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Verdienste um Affen und Toiletten:
UN verleihen Umweltpreise
Am Welt-Umwelttag zeichnet
das Umweltprogramm der Vereinten Nationen mehrere Aktivisten mit
dem Global 500-Preis aus.
Von Antje Passenheim, dpa
Nairobi (dpa) - Den Preis für
ihre Arbeit kann die britische Primatenforscherin Annelisa Kilbourn
am 5. Juni nicht mehr entgegennehmen. Die Tierschützerin,
die sich in Malaysia, auf Borneo sowie in Westafrika für
das Wohl von Menschenaffen, Elefanten und Nashörner einsetzte,
starb im vergangenem Jahr bei einem Flugzeugabsturz in Gabun.
Am Welt-Umwelttag an diesem Donnerstag ist Kilbourn eine von mehreren
Aktivisten, die für ihre Verdienste mit dem Global 500-Preis
des UN-Umweltprogramms (UNEP) ausgezeichnet werden.
Kilbourn verfasste nicht nur
die erste Studie zur Gesundheit von Orang Utans in Malaysia, sondern
bildete lokale Tierexperten aus, um mit ihrer Hilfe Dutzende Affen
und Dickhäuter in geschützte Gebiete umzusiedeln. Mit
der Organisation SOS Rhino setzte sich Kilbourn für den Schutz
von Nashörnern auf Borneo ein. In Westafrika wiederum engagierte
sie sich in Gesundheitsprogrammen für die vom Aussterben
bedrohten Flachlandgorillas.
Die britische Forscherin erbrachte
den ersten Beweis dafür, dass sich Gorillas mit dem tödlichen
Ebola-Virus infizieren können und rasch daran sterben. Während
der Forschungsarbeiten nach einem Ausbruch der Ebola-Seuche in
Gabun und Kongo-Brazzaville im vergangenen November stürzte
ihr Buschflieger in den westafrikanischen Dschungel.
Der alljährlich vergebene
Global 500-Preis geht auch an den Inder Bindeshwar Pathak, der
eine ökologisch wertvolle Latrine erfand. In seiner Heimat
haben bis heute rund 700 Millionen Menschen keine sanitären
Anlagen. Pathaks wassersparende, geruchsneutrale und bodenschonende
Erfindung wurde bereits eine Million mal hergestellt. «Sie
hat eine veränderte Haltung der Menschen zur Nutzung von
Toiletten bewirkt», heißt es in der Begründung
der Jury. So sei durch Pathaks Latrinen die Gewinnung von Biogas
durch menschliche Exkremente in Indien populär geworden.
Hunderten seiner Toiletten seien bereits Biogasanlagen angeschlossen.
«Auf dem Weltgipfel für
nachhaltige Entwicklung in Johannesburg haben Regierungen im vergangenen
Jahr einen Implementierungsplan angenommen», sagt UNEP-Exekutivdirektor
Klaus Töpfer. «Die Gewinner unseres Preises haben bereits
über viele Jahre ihre eigenen Pläne implementiert.»
Zu ihnen gehören unter anderem ein libanesischer Journalist,
der der arabischen Welt mit seinem Magazin Umweltprobleme näher
gebracht hat, ein Farmer aus Niger, der mit der Gewinnung des
Baumharzes Gummiarabikum nicht nur eine Einkommensquelle für
Bauern, sondern auch die Wiederaufforstung ankurbelt sowie eine
Brigade nepalesischer Frauen, die Müllmanagement am Himalaya
eingeführt hat.
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