|
Welttag: Kofi Annan fordert Menschenrecht
auf Wasser
UN-Generalsekretär Kofi
Annan und Umweltschützer haben ein weltweites Menschenrecht
auf Wasser gefordert.
Berlin/New York (dpa) - Mehr als
zwei Milliarden Menschen hätten keinen Zugang zu sauberem
Trinkwasser, erklärte der Geschäftsführer des Bundes
für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Michael Timm,
zum Weltwassertag am Samstag in Berlin. Zudem warnte er vor einer
Privatisierung des Wassermarktes in Entwicklungsländern.
Diese habe in vielen Fällen zu Preissteigerung und Qualitätseinbußen
geführt. «Deshalb müssen Aufsicht, Kontrolle und
Preisgestaltung der Wasserversorgung in öffentlicher Hand
bleiben.»
Laut Annan verwendet die Landwirtschaft
den Löwenanteil des Süßwassers und verbrauche
dieses oft ineffizient. Die Nachfrage nach Wasser übersteige
bereits das Bevölkerungswachstum. «Wenn die derzeitige
Entwicklung anhält, werden in nicht viel mehr als zwei Jahrzehnten
zwei von drei Menschen auf der Erde mäßig bis stark
unter Wassermangel zu leiden haben.»
Gleichzeitig betonte Annan, dass
Wasserknappheit nicht automatisch zu bewaffneten Konflikten führen
müssten. «Wasserprobleme haben auch schon als Katalysator
für die Zusammenarbeit von Menschen und Nationen gedient»,
sagte er in New York. Staaten mit Fachwissen etwa zur Tropfenbewässerung
tauschten sich mit anderen aus.
Täglich sterben 6000 Menschen
durch verunreinigtes Wasser oder an Wassermangel, teilte der BUND
mit. 300.000 Menschen müssten jeden Tag an eine Trinkwasserversorgung
angeschlossen werden, um bis 2015 die Zahl der Menschen ohne Zugang
zu sauberem Trinkwasser zu halbieren. Dieses Ziel wurde auf dem
Millenniumsgipfel im Jahr 2000 in New York festgelegt und auf
dem Weltgipfel von Johannesburg 2002 bestätigt.
Nach Ansicht der Christoffel-Blindenmission
könnte eine Privatisierung der Wasserversorgung zu dramatischen
Verhältnissen in den Armenvierteln führen. «Nach
den vorliegenden Erfahrungen haben große Konzerne oft kein
Interesse, Slums oder abgelegene Dörfer mit Wasser zu versorgen»,
sagte Direktor Martin Georgi in Bensheim. Durch diese Entwicklung
könnte sich auch die Augenkrankheit Trachom weiter ausbreiten.
Nach seinen Angaben leiden zur Zeit etwa 150 Millionen Kinder
und Erwachsene weltweit an dieser Krankheit, die vor allem auf
mangelnde Hygiene zurückzuführen sei. Sechs Millionen
Menschen seien daran erblindet.
Deutschland hat nach Angaben
des Bundesverbraucherministeriums in den vergangenen Jahrzehnten
den Wasserbedarf für Landwirtschaft um 80 Prozent reduziert.
Auch die Qualität des Wassers habe sich weiter verbessert.
Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hält
es daher für notwendig, das internationale Engagement für
eine gerechte Verteilung zu verstärken. «Das dient
nicht nur dem Umweltschutz und der Armutsbekämpfung, sondern
ist auch ein konkreter Beitrag zur Friedenssicherung», erklärte
er. Deutschland wird 2005 eine internationale Konferenz zur Be-
und Entwässerung ausrichten.
|