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"Lebensmittel, Medikamente
und die Freiheit":
USA begegnen Kritik mit großem
Hilfspaket für irakische Bevölkerung
Die Vereinten Nationen haben
vor einer Hungersnot im Irak gewarnt, sollten die USA den Befehl
zum Angriff geben.
Von Christiane Oelrich, dpa
Washington (dpa) - Zehn Millionen
Menschen könnten innerhalb von sechs Wochen die Lebensmittel
ausgehen, wenn die staatlichen irakischen Verteilzentren, auf
die die meisten Einwohner für ihr Überleben angewiesen
sind, nicht mehr funktionieren. Die Amerikaner bereiten sich nach
eigenen Angaben darauf seit Monaten vor. «Wie in Afghanistan
werden wir dem irakischen Volk Lebensmittel, Medikamente und die
Freiheit bringen», versichert US-Präsident George.
W. Bush.
«Im Falle eines Konfliktes
wird die US-Regierung der humanitären Hilfe beispiellose
Aufmerksamkeit schenken und übergroßen Schaden an der
zivilen Infrastruktur und unnötige Opfer zu verhindern versuchen»,
sagte der stellvertretende Abteilungsleiter für Stabilitätsmaßnahmen
im Pentagon, Joe Collins. Für das Pentagon sei die geplante
massive Hilfsaktion ein «einmaliger Vorgang».
Seit dem ersten Golfkrieg vor
zwölf Jahren und dem Einsatz in Afghanistan habe man eine
Menge gelernt, wie unschuldiges Leben im Krieg geschont werden
könne. So werde das Pentagon noch mehr präzisionsgesteuerte
Geschossen einsetzen, um den Schaden an zivilen Gebäuden
möglichst gering zu halten.
Direkt hinter den ersten Truppen
sollen nach den Plänen Washingtons Helfer mit Lebensmittelpakete
ins Land gebracht werden. Nach Angaben von Bush liegen in der
Region schon drei Millionen Rationen bereit. «Damit die
Iraker auf Anhieb merken, dass es ihnen besser geht als vorher»,
wie ein Regierungsbeamter in Washington formulierte. Die Amerikaner
stellen sich darauf ein, zunächst allein für die dringendsten
Bedürfnisse der Bevölkerung aufkommen zu müssen.
Die UN-Hilfsorganisationen würden ihr Personal vor einem
Militärschlag abziehen und erst Wochen später wieder
einsatzbereit sein.
«Unser Hauptziel ist es,
die Leute zu verschonen», sagt der für Flüchtlinge
zuständige Staatssekretär im Außenministerium,
Richard Greene. «Wir bringen Lebensmittel, Wasser, Zelte
und Medikamente mit.» Ein Team von 60 Helfern stehe bereit,
um die US-Hilfe in den «befreiten» irakischen Gebieten
unmittelbar nach dem Truppeneinmarsch zu koordinieren. Zahlreiche
Container mit Hilfsmitteln seien «derzeit auf dem Weg zu
Lagerhäusern am Golf», teilte das Weiße Haus
mit. «Wir bereiten genügend Hilfsmaterial zur Versorgung
von einer Millionen Menschen vor.» Insgesamt sind nach Angaben
von Greene für humanitäre Maßnahmen in einer ersten
Phase rund 100 Millionen Dollar vorgesehen.
Auf welche Hilfe die irakische
Bevölkerung im Einzelnen im Falle eines Krieges angewiesen
sein wird, ist noch unklar. «Was mit den Menschen passiert,
hängt von einem ruchlosen Diktator mit einer abscheulichen
Vorgeschichte ab», sagt Collins. Die Amerikaner schließen
nicht aus, dass Saddam Hussein auch gegen die eigene Bevölkerung
biologische und chemische Waffen einsetzt. «Wir stellen
uns auf ziemlich große Flüchtlingsströme ein und
hoffen auf das Beste», meint Greene.
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