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Studie: Bundesregierung verfehlt nationales
Klimaschutzziel
Die Bundesregierung wird ihr
nationales Klimaschutzziel nach Berechnungen des Deutschen Instituts
für Wirtschaftsforschung (DIW) verfehlen.
Berlin (dpa) - «Aus heutiger
Sicht erscheint es als aussichtslos, das Ziel, die Kohlendioxid-Emissionen
bis 2005 gegenüber 1990 um 25 Prozent zu senken, noch verwirklichen
zu können», teilte das DIW am Mittwoch in Berlin mit.
Vergangenes Jahr nahm der Ausstoß des Treibhausgases wieder
nur geringfügig um 1,5 Prozent ab. Würden die politischen
Anstrengungen nicht konsequent fortgeführt, laufe Deutschland
Gefahr, auch seine internationalen Klimaschutzverpflichtungen
nicht zu erfüllen, warnte das DIW.
Bundesumweltminister Jürgen
Trittin (Grüne) sagte mit Blick auf die internationalen Kyoto-Klimaschutzvereinbarungen:
«Entgegen aller Schwarzmalerei sind wir auf dem besten Wege
unser Klimaziel, eine Reduktion um 21 Prozent bis 2010, zu erreichen.»
Seit 1990 habe Deutschland alleine etwa doppelt so viel Treibhausgase
reduziert wie die gesamte restliche EU. Nach Darstellung des DIW
gehört Deutschland zwar zu den wenigen Industrieländern,
in denen die CO2-Emissionen in den 90er Jahren gesenkt wurden.
Die Fortschritte seien aber geringer als von der Bundesregierung
angestrebt.
Nach DIW-Angaben nahmen die energiebedingten
Emissionen von Kohlendioxid (CO2) im vergangenen Jahr gegenüber
2001 um 1,5 Prozent auf rund 834 Millionen Tonnen ab. Maßgeblich
für den Rückgang seien die schwache Konjunktur und die
mildere Witterung gewesen. Temperaturbereinigt gebe es nur ein
Minus von 0,2 Prozent. Zwischen 1991 und 2002 habe der Ausstoß
von Kohlendioxid jährlich nur um knapp ein Prozent abgenommen.
Der Naturschutzbund NABU sprach
von einem «massiven Warnschuss» und kritisierte die
Bundesregierung. Es zeige sich, dass erheblich gravierendere Klimaschutz-Maßnahmen
als bisher erforderlich seien. «Nur schnelles und entschlossenes
Handeln in allen Bereichen kann jetzt noch eine internationale
Blamage verhindern.»
Die DIW-Experten erklärten,
um das nationale Ziel bis 2005 noch erreichen zu können,
«müssten die CO2-Emissionen im laufenden Jahr 2003
und den folgenden zwei Jahren temperaturbereinigt um rund elf
Prozent oder um reichlich 90 Millionen Tonnen CO2 reduziert werden».
Pro Jahr würde dies eine Verringerung um mehr als 30 Millionen
Tonnen CO2 bedeuten. «Ein solcher Rückgang ist - außer
unmittelbar nach der deutschen Einheit - nie auch nur annähernd
erreicht worden.»
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau
(KfW) teilte unterdessen mit, seit 1990 habe sie Förderkredite
für die CO2-Minderung und Energieeinsparung in 1,5 Millionen
Wohnungen zugesagt. Insgesamt habe man 18 Milliarden Euro zur
Verfügung gestellt, davon 2 Milliarden Euro im vergangenen
Jahr.
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