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Trittin: Industriestaaten müssen
CO2-Ausstoß stärker senken
Angesichts des bedrohlichen
Klimawandels müssen Industriestaaten nach Ansicht von Bundesumweltminister
Trittin den CO2-Ausstoß viel stärker als bisher senken.
Berlin (dpa) - Weltweit müssten
die Treibhausgas-Emissionen bis 2050 halbiert werden, sagte der
Grünen-Politiker am Donnerstag in Berlin. Dafür müssten
Industrieländer wie Deutschland ihre Emissionen des Treibhausgases
Kohlendioxid (CO2) in diesem Zeitraum um 80 Prozent reduzieren.
Das forderte auch der Wissenschaftliche Beirat zu globalen Umweltveränderungen
(WBGU) in seinem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Gutachten.
Die Berater der Bundesregierung
drängen angesichts des Klimawandels auf drastische Schritte
für eine globale Energiewende. Nur so könnten das Weltklima
geschützt und 2,4 Milliarden Menschen in Entwicklungsländern
von Energiearmut befreit werden, heißt es in dem Gutachten.
Der Ausstoß von Treibhausgasen müsse weit stärker
als bislang gesenkt und der Ausbau erneuerbarer Energien forciert
werden. Trittin warnte bei der Übergabe der Studie, der Klimawandel
drohe nicht, er finde heute schon statt. «Wir können
es uns nicht leisten, auf Klimaschutzmaßnahmen zu verzichten.»
WBGU für massive Förderung
erneuerbarer Energien
Der WBGU spricht sich auch dafür
aus, den Einsatz von Kohle zur Energiegewinnung in diesem Jahrhundert
zu beenden. Bis 2050 sollte weltweit aus der Nutzung der Atomkraft
ausgestiegen werden. «Ohne die massive Förderung erneuerbarer
Energien wird die Energiewende nicht gelingen.» Der Anteil
erneuerbarer Energien an der globalen Energieerzeugung sollte
daher bis 2020 von derzeit 12,7 Prozent auf 20 Prozent und bis
2050 auf mehr als 50 Prozent erhöht werden.
Es gelte zum einen, die Klimaerwärmung
in tolerablen Grenzen zu halten, heißt es in der Expertise.
Zum anderen sollte bis 2020 die gesamte Weltbevölkerung Zugang
zu modernen Energien haben. Der WBGU wurde 1992 von der Bundesregierung
als unabhängiges Beratergremium eingerichtet. In seinen Gutachten
gibt der Beirat Empfehlungen für umweltpolitisches Handeln
und für Forschungsprogramme.
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