vista verde - Portal für Umwelt und Natur - Werbung 

vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   P o l i t i k   &   G e s e l l s c h a f t

News - Seite 1Politik
Natur und Artenvielfalt
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 25.03.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Irak: Berlin gegen US-Protektorat - Spendenaufrufe in Deutschland

Die USA sollen nach Ansicht der Bundesregierung den Löwenanteil der Wiederaufbaukosten nach dem Irak-Krieg tragen.

Berlin (dpa) - «Wer zerstört hat, trägt auch die Hauptlast der Finanzierung des Wiederaufbaus», sagte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek- Zeul (SPD) am Dienstag in der ARD. Es dürfe im Irak aber kein «US- Protektorat» geben. Federführend beim Wiederaufbau müssten die Vereinten Nationen sein. Angesichts der drohenden humanitären Katastrophe im Irak rief ein breites Bündnis deutscher Hilfsorganisationen zu Spenden auf.

Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana sagte, die EU habe hinsichtlich der humanitären Aspekte eine Verpflichtung, müsse sich aber auch politisch engagieren. «Aber dafür brauchen wir die entsprechenden Resolutionen der Vereinten Nationen und des Sicherheitsrates», sagte er in der ARD.

Neun in der «Aktion Deutschland Hilft» (ADH) zusammengeschlossene Organisationen bereiten sich nach eigener Darstellung auf den möglicherweise größten humanitären Hilfseinsatz seit Jahren vor. «Durch das Kriegsgeschehen im Irak sind bereits jetzt rund zehn Millionen Menschen vor allem in den Städten Bagdad, Mosul und Basra von einer Versorgung abgeschnitten», sagte der ADH-Vorsitzende Heribert Röhrig in Berlin. «Sollte diese Situation andauern, droht dem Irak eine humanitäre Katastrophe.»

UN rechnen anfangs mit 600.000 Flüchtlingen

Die Vereinten Nationen rechnen laut ADH in einer ersten Welle mit 600.000 Flüchtlingen. Nach derzeitigem Stand könnte aber nur rund die Hälfte davon versorgt werden. Das Bündnis will gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen die Versorgung von bis zu 350.000 Menschen im Irak und an den Grenzen des Landes unterstützen.

Die Hilfsorganisationen bitten um Spenden auf das Konto 102030, Bank für Sozialwirtschaft, Bankleitzahl 370 205 00, Stichwort «Irak-Krise».

Zahlreiche Prominente aus Kultur, Sport, Politik und Gesellschaft unterstützen den Spendenaufruf. Zu dem Bündnis «Aktion Deutschland Hilft» haben sich vor neun Monaten die Organisationen Malteser Hilfsdienst, Die Johanniter, Arbeiter-Samariter-Bund, Arbeiterwohlfahrt, ADRA, HELP, CARE, Paritätischer Wohlfahrtsverband und World Vision zusammengeschlossen.

Luftbrücke der Bundeswehr gefordert

Ein Lastwagen mit 20 Tonnen Hilfsgütern für irakische Flüchtlinge soll an diesem Mittwoch von Hamburg nach Syrien an die Grenze zum Irak starten. Auf Anforderung des UN-Flüchtlingswerks UNHCR haben drei ADH-Hilfsorganisationen Zelte, eine Notfallambulanz, Medikamente und medizinisches Material zur Versorgung von 35.000 bis 50.000 Menschen für zwei Monate bereitgestellt. Die Göttinger Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) forderte den Aufbau einer Bundeswehr-Luftbrücke in die Südost-Türkei.

Zahl ziviler Opfer könnte sich drastisch erhöhen

Nach Einschätzung des früheren Koordinators für die UN-Irak- Hilfe, Hans von Sponeck, wird sich die Zahl ziviler Opfer im Irak- Krieg drastisch erhöhen. Der Versuch, zivile Ziele möglichst zu verschonen, sei den US-Militärs hoch anzurechnen, sagte Sponeck der dpa. Jedoch hätten sich im Irak unerwartet viele Widerstandsnester gebildet. «Die Entscheidung ist offenbar gefallen, diese Ziele unter Beschuss zu nehmen». Mit einem großen Flüchtlingsstrom zu den Lagern der Hilfsorganisationen rechnete Sponeck nicht: «Jordanien ist zu weit, der Norden nur schwer zu erreichen und der Süden dicht.»

Sponeck leitete von 1998 an das UN-Programm «Öl für Lebensmittel», bevor er im Jahr 2000 aus Protest gegen die seiner Ansicht nach große Verelendung der Iraker durch das Embargo zurücktrat.

 

 Mehr Informationen:

Aktion Deutschland Hilft

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

UN: Iraq

 

 Lesen Sie auch:

Wieczorek-Zeul und Annan: USA müssen Wiederaufbau im Irak tragen

Irak-Krieg: Hilfsorganisationen brauchen Geld für Millionen Menschen

Umweltdesaster: Die Iraker müssen die Folgen eines Krieges fürchten

Irak: Krisenhelfer wollen nicht humanitäre "Putztruppe" des Militärs sein

"Lebensmittel, Medikamente und die Freiheit": USA begegnen Kritik mit großem Hilfspaket für irakische Bevölkerung

Wut im Bauch: Jugendliche protestieren gegen drohenden Irak-Krieg

Weizen und Waffen: Im Schatten des Hungers rüsten USA Äthiopien auf

Protest gegen Krieg: Greenpeace blockiert britische Esso-Zentrale

Irak: "Frauen in Rosa" wollen amerikanische Öffentlichkeit aufrütteln

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft | Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2003
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung