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- 04.06.2003 -

 

 

 

 

 

 

Verdienste um Affen und Toiletten:

UN verleihen Umweltpreise

Am Welt-Umwelttag zeichnet das Umweltprogramm der Vereinten Nationen mehrere Aktivisten mit dem Global 500-Preis aus.

Von Antje Passenheim, dpa

Nairobi (dpa) - Den Preis für ihre Arbeit kann die britische Primatenforscherin Annelisa Kilbourn am 5. Juni nicht mehr entgegennehmen. Die Tierschützerin, die sich in Malaysia, auf Borneo sowie in Westafrika für das Wohl von Menschenaffen, Elefanten und Nashörner einsetzte, starb im vergangenem Jahr bei einem Flugzeugabsturz in Gabun. Am Welt-Umwelttag an diesem Donnerstag ist Kilbourn eine von mehreren Aktivisten, die für ihre Verdienste mit dem Global 500-Preis des UN-Umweltprogramms (UNEP) ausgezeichnet werden.

Kilbourn verfasste nicht nur die erste Studie zur Gesundheit von Orang Utans in Malaysia, sondern bildete lokale Tierexperten aus, um mit ihrer Hilfe Dutzende Affen und Dickhäuter in geschützte Gebiete umzusiedeln. Mit der Organisation SOS Rhino setzte sich Kilbourn für den Schutz von Nashörnern auf Borneo ein. In Westafrika wiederum engagierte sie sich in Gesundheitsprogrammen für die vom Aussterben bedrohten Flachlandgorillas.

Die britische Forscherin erbrachte den ersten Beweis dafür, dass sich Gorillas mit dem tödlichen Ebola-Virus infizieren können und rasch daran sterben. Während der Forschungsarbeiten nach einem Ausbruch der Ebola-Seuche in Gabun und Kongo-Brazzaville im vergangenen November stürzte ihr Buschflieger in den westafrikanischen Dschungel.

Der alljährlich vergebene Global 500-Preis geht auch an den Inder Bindeshwar Pathak, der eine ökologisch wertvolle Latrine erfand. In seiner Heimat haben bis heute rund 700 Millionen Menschen keine sanitären Anlagen. Pathaks wassersparende, geruchsneutrale und bodenschonende Erfindung wurde bereits eine Million mal hergestellt. «Sie hat eine veränderte Haltung der Menschen zur Nutzung von Toiletten bewirkt», heißt es in der Begründung der Jury. So sei durch Pathaks Latrinen die Gewinnung von Biogas durch menschliche Exkremente in Indien populär geworden. Hunderten seiner Toiletten seien bereits Biogasanlagen angeschlossen.

«Auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg haben Regierungen im vergangenen Jahr einen Implementierungsplan angenommen», sagt UNEP-Exekutivdirektor Klaus Töpfer. «Die Gewinner unseres Preises haben bereits über viele Jahre ihre eigenen Pläne implementiert.» Zu ihnen gehören unter anderem ein libanesischer Journalist, der der arabischen Welt mit seinem Magazin Umweltprobleme näher gebracht hat, ein Farmer aus Niger, der mit der Gewinnung des Baumharzes Gummiarabikum nicht nur eine Einkommensquelle für Bauern, sondern auch die Wiederaufforstung ankurbelt sowie eine Brigade nepalesischer Frauen, die Müllmanagement am Himalaya eingeführt hat.

 

 Mehr Informationen:

UNEP (mit Portraits der Preisträger)

Global 500 Roll of Honour

vista verde: Umweltpreise

 

 Lesen Sie auch:

Internationaler Umweltpreis vergeben - Bhopal-Aktivisten geehrt

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