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- 19.02.2002 -

 

 

 

 

Studie: Bundesregierung verfehlt nationales Klimaschutzziel

Die Bundesregierung wird ihr nationales Klimaschutzziel nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) verfehlen.

Berlin (dpa) - «Aus heutiger Sicht erscheint es als aussichtslos, das Ziel, die Kohlendioxid-Emissionen bis 2005 gegenüber 1990 um 25 Prozent zu senken, noch verwirklichen zu können», teilte das DIW am Mittwoch in Berlin mit. Vergangenes Jahr nahm der Ausstoß des Treibhausgases wieder nur geringfügig um 1,5 Prozent ab. Würden die politischen Anstrengungen nicht konsequent fortgeführt, laufe Deutschland Gefahr, auch seine internationalen Klimaschutzverpflichtungen nicht zu erfüllen, warnte das DIW.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sagte mit Blick auf die internationalen Kyoto-Klimaschutzvereinbarungen: «Entgegen aller Schwarzmalerei sind wir auf dem besten Wege unser Klimaziel, eine Reduktion um 21 Prozent bis 2010, zu erreichen.» Seit 1990 habe Deutschland alleine etwa doppelt so viel Treibhausgase reduziert wie die gesamte restliche EU. Nach Darstellung des DIW gehört Deutschland zwar zu den wenigen Industrieländern, in denen die CO2-Emissionen in den 90er Jahren gesenkt wurden. Die Fortschritte seien aber geringer als von der Bundesregierung angestrebt.

Nach DIW-Angaben nahmen die energiebedingten Emissionen von Kohlendioxid (CO2) im vergangenen Jahr gegenüber 2001 um 1,5 Prozent auf rund 834 Millionen Tonnen ab. Maßgeblich für den Rückgang seien die schwache Konjunktur und die mildere Witterung gewesen. Temperaturbereinigt gebe es nur ein Minus von 0,2 Prozent. Zwischen 1991 und 2002 habe der Ausstoß von Kohlendioxid jährlich nur um knapp ein Prozent abgenommen.

Der Naturschutzbund NABU sprach von einem «massiven Warnschuss» und kritisierte die Bundesregierung. Es zeige sich, dass erheblich gravierendere Klimaschutz-Maßnahmen als bisher erforderlich seien. «Nur schnelles und entschlossenes Handeln in allen Bereichen kann jetzt noch eine internationale Blamage verhindern.»

Die DIW-Experten erklärten, um das nationale Ziel bis 2005 noch erreichen zu können, «müssten die CO2-Emissionen im laufenden Jahr 2003 und den folgenden zwei Jahren temperaturbereinigt um rund elf Prozent oder um reichlich 90 Millionen Tonnen CO2 reduziert werden». Pro Jahr würde dies eine Verringerung um mehr als 30 Millionen Tonnen CO2 bedeuten. «Ein solcher Rückgang ist - außer unmittelbar nach der deutschen Einheit - nie auch nur annähernd erreicht worden.»

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) teilte unterdessen mit, seit 1990 habe sie Förderkredite für die CO2-Minderung und Energieeinsparung in 1,5 Millionen Wohnungen zugesagt. Insgesamt habe man 18 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, davon 2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

 

 Mehr Informationen:

DIW

BMU: Klimaschutz

NABU

KfW

Klimaschutz.info

 

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