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- 12.06.2003 -

 

 

 

 

 

Euratom: Umweltverbände fordern Abschaffung - Kritik an Fischer

In der Debatte um die künftige europäische Verfassung haben Umweltverbände ein Ende der Atomstromförderung gefordert.

Berlin (dpa) - Unmittelbar vor der entscheidenden Sitzung des Brüsseler EU-Konvents über einen Verfassungsentwurf verlangten die Verbände am Donnerstag die Abschaffung des so genannten Euratom-Vertrages.

Greenpeace, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie der Deutsche Naturschutzring (DNR) kritisierten in Berlin scharf die Bundesregierung. Außenminister Joschka Fischer (Grüne) als Mitglied des Konvents warfen sie vor, «stillschweigend zuzusehen, wie in dem Entwurf die Förderung von Atomkraft als einzige Energieform verankert wird.»

Der Euratom-Vertrag stammt aus dem Jahr 1957 und soll die Entwicklung der Kernenergie fördern. Als einziger der vier Gründungsverträge der Europäischen Gemeinschaft ist er nie geändert worden. Deutschland als größter Nettozahler ist trotz des von Rot- Grün vereinbarten deutschen Atomausstiegs gezwungen, Kernkraft in Europa weiter zu fördern und selbst Atommeiler in Osteuropa kräftig mitzufinanzieren. Die Grünen fordern vehement die Abschaffung des Vertrages. Der Bundestag hatte sich bereits dafür ausgesprochen, Euratom auslaufen zu lassen.

Der Vorsitzende des EU-Konvents, Valéry Giscard d'Estaing, will nach Aussage der Verbände erreichen, dass der Euratom-Vertrag als Anhang des Entwurfes quasi unverändert übernommen wird. «Offensichtlich wollen die Befürworter der Atomenergie mit der Verfassung ihre gefährliche Technik am Leben erhalten», hieß es bei Greenpeace. «Trotzdem bleibt der grüne Außenminister als Konventsmitglied mucksmäuschenstill.» So lange Fischer deutsche Interessen vertrete, so lange sei er auch dem beschlossenen Atomausstieg verpflichtet.

 

 


© ArtToday

Die Förderung der Atomenergie gehört nach Meinung der Umweltverbände nicht in die EU-Verfassung.

 

 Mehr Informationen:

BMU: Atomkraft

BUND - DNR - Greenpeace

 

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