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- 18.06.2003 -

 

 

 

 

Vereinte Nationen: Wüstenbildung gefährdet eine Milliarde Menschen

Die zunehmende Wüstenbildung bedroht nach Schätzungen der Vereinten Nationen die Existenzgrundlage von mehr als einer Milliarde Menschen.

Hamburg/Peking (dpa) - Mittlerweile seien 30 Prozent der gesamten Landfläche der Erde von Wüstenbildung betroffen, berichtete das UN- Wüstensekretariat UNCCD zum Welttag gegen Wüstenbildung am Dienstag in Hamburg. In 30 Jahren drohe das anbaufähige Land auf 0,16 Hektar pro Kopf zu sinken, womit die Nahrungssicherheit gefährdet wäre.

Vor allem in Asien und Afrika müssten immer mehr Menschen ihr Land verlassen, da der Boden landwirtschaftlich nicht mehr nutzbar ist. Allein China bezifferte die Kosten der Wüstenbildung auf jährlich 352 Milliarden Yuan (35 Milliarden Euro). Dort sind nach Forscherangaben 2,62 Milliarden Quadratkilometer betroffen, zwei Mal so viel wie China Ackerfläche hat. Den direkten Schaden durch den Bodenverlust schätzte Liu Qi vom Zentrum zur Vorbeugung gegen Wüstenbildung auf 64 Milliarden Yuan. Die indirekten Kosten durch Unterbrechung von Transport, Kommunikation, die Versandung von Dörfern und die Folgen für die Bewässerung betrügen rund 288 Milliarden Yuan.

 


© ArtToday

Die zunehmende Wüstenbildung bedroht nach Schätzungen der Vereinten Nationen die Existenzgrundlage von mehr als einer Milliarde Menschen.

 

Die Ursachen für die Wüstenbildung sind vielfältig. Zu einem geringen Teil handelt es sich um natürliche Veränderungen, zum anderen sind Überweidung, Abholzung und unzulängliche Bewässerungsmethoden Grund für die Verödung. «Den Menschen in der Dritten Welt kann man keinen Vorwurf machen, wenn sie ihr Land überstrapazieren, um selbst zu überleben. Sie haben keine andere Chance, denn sie sind von ihrem Land abhängig», sagte Arba Diallo, Exekutiv-Sekretär des UNCCD.

Günter Miehlich von der Universität Hamburg machte deutlich, wie die Industrieländer mit ihrem Verhalten zur Wüstenbildung beitragen: «Damit Kaschmir-Ziegen ein schönes Fell bekommen müssen sie in Gebieten grasen, die für eine Verwüstung anfällig sind. Nur so bekommen wir eine Vielzahl schöner und günstiger Kaschmir-Pullis.» Die Vereinten Nationen forderten die 187 Unterzeichner des Abkommens zur Bekämpfung der Wüstenbildung zu mehr Anstrengungen auf.

 

 Mehr Informationen:

UNCCD

vista verde: Desertifikation

 

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