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Atomenergie: Streit um Endlager - Grünen-Vorbehalte
gegen Kernfusions-Forschung
Der rot-grünen Bundesregierung
steht wegen der Suche nach einem neuen Endlager wieder Ärger
mit der Atomindustrie ins Haus.
Rostock/Berlin (dpa) - Und die
Grünen-Bundestagsfraktion drängt nun offenbar auch auf
den Rückzug Deutschlands aus der milliardenschweren Kernfusions-Forschung.
So droht dem Grundlagen-Forschungsprojekt Wendelstein 7-X in Greifswald
nach einem Bericht der Rostocker «Ostsee-Zeitung»
(Samstag) das Aus.
Die Energieversorger sehen nach
einem Bericht der «Berliner Zeitung» (Samstag) in
der neu begonnenen Suche nach einem atomaren Endlager einen Bruch
des vor zwei Jahren mit der Bundesregierung geschlossenen Atomkonsenses.
Die Zeitung beruft sich auf ein Schreiben von E.ON-Vorstandsmitglied
Walter Hohlefelder an das Bundesumweltministerium. Darin heiße
es, in der Vereinbarung sei lediglich eine Unterbrechung der Erkundungsarbeiten
im Salzstock Gorleben festgeschrieben worden, von alternativen
Standorten sei nicht die Rede gewesen.
Hohlefelder betonte der Zeitung
zufolge deshalb auch im Namen der Energie Baden-Württemberg,
RWE Power und Vattenfall Europe, «dass sich die Energieversorger
nicht an der vom Bundesumweltministerium geplanten Verhandlungsgruppe
beteiligen werden». In dieser Arbeitsgruppe sollen Vertreter
von Parteien, Ländern, Umweltverbänden, Energieversorgern
und Kirchen bis 2004 Kriterien für die Endlagersuche festlegen.
Auf Druck der Grünen sollen
der «Ostsee-Zeitung» zufolge die Millionen-Zuschüsse
des Bundes in die Erforschung regenerativer Energiequellen wie
Wind und Sonne umgeleitet werden. Wie das Blatt unter Berufung
auf den Grünen-Bundestagsabgeordneten Hans-Josef Fell berichtete,
wollen die Regierungsfraktionen noch vor der Sommerpause neue
Leitlinien zur Forschungspolitik erarbeiten und damit den Ausstieg
aus der Fusionsforschung direkt vorbereiten.
Der Fusionsofen (Stellarator)
in Greifswald soll voraussichtlich 2009 oder 2010 in Betrieb genommen
werden. Nach bisherigen Planungen stellen EU, Bund und Land rund
302 Millionen Euro für den Institutsbau und den Aufbau des
Experimentes bereit. Der Leiter der Landesvertretung von Mecklenburg-Vorpommern
in Berlin, Thomas Freund (SPD), sagte der dpa: «Das letzte
Wort zur Verteilung der Forschungsmittel ist längt noch nicht
gesprochen.»
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