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- 05.03.2003 -

 

 

 

 

 

 

"Lebensmittel, Medikamente und die Freiheit":

USA begegnen Kritik mit großem Hilfspaket für irakische Bevölkerung

Die Vereinten Nationen haben vor einer Hungersnot im Irak gewarnt, sollten die USA den Befehl zum Angriff geben.

Von Christiane Oelrich, dpa

Washington (dpa) - Zehn Millionen Menschen könnten innerhalb von sechs Wochen die Lebensmittel ausgehen, wenn die staatlichen irakischen Verteilzentren, auf die die meisten Einwohner für ihr Überleben angewiesen sind, nicht mehr funktionieren. Die Amerikaner bereiten sich nach eigenen Angaben darauf seit Monaten vor. «Wie in Afghanistan werden wir dem irakischen Volk Lebensmittel, Medikamente und die Freiheit bringen», versichert US-Präsident George. W. Bush.

«Im Falle eines Konfliktes wird die US-Regierung der humanitären Hilfe beispiellose Aufmerksamkeit schenken und übergroßen Schaden an der zivilen Infrastruktur und unnötige Opfer zu verhindern versuchen», sagte der stellvertretende Abteilungsleiter für Stabilitätsmaßnahmen im Pentagon, Joe Collins. Für das Pentagon sei die geplante massive Hilfsaktion ein «einmaliger Vorgang».

Seit dem ersten Golfkrieg vor zwölf Jahren und dem Einsatz in Afghanistan habe man eine Menge gelernt, wie unschuldiges Leben im Krieg geschont werden könne. So werde das Pentagon noch mehr präzisionsgesteuerte Geschossen einsetzen, um den Schaden an zivilen Gebäuden möglichst gering zu halten.

Direkt hinter den ersten Truppen sollen nach den Plänen Washingtons Helfer mit Lebensmittelpakete ins Land gebracht werden. Nach Angaben von Bush liegen in der Region schon drei Millionen Rationen bereit. «Damit die Iraker auf Anhieb merken, dass es ihnen besser geht als vorher», wie ein Regierungsbeamter in Washington formulierte. Die Amerikaner stellen sich darauf ein, zunächst allein für die dringendsten Bedürfnisse der Bevölkerung aufkommen zu müssen. Die UN-Hilfsorganisationen würden ihr Personal vor einem Militärschlag abziehen und erst Wochen später wieder einsatzbereit sein.

«Unser Hauptziel ist es, die Leute zu verschonen», sagt der für Flüchtlinge zuständige Staatssekretär im Außenministerium, Richard Greene. «Wir bringen Lebensmittel, Wasser, Zelte und Medikamente mit.» Ein Team von 60 Helfern stehe bereit, um die US-Hilfe in den «befreiten» irakischen Gebieten unmittelbar nach dem Truppeneinmarsch zu koordinieren. Zahlreiche Container mit Hilfsmitteln seien «derzeit auf dem Weg zu Lagerhäusern am Golf», teilte das Weiße Haus mit. «Wir bereiten genügend Hilfsmaterial zur Versorgung von einer Millionen Menschen vor.» Insgesamt sind nach Angaben von Greene für humanitäre Maßnahmen in einer ersten Phase rund 100 Millionen Dollar vorgesehen.

Auf welche Hilfe die irakische Bevölkerung im Einzelnen im Falle eines Krieges angewiesen sein wird, ist noch unklar. «Was mit den Menschen passiert, hängt von einem ruchlosen Diktator mit einer abscheulichen Vorgeschichte ab», sagt Collins. Die Amerikaner schließen nicht aus, dass Saddam Hussein auch gegen die eigene Bevölkerung biologische und chemische Waffen einsetzt. «Wir stellen uns auf ziemlich große Flüchtlingsströme ein und hoffen auf das Beste», meint Greene.

 

 Mehr Informationen:

UN: Iraq

The White House

UNICEF

Irak-Berichterstattung
der Deutschen Welle

 

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