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- 30.01.03 -

 

 

 

 

 

 

Atomkraftwerke: Unionsländer fordern Konzept für Terror-Schutz

Die unionsgeführten Länder Bayern, Baden- Württemberg und Hessen fordern vom Bund ein Konzept für den Schutz der deutschen Atomkraftwerke vor Terrorangriffen mit Flugzeugen.

Berlin/München (dpa) - Der Schutz der Meiler und anderer sensibler Industrieanlagen sei eine Frage der nationalen Sicherheit, erklärte Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) am Donnerstag in München. Der Bund übergab den Ländern unterdessen ein vertrauliches Gutachten zur Verwundbarkeit der einzelnen Reaktoren bei Terrorangriffen.

Details der Untersuchung der Gesellschaft für Reaktorsicherheit wollte das Bundesumweltministerium aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlichen. Nach früheren Angaben von Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sind die Meiler unterschiedlich geschützt. Umstritten zwischen Bund, Ländern und Betreibern ist, wer Nachrüstungen wegen eventueller Sicherheitsmängel bezahlen müsste.

Schnappauf sagte, auf die Frage des Terrorschutzes müsse eine einheitliche, länderübergreifende Antwort gefunden werden. Der Bund solle unter anderem die Einsatzmöglichkeiten der Bundeswehr klären.

Nach Auffassung der drei unionsregierten Länder sollen in das Gesamtkonzept auch Regeln zu Kontrolle und Schutz von Flughäfen und Flugzeugen sowie eine klare Kommandostruktur aufgenommen werden. «Notwendig ist ein Vollschutzkonzept», sagte Schnappauf. Der CSU- Politiker warnte Trittin davor, sich aus seiner Verantwortung für die Sicherung der Atomkraftwerke zurückzuziehen und diese Aufgabe den Ländern und den Betreibern zu überlassen.

Das baden-württembergische Umweltministerium äußerte sich entsprechend. Trittin versuche, den Ländern ein Problem zu übergeben, für dessen Lösung in erster Linie der Bund zuständig sei. Bund und Länder sollten in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe die von den Anlagenbetreibern angebotenen Schutzkonzepte überprüfen und diese in ein Gesamtkonzept einarbeiten.

Wegen des Gutachtens erhob der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) schwere Vorwürfe gegen Trittin. Die Ergebnisse der vertraulichen Untersuchung müssten veröffentlicht werden, forderte der Verband. Der BUND warf dem Minister vor, die von den Reaktoren ausgehende Gefahr zu verschleiern.

 

 Mehr Informationen:

BMU: Atomkraft

Gesellschaft für Reaktorsicherheit

BUND

vista verde: Atomkraft


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