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Experte: Kyoto-Protokoll wird globale
Klimaerwärmung nicht abwenden
Das Kyoto-Klimaschutzprotokoll
wird nach Ansicht russischer Wissenschaftler die globale Klimaerwärmung
nicht verhindern.
Moskau (dpa) - Die Unterzeichnung
des Protokolls im Jahr 1997 sei nur ein erster gemeinsamer Schritt
zur Sanierung der Umwelt gewesen, sagte Juri Israel, Direktor
des Instituts für globales Klima und Umweltschutz der Russischen
Akademie der Wissenschaften, am Mittwoch in Moskau.
Eine von Vizeregierungschef Viktor
Christenko geleitete Kommission berechne zurzeit ökonomische
Vor- und Nachteile des Kyoto-Protokolls. Erst nach Abschluss dieser
Arbeit werde ein entsprechender Bericht dem Parlament zur Diskussion
vorgelegt, das dann über die Ratifizierung entscheide. Ein
Beitritt Russlands würde das 1997 geschlossene Klimaschutz-Abkommen
international in Kraft setzen.
«Das Protokoll wird die
Klimaerwärmung nur etwas verlangsamen. Das ist bislang wohl
das einzige eindeutig positive Moment», sagte Israel. Zugleich
werde das Protokoll der Entwicklung der Industrie im Wege stehen.
Selbst wenn die entwickelten Industriestaaten ihre Produktion
auf einmal stilllegten, werde der Treibhaus-Effekt weiter anhalten,
meinte Israel. Das wirkliche Gegenmittel gegen die globale Erwärmung
wäre nach Ansicht mehrerer russischer Wissenschaftler der
Umstieg auf alternative Energien, und zwar weltweit.
Probleme der globalen Klimaerwärmung
stehen vom 29. September an auf der Tagesordnung der 3. Internationalen
Konferenz über die Klimaveränderung in Moskau. Bislang
hätten 52 Staaten ihre Teilnahme zugesagt, sagte Israel,
der auch Vorsitzender des Internationalen Organisationskomitees
der Konferenz ist. Das dreitägige Forum werde auf Anregung
von Präsident Wladimir Putin mit Unterstützung der Vereinten
Nationen und der Staatschefs der sieben größten Industrienationen
durchgeführt.
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