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- 12.06.2003 -

 

 

 

 

 

Welttag gegen Kinderarbeit:

Millionen Kinder werden weltweit missbraucht

Millionen von Kindern werden im Jahr weltweit gehandelt und sexuell oder zur Zwangsarbeit missbraucht.

Genf (dpa) - Darauf hat der Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Juan Somavia, in Genf am Donnerstag anlässlich des Welttags gegen Kinderarbeit 2003 hingewiesen. Nach ILO-Schätzungen sind es 1,2 Millionen Kinder, mit denen ein regelrechter Handel betrieben wird. Die Organisation geht weiter davon aus, dass es weltweit fast 250 Millionen Kinderarbeiter gibt, wovon drei Viertel die schlimmsten Formen ertragen müssen. Dazu gehören Bedingungen, die gefährlich oder auf andere Weise ihrer Gesundheit und ihrem Wohlergehen abträglich seien.

Nach ILO-Angaben sind die gehandelten Kinder in einem Netzwerk gefangen, das alle Kontinente und nahezu sämtliche Länder der Erde überspannt. Rund 73 Millionen Kinder, die zur Arbeit gezwungen werden, sind unter zehn Jahre alt. Und dabei sei kein Land immun, schreibt die ILO. Es gebe 2,5 Millionen arbeitende Kinder in den Industrieländern und weitere 2,5 Millionen in den so genannten Übergangs-Ökonomien der Länder der früheren Sowjetunion. 22.000 Kinder sterben jedes Jahr durch Arbeitsunfälle.

In Genf wurde darauf verwiesen, dass von den ILO-Mitgliedsstaaten bereits 1999 eine Internationale Konvention gegen die schlimmsten Formen der Kinderarbeit angenommen wurde. Die meisten der insgesamt über 170 ILO-Mitglieder haben dies auch schon ratifiziert. Armut sei einer der Hauptgründe für die Weggabe von Kindern, schreibt die Organisation.

 


© DWHH

 

Aktionen gegen Kinderarbeit

Anlässlich des Welttages wollten etwa in Brasilien Staats- und Regierungsvertreter - von Präsident Luis Inacio Lula da Silva bis hin zu Bürgermeistern von Städten und Gemeinden - einen landesweiten Aufruf zum Kampf gegen die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern verbreiten. An der Grenze zwischen Niger und Mali war geplant, dass Stammesoberhäupter Dörfer, die an der «Straße des Kinderhandels» liegen, aufsuchen und deren Einwohner vor den Kinderhändlern warnen. In Bangladesh wollten örtliche Wachtruppen über Erfolg versprechende Gegenmaßnahmen bei versuchtem Kinderhandel beraten.

 

 Mehr Informationen:

ILO

Kampagne "Schule ist der beste Arbeitsplatz"

terre des hommes

 

 Lesen Sie auch:

Studie: Abschaffung der Kinderarbeit lohnt sich

Worldwatch-Institut: Weltweite Armut ist Bedrohung für Weltfrieden

Welthungerhilfe: Kampagne gegen Kinderarbeit gestartet

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