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- 08.05.2003 -

 

 

 

 

 

 

Armutsbekämpfung:

Wieczorek-Zeul warnt vor neuem Rüstungswettlauf

Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul hat eindringlich vor einem neuen Rüstungswettlauf gewarnt und dazu aufgerufen, im Kampf gegen die weltweite Armut nicht nachzulassen.

Berlin (dpa) - Wenn Kriege wieder als Mittel der Politik betrachtet würden, bestehe «die extreme Gefahr» einer Verschiebung der Prioritäten auf der internationalen Agenda, sagte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek- Zeul (SPD) in einer Regierungserklärung zur Armutsbekämpfung am Donnerstag im Bundestag.

Wieczorek-Zeul nannte es einen Skandal, dass Mittel etwa für den Irak-Krieg schlagartig in Milliardenhöhe mobilisierbar seien, im Kampf gegen die Armut aber um jeden Dollar zusätzlich gerungen werde müsse. «Wir müssen alle Aufmerksamkeit und Mittel auf die wirklich drängenden Probleme der Weltgemeinschaft konzentrieren, auf den Kampf gegen Armut, Ungerechtigkeit, Hunger und Unwissenheit.»

Sie trat dafür ein, dass die internationale Gemeinschaft sich mit derselben Leidenschaft um die Erreichung der UN-Milleniumsziele bemühen solle wie sie das bei der Umsetzung der UN-Resolution zur Entwaffnung des Irak getan habe. Auf dem Milleniumsgipfel war international vereinbart worden, die weltweite Armut bis 2015 um die Hälfte zu reduzieren.

Wieczorek-Zeul erinnerte daran, dass 1,2 Milliarden Menschen auf der Welt von weniger als einem Dollar pro Tag leben müssten und damit extrem arm seien. Zusätzliche Mittel für die Entwicklung der armen Länder und Änderungen in der Handelspolitik seien dringend notwendig.

Oppositionsredner warfen der Entwicklungsministerin vor, sie habe keine schlüssige Konzeption, die die armen Länder in ihrer Entwicklung wirklich voranbringen könnte. Christian Ruck von der CDU/CSU sagte: «Sie kümmern sich um jede Katastrophe und jeden Krisenherd. Das ist aber zu kurz gesprungen.»

Als Beispiele führte er die Lage im Irak an. Dort engagiere sich die Bundesregierung zwar in der humanitären Hilfe, aber nicht genug für den Wiederaufbau, die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen, die Verankerung demokratischer Werte und Achtung der Menschenrechte. Auch zur Armutsbekämpfung habe die Regierung bisher den angekündigten Umsetzungsplan nicht vorgelegt. «Sie treiben die Entwicklungspolitik in ein massives Glaubwürdigkeitsdilemma», sagte Ruck.

 


© UN

Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul auf dem Weltgipfel in Johannesburg im vergangenen September

 

 Mehr Informationen:

BMZ

Bericht zur "Wirklichkeit der Entwicklungs- hilfe" (pdf)

 

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