vista verde - Portal für Umwelt und Natur - Werbung 

vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   P o l i t i k   &   G e s e l l s c h a f t

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 11.02.2003 -

 

 

 

 

 

Hilfsorganisationen: 300.000 Kindersoldaten - «Druck verstärken»

Zahlreiche Hilfsorganisationen haben den anhaltenden Missbrauch von Kindern als Soldaten angeprangert.

London/Köln/Berlin (dpa) - Trotz der vertraglichen Ächtung durch die Vereinten Nationen vor einem Jahr werden nach Angaben von UNICEF weltweit immer noch 300.000 Jungen und Mädchen als Kämpfer missbraucht. Das UN-Kinderhilfswerk rief am Dienstag alle Regierungen auf, Militärs und Milizenchefs, die Kinder in den Krieg schicken, zur Verantwortung zu ziehen und als Kriegsverbrecher zu verfolgen. Dazu müssten mehr Länder als bisher das UN-Verbot von Kindersoldaten in nationales Recht umsetzen.

Minderjährige würden in der ganzen Welt als Soldaten missbraucht, weil sie «billig» und leicht zu manipulieren seien, erklärte der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, Dietrich Garlichs, in Köln zum ersten Jahrestag des internationalen Abkommens gegen den Einsatz von Kindersoldaten an diesem Mittwoch. «Um diese zynische Praxis zu stoppen, muss mehr internationaler Druck aufgebaut werden.»

Laut Amnesty International hat der Missbrauch von Kindern in Kriegen eher noch zugenommen. «Kinder werden auch heute als Soldaten, Träger, Späher oder Sexsklaven missbraucht», sagte Casey Kelso, Koordinator der «Koalition gegen Kindersoldaten». Auch das Kinderhilfswerk terre des hommes appellierte an die internationale Gemeinschaft, entschiedene Maßnahmen gegen diese extreme Form der Menschenrechtsverletzung einzuleiten.

Vor einem Jahr war das Zusatzprotokoll zur Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen in Kraft getreten. Es verbietet den Einsatz von Kindern in Armeen. Laut Amnesty haben 111 Länder das Protokoll unterzeichnet, doch nur 46 davon haben sich bislang dazu verpflichtet, das Verbot in ihre Gesetzgebung aufzunehmen. Deutschland hat demnach das Abkommen ebenfalls noch nicht ratifiziert. Die Kindernothilfe (Duisburg) forderte, die Bundeswehr sollte auf die Anwerbung von Freiwilligen unter 18 Jahren - etwa für den Sanitätsdienst - verzichten und damit Vorbild für andere Staaten sein.

«Mit der Verabschiedung des Abkommens allein ist das Problem keinesfalls gelöst», sagte Andreas Rister von terre des hommes Deutschland in Osnabrück. Besonders drastische Fälle seien vor allem aus Afrika, Asien und Südamerika bekannt. In der Armee Burmas etwa seien rund 70.000 Kinder im Alter ab elf Jahren zwangsrekrutiert, in Kolumbien stünden 14.000 Jungen und Mädchen ab zehn Jahren im Militärdienst.

Der UNICEF-Botschafter und Ex-James-Bond-Darsteller Roger Moore startete am Montag in Berlin zusammen mit Deutschlands First Lady Christina Rau eine Aktion gegen Kinderhandel. Zudem erhielt Moore für seine Arbeit bei UNICEF das Bundesverdienstkreuz von Bundespräsident Johannes Rau.

 

 Mehr Informationen:

UNICEF

terre des hommes: Kinder in bewaffneten Konflikten

Vereinte Nationen: Children and Armed Conflict


 Lesen Sie auch:

Experten: Zahl der Kindersoldaten in Afrika drastisch gestiegen

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft | Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2003
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung