vista verde - Portal für Umwelt und Natur - Werbung 

vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   P o l i t i k   &   G e s e l l s c h a f t

News - Seite 1Politik
Natur und Artenvielfalt
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 31.03.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutschland will helfen: Lage der irakischen Bevölkerung ernst

Fast zwei Wochen nach Beginn des Irak-Kriegs wächst bei den internationalen Hilfsorganisationen die Sorge über die Lage der Bevölkerung.

Bagdad/London/Berlin (dpa) - Die Lage sei zum Teil sehr unübersichtlich. In vielen Fällen sei es schwierig, die Versorgung der Städte zu gewährleisten. In Berlin ging am Montag die Debatte um die deutsche Beteiligung am Wiederaufbau nach Ende des Kriegs weiter.

Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und Bundesfinanzminister Hans Eichel (beide SPD) erklärten, Deutschland werde einen Beitrag leisten. Wieczorek-Zeul erneuerte die Forderung, dass die finanzielle Hauptverantwortung für den Wiederaufbau bei denen liegen müsse, die den Krieg begonnen haben. Nach Eichels Worten muss der entscheidende Beitrag von den USA geleistet werden. Es könne nicht sein, dass die einen den Krieg führten und die anderen, die ihn nicht wollten, den Wiederaufbau bezahlten, sagte Eichel der Zeitschrift «Super Illu» (Berlin). «Ich erwarte hier ein Bekenntnis der USA.»

Nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Bagdad haben US-Luftangriffe das Telekommunikationssystem weitgehend zerstört, wodurch auch die Arbeit der Hilfsorganisationen weiter erschwert wurde. Laut IKRK sind seit Kriegsbeginn täglich rund 100 Zivilisten in der Hauptstadt verletzt worden. Die irakische Seite beziffert die Zahl der getöteten Zivilisten auf mehr als 350 und der Verletzten auf rund 3650.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat in einem Appell an die internationale Gemeinschaft um 1,3 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) für die Not leidende Bevölkerung im Irak gebeten. Das auf sechs Monate angelegte Projekt sei die «größte Herausforderung in der Geschichte» der Hilfsorganisation, sagte WFP- Direktor James Morris am Montag in London.

Mit dem Geld soll ein System zur Verteilung von Nahrungsmitteln für die irakische Bevölkerung, mehr als 27 Millionen Menschen, aufgebaut werden. Mehr als 22 Prozent der Kinder im Süden und Zentrum des Landes litten unter chronischer Fehlernährung, hieß es. Während der gesamten Operation sollen 1,6 Millionen Tonnen an Nahrungsmitteln geliefert werden.

Wieczorek-Zeul sagte nach einem Treffen mit Hilfsorganisationen, die Errichtung eines US-Protektorats müsse ausgeschlossen werden. «Selbstverständlich wird es unter diesen Bedingungen eine europäische und auch eine deutsche Beteiligung geben müssen.» Eichel betonte, Deutschland werde einen Beitrag leisten, wenn die Anforderungen von den Hilfsorganisationen und den Vereinten Nationen einträfen.

Die Deutschen Welthungerhilfe betonte die Verantwortung der UN. Es sei nicht akzeptabel, Hilfe nur mit einer von Militärbehörden erteilten Genehmigung zu leisten, sagte der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Hans-Joachim Preuß, in Bonn. Derzeit benötigten Hilfsorganisationen, die von Kuwait aus im Irak arbeiten möchten, eine Genehmigung des Pentagon und der kuwaitischen Regierung.

Der Hauptgeschäftsführer von Misereor, Josef Sayer, forderte, der Wiederaufbau dürfe nicht allein von der Entscheidung der möglichen Siegermächte abhängig sein. Heribert Rührig vom Bündnis «Aktion Deutschland Hilft» warnte, die gesamte Bevölkerung des Irak werde von humanitärer Hilfe abhängig, wenn der Krieg noch lange dauere. Darauf müssten die Hilfswerke vorbereitet sein.

Die befürchteten Flüchtlingsströme aus dem Irak in die Nachbarländer sind bisher ausblieben. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR bereitet sich jedoch auf die Versorgung von bis zu 600.000 Menschen vor, die den Irak in den kommenden Wochen verlassen könnten. Jordanien gilt neben Iran als bevorzugtes Ziel von Flüchtlingen.

 

 Mehr Informationen:

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

UN: Iraq

UNHCR

Aktion Deutschland Hilft

UNICEF

 

 Lesen Sie auch:

Irak: Brennende Ölfelder sind Bedrohung für die Umwelt

Sicherheitsrat: Weichen für Versorgung Not leidender Iraker gestellt

"Die Opfer sieht man nicht" - Hilflose Hilfsorganisationen im Irak

Irak: Berlin gegen US-Protektorat - Spendenaufrufe in Deutschland

Wieczorek-Zeul und Annan: USA müssen Wiederaufbau im Irak tragen

Irak-Krieg: Hilfsorganisationen brauchen Geld für Millionen Menschen

Umweltdesaster: Die Iraker müssen die Folgen eines Krieges fürchten

Irak: Krisenhelfer wollen nicht humanitäre "Putztruppe" des Militärs sein

"Lebensmittel, Medikamente und die Freiheit": USA begegnen Kritik mit großem Hilfspaket für irakische Bevölkerung

Wut im Bauch: Jugendliche protestieren gegen drohenden Irak-Krieg

Weizen und Waffen: Im Schatten des Hungers rüsten USA Äthiopien auf

Protest gegen Krieg: Greenpeace blockiert britische Esso-Zentrale

Irak: "Frauen in Rosa" wollen amerikanische Öffentlichkeit aufrütteln

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft | Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2003
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung