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Vereinte Nationen: Wüstenbildung
gefährdet eine Milliarde Menschen
Die zunehmende Wüstenbildung
bedroht nach Schätzungen der Vereinten Nationen die Existenzgrundlage
von mehr als einer Milliarde Menschen.
Hamburg/Peking (dpa) - Mittlerweile
seien 30 Prozent der gesamten Landfläche der Erde von Wüstenbildung
betroffen, berichtete das UN- Wüstensekretariat UNCCD zum
Welttag gegen Wüstenbildung am Dienstag in Hamburg. In 30
Jahren drohe das anbaufähige Land auf 0,16 Hektar pro Kopf
zu sinken, womit die Nahrungssicherheit gefährdet wäre.
Vor allem in Asien und Afrika
müssten immer mehr Menschen ihr Land verlassen, da der Boden
landwirtschaftlich nicht mehr nutzbar ist. Allein China bezifferte
die Kosten der Wüstenbildung auf jährlich 352 Milliarden
Yuan (35 Milliarden Euro). Dort sind nach Forscherangaben 2,62
Milliarden Quadratkilometer betroffen, zwei Mal so viel wie China
Ackerfläche hat. Den direkten Schaden durch den Bodenverlust
schätzte Liu Qi vom Zentrum zur Vorbeugung gegen Wüstenbildung
auf 64 Milliarden Yuan. Die indirekten Kosten durch Unterbrechung
von Transport, Kommunikation, die Versandung von Dörfern
und die Folgen für die Bewässerung betrügen rund
288 Milliarden Yuan.

© ArtToday
Die zunehmende
Wüstenbildung bedroht nach Schätzungen der Vereinten
Nationen die Existenzgrundlage von mehr als einer Milliarde
Menschen.
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Die Ursachen für die Wüstenbildung
sind vielfältig. Zu einem geringen Teil handelt es sich um
natürliche Veränderungen, zum anderen sind Überweidung,
Abholzung und unzulängliche Bewässerungsmethoden Grund
für die Verödung. «Den Menschen in der Dritten
Welt kann man keinen Vorwurf machen, wenn sie ihr Land überstrapazieren,
um selbst zu überleben. Sie haben keine andere Chance, denn
sie sind von ihrem Land abhängig», sagte Arba Diallo,
Exekutiv-Sekretär des UNCCD.
Günter Miehlich von der
Universität Hamburg machte deutlich, wie die Industrieländer
mit ihrem Verhalten zur Wüstenbildung beitragen: «Damit
Kaschmir-Ziegen ein schönes Fell bekommen müssen sie
in Gebieten grasen, die für eine Verwüstung anfällig
sind. Nur so bekommen wir eine Vielzahl schöner und günstiger
Kaschmir-Pullis.» Die Vereinten Nationen forderten die 187
Unterzeichner des Abkommens zur Bekämpfung der Wüstenbildung
zu mehr Anstrengungen auf.
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