sagte Trittin. Zudem würden auch die Transporte zu Wiederaufbereitungsanlagen im Ausland auf das «notwendige Maß» beschränkt und vom Juli 2005 an «vollständig eingestellt».

Die Kraftwerksbetreiber haben insgesamt fünf so genannte Interimslager und zwölf Zwischenlager beantragt. Mit den so genannten Interims-Zwischenlagern soll die Zeit überbrückt werden, bis die Zwischenlager genutzt werden können. In solchen vorläufigen Lagerstätten können die abgebrannten Brennstäbe bis zu fünf Jahren aufbewahrt werden. In den Zwischenlagern ist die Lagerung auf maximal 40 Jahre befristet. Spätestens dann soll der Atommüll ins Endlager. Die Einrichtung dezentraler Lagerstätten für abgebrannte Brennstäbe war zusammen mit dem Atomausstieg vereinbart worden.

Die Interimslager Neckarwestheim, Philippsburg und Biblis sind bereits in Betrieb genommen worden. Die Genehmigung für eine weiteres in Krümmel wurde am Freitag vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erteilt. Außerdem sind bereits drei Standortzwischenlager in Lingen, Grohnde und Grafenrheinfeld genehmigt worden, wobei Lingen schon in Betrieb ist. Für alle Aufbewahrungsformen gelten laut Trittin die gleichen Sicherheitskriterien. Bei den Genehmigungsverfahren sei unter anderem auch berücksichtigt worden, dass die Lager gegen mögliche terroristische Anschläge durch abstürzende Flugzeuge abgesichert seien.

Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, betonte, sein Amt orientiere sich neben diesen Fragen auch an den Bedürfnissen der Bürger. Ein wichtiges Thema seien unter anderem die möglichen Auswirkungen von elektro-magnetischen Strahlungen von Handys. König warnte auch davor, die Risiken durch UV-Strahlen zu unterschätzen. Jedes Jahr erkrankten in Deutschland 120.000 Menschen an Hautkrebs, was vor allem auf eine übermäßige UV-Strahlung zurückzuführen sei.

 

 Mehr Informationen:

BMU: Atomkraft

BfS

vista verde: Atomkraft

 

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