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- 07.04.2003 -

 

 

 

 

 

 

UNEP-Direktor Töpfer: Umwelt im Krieg nicht als Waffe nutzen

Ein Umweltschutzabkommen nach dem Muster oder als Ergänzung der Genfer Menschenrechtskonvention fordert der Direktor der Umweltbehörde der Vereinten Nationen (UNEP), Klaus Töpfer.

Nairobi (dpa) - «Es muss deutlich werden, dass wir die Umwelt nicht als Waffe genutzt sehen dürfen», sagte er der dpa am Samstag in der UNEP-Zentrale in Kenias Hauptstadt Nairobi mit Blick auf den Irak-Krieg.

Kriegsbedingte Umweltschäden seien Belastungen für die Lebenschancen von Menschen - auch in der Zukunft. «Und deswegen: Wo eine derartige Verhaltensweise stattfindet, wo man die Umwelt gezielt belastet, vernichtet, um militärische Vorteile zu haben, muss dieses geächtet werden.» Töpfer hofft sehr auf bessere Instrumente dafür.

«Dass von vornherein klar ist, dass Maßnahmen wie das bewusste Anzünden von Ölquellen, das bewusste Nutzen von Gräben, in die man Öl einbringt, um Sichtverhältnisse zu verändern, die bewusste Schädigung von Wasser und Grundwasser - dass man dieses genauso ächtet wie man andere Maßnahmen in der Genfer Konvention verbietet.»

Diese Ächtung müsse noch über das Umweltkriegs-Verbotsabkommen hinausgehen, das 1977 von der UN-Abrüstungskommission erarbeitet wurde. Danach ist es verboten, während eines Krieges die Ozonschicht zu beschädigen, Flüsse umzuleiten, Erdbeben auszulösen oder den Boden zu vergiften. Ein später erarbeitetes Zusatzabkommen wurde von mehreren Staaten, unter anderem den USA, nicht angenommen.

«Solche Erfahrungen dürfen kein Alibi sein, um gar nicht erst zu versuchen, Lösungen zu erarbeiten», meint der Deutsche. «Zunächst einmal muss ich fragen: Wo sollten rechtlich verpflichtende Instrumente entwickelt werden und dann alles dransetzen, dass sie von entscheidenden Staaten ratifiziert und somit in geltendes Recht umgesetzt werden.»

Mehr als die Frage, wer für bereits entstandene Schäden etwa durch Rauchwolken brennender Ölfelder oder die Kohlendioxid-Freisetzung durch den Einmarsch von rund 100.000 Soldaten samt Kriegsfahrzeugen aufkommen muss, brenne ihm eine andere unter den Nägeln: «Wo sind Gefährdungen, die möglichst schnell gesichert werden müssen, wo sind Menschen akut gefährdet durch die Folgewirkungen?» Dort zu handeln sei eine «humanitäre Aktion erster Qualität.»

UNEP schöpfe da aus der Erfahrung von Nachkriegs-Bestandsaufnahmen wie auf dem Balkan oder in Afghanistan. «Ich habe bisher immer die Erfahrung gemacht, dass wir dort, wo wir diese Informationen sachlich voll abgesichert erarbeiten können, auch die entsprechenden Finanzierungen bekommen.»

 

 Mehr Informationen:

UNEP: Post-Conflict Assessment Unit

UN: Iraq

 

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