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- 26.05.2003 -

 

 

 

 

 

Atomenergie: Streit um Endlager - Grünen-Vorbehalte gegen Kernfusions-Forschung

Der rot-grünen Bundesregierung steht wegen der Suche nach einem neuen Endlager wieder Ärger mit der Atomindustrie ins Haus.

Rostock/Berlin (dpa) - Und die Grünen-Bundestagsfraktion drängt nun offenbar auch auf den Rückzug Deutschlands aus der milliardenschweren Kernfusions-Forschung. So droht dem Grundlagen-Forschungsprojekt Wendelstein 7-X in Greifswald nach einem Bericht der Rostocker «Ostsee-Zeitung» (Samstag) das Aus.

Die Energieversorger sehen nach einem Bericht der «Berliner Zeitung» (Samstag) in der neu begonnenen Suche nach einem atomaren Endlager einen Bruch des vor zwei Jahren mit der Bundesregierung geschlossenen Atomkonsenses. Die Zeitung beruft sich auf ein Schreiben von E.ON-Vorstandsmitglied Walter Hohlefelder an das Bundesumweltministerium. Darin heiße es, in der Vereinbarung sei lediglich eine Unterbrechung der Erkundungsarbeiten im Salzstock Gorleben festgeschrieben worden, von alternativen Standorten sei nicht die Rede gewesen.

Hohlefelder betonte der Zeitung zufolge deshalb auch im Namen der Energie Baden-Württemberg, RWE Power und Vattenfall Europe, «dass sich die Energieversorger nicht an der vom Bundesumweltministerium geplanten Verhandlungsgruppe beteiligen werden». In dieser Arbeitsgruppe sollen Vertreter von Parteien, Ländern, Umweltverbänden, Energieversorgern und Kirchen bis 2004 Kriterien für die Endlagersuche festlegen.

Auf Druck der Grünen sollen der «Ostsee-Zeitung» zufolge die Millionen-Zuschüsse des Bundes in die Erforschung regenerativer Energiequellen wie Wind und Sonne umgeleitet werden. Wie das Blatt unter Berufung auf den Grünen-Bundestagsabgeordneten Hans-Josef Fell berichtete, wollen die Regierungsfraktionen noch vor der Sommerpause neue Leitlinien zur Forschungspolitik erarbeiten und damit den Ausstieg aus der Fusionsforschung direkt vorbereiten.

Der Fusionsofen (Stellarator) in Greifswald soll voraussichtlich 2009 oder 2010 in Betrieb genommen werden. Nach bisherigen Planungen stellen EU, Bund und Land rund 302 Millionen Euro für den Institutsbau und den Aufbau des Experimentes bereit. Der Leiter der Landesvertretung von Mecklenburg-Vorpommern in Berlin, Thomas Freund (SPD), sagte der dpa: «Das letzte Wort zur Verteilung der Forschungsmittel ist längt noch nicht gesprochen.»

 

 Mehr Informationen:

BMU: Atomkraft

 

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