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- 07.04.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

«Focus»: Alle deutschen AKW durch Flugzeug-Terrorangriff verwundbar

Keines der 19 deutschen Atomkraftwerke würde nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Focus» einem Terrorangriff mit einem großen Passagierflugzeug Stand halten.

Berlin (dpa) - Mindestens zehn Reaktoren gelten demnach als «besonders unzureichend» geschützt, berichtet das Magazin unter Berufung auf eine geheime Studie der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS). Die GRS- Experten schlügen daher unter anderem vor, diese Gebäude mit einer weiteren robusteren Hülle zu versehen. Das Bundesumweltministerium hatte die Untersuchung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA in Auftrag gegeben.

Ministeriumssprecher Michael Schroeren lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Er verwies am Sonntag in Berlin darauf, dass mit den Bundesländern Vertraulichkeit vereinbart worden sei, um einen Missbrauch der Untersuchungsergebnisse auszuschließen. Ende Januar hatte das Bundesministerium den Bericht an Landesvertreter aus Baden- Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein übergeben. In diesen Bundesländern werden die 19 deutschen Atomkraftwerke betrieben.

Laut «Focus» kommt die GRS in ihrem «Gutachten über die Wirkungen terroristischer Flugzeugabstürze auf Kernkraftwerke» zu dem Schluss, dass die größte Gefahr nicht von den «gewaltigen Kerosinbränden» nach der Explosion der Flugzeuge ausginge. Viel verheerender wirke sich die durch den «Triebwerkdruck» erzeugte Aufprallwucht aus. Sie zerstöre unverzichtbare Anlagenteile wie Kühlsysteme, mache den Reaktor unbeherrschbar und könnte eine Kernschmelze auslösen. Dabei würden große Mengen Radioaktivität freigesetzt.

Die GRS-Experten regen deshalb laut «Focus» auch an, die Lufträume über den Reaktoren als Sperrgebiete auszuweisen und Passagiermaschinen mit einer Spezialelektronik auszurüsten. Sobald ein Flugzeugentführer in eine solche Zone eindringen und sich einem AKW nähern würde, übernähme der Autopilot das Kommando und würde die Maschine wieder in «erlaubtes Gebiet» manövrieren.

Einige Empfehlungen der GRS-Experten haben die meisten Kraftwerksbetreiber nach «Focus»-Informationen bereits umgesetzt. So könnten etwa in unmittelbarer Nähe vieler Reaktoren keine Hubschrauber mehr landen. Die bisher für Noteinsätze vorgesehenen Helikopter-Plätze seien verbaut worden und könnten Terroristen damit nicht mehr als Anflug-Rampen dienen.

In einer Stellungnahme der Reaktorsicherheitskommission hatte es im Oktober 2001 geheißen, die deutschen Atomkraftwerke seien «in einem unterschiedlichen Maß» gegen Flugzeugabstürze geschützt. Ob sie einem gezielten terroristischen Angriff mit einem großen Verkehrsflugzeug standhalten würden, müsse als fraglich gelten.

 

 Mehr Informationen:

Gesellschaft für Reaktorsicherheit

BMU: Atomkraft

vista verde: Atomkraft


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Strahlenschutzamt: Fünf Atommeiler wegen Terrorgefahr abschalten

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