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Vereinte Nationen:
Umweltschutz wird "cool"
Erhobener Zeigefinger und Gewissensappelle
sind Schnee von gestern - künftig ist cool, wer umweltfreundliche
Produkte kauft.
(jkm) - Psychologen und Verhaltensforscher
sollen künftig verstärkt zur Rettung des Planeten beitragen.
Eine vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) ins Leben
gerufene Initiative will die Vermittlung von umweltverträglichem
Verhalten ändern. Erhobener Zeigefinger und Gewissensappelle
sind Schnee von gestern - künftig ist cool, wer umweltfreundliche
Produkte kauft.
"Wenn Regierungen die Menschen
ermahnen, weniger Auto zu fahren oder keine umweltschädlichen
Produkte zu kaufen, scheint dies nicht zu funktionieren",
sagte UNEP-Direktor Klaus Töpfer. "Die Leute hören
einfach nicht zu." Ebenfalls nur mäßig erfolgreich
seien Versuche, den Menschen wegen ihres Lebensstils und ihrer
Kaufgewohnheiten ein schlechtes Gewissen zu machen.
Laut Mitteilung der UNEP befürchten
Experten, dass die bisherigen Appelle von Regierungen und Umweltschutzgruppen
oft keinen Enthusiasmus und im Gegenteil sogar Desinteresse hervorgerufen
haben. Dementsprechend pflegten nur fünf Prozent aller Bewohner
der Nordhalbkugel einen dauerhaft umweltverträglichen Lebenswandel.
Als Gegenbeispiel nennt die Organisation
eine Kampagne des koreanischen Automobilherstellers KIA in Großbritannien.
Um die Nutzung des Automobils auf kurzen Strecken zu reduzieren,
erhielten die Käufer von Neuwagen dort ein Mountainbike als
Dreingabe. Gleichzeitig helfe die Firma bei der Organisation von
"Walking Buses" - Netzwerken von Eltern, die ihre Kinder
zu Fuß zur Schule bringen. Ebenfalls gelungen sei die Kampagne
europäischer Waschmittelhersteller, die das Waschen bei möglichst
niedrigen Temperaturen propagiere.
"Wir müssen einen umweltverträglichen
Lebensstil als schick vermitteln, oder als 'cool', wie junge Leute
sagen würden", so Töpfer weiter. Auch müsse
man klar machen, dass ein solcher Lebensstil keinen Verzicht bedeute,
sagte seine Kollegin Jacqueline Aloisi De Larderel. "Nachhaltiger
Konsum heißt nicht weniger, sondern anderer Konsum und eine
gesteigerte Lebensqualität."
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