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Bundesweite Proteste:
Widerstand gegen Irak-Krieg formiert
sich
Ob mit Mahnwachen, Lichterketten
oder Demonstrationen: Tausende Menschen in Deutschland gehen derzeit
gegen einen drohenden Krieg im Irak auf die Straße.
Berlin/Leipzig/Bremen (dpa) -
Kirchen, Gewerkschaften und andere Organisationen planen einer
dpa-Umfrage zufolge ihren Widerstand gemeinsam. Ziel ist es, der
Bundesregierung mit ihrer Ablehnung eines Militärschlags
den Rücken zu stärken. «Wir wollen erreichen,
dass sie auf ihre kriegskritische Rhetorik auch Taten folgen lässt»,
sagt Christoph Bautz, Sprecher der Friedenskampagne «resist».
Als Höhepunkt der Proteste
ist am 15. Februar in Berlin eine Großdemonstration im Rahmen
eines europaweiten Aktionstages geplant. Dazu haben unter anderem
Friedensinitiativen, Parteien und Gewerkschaften aufgerufen. «Wenn
der Druck von der Straße wächst, hat das schon Einfluss.
Die Leute fassen Mut, dass sich etwas verändern lässt»,
sagt Fabian Schneider von der globalisierungskritischen Gruppe
Attac. Die Organisatoren hoffen, dass sich etwa eine Million Menschen
an der Demonstration beteiligen. Seit kurzem ziehen in Berlin
bereits jeden Montag Kriegsgegner unter dem Motto «Kein
Krieg um Öl» zum Brandenburger Tor.
Eine zentrale Rolle bei den Protesten
spielen die katholischen und evangelischen Kirchen. In Leipzig
und Dresden treffen sich Menschen wie vor dem Mauerfall zu Montagsgebeten
in den Kirchen. «Die Menschen sind unruhig und wollen sich
sammeln», sagte ein Sprecher des evangelischen Landeskirchenamts
in Sachsen. In Mannheim läuten jeden Tag um 18.30 Uhr die
Kirchenglocken als Mahnung für den Frieden.
Die Bremer Kirchengemeinden wollen
am 14. Februar einen Friedenslauf unter dem Motto «Sich
für den Frieden bewegen» mit Läufern, Radfahrern
und Skatern starten. Das Erzbistum Köln ordnete an, in allen
Gottesdiensten für den Frieden zu beten. Auf dem US- Luftwaffenstützpunkt
im pfälzischen Ramstein wollen Menschen am 15. Februar ebenfalls
zu einem Gebet zusammen kommen.
Auch mit Lichterketten protestieren
Kriegsgegner gegen einen möglichen Militärschlag im
Irak. So haben mehrere Religionsgemeinschaften, darunter auch
Moslems, Buddhisten und Juden, für diesen Mittwoch zur Aktion
«Lichter für den Frieden» in Hannover aufgerufen.
Sitzblockaden vor verschiedenen Militäreinrichtungen in Deutschland
hat die Friedenskampagne «resist» angekündigt.
Eine Blockade vor dem Bundesverteidigungsministerium in Berlin
ist für den 31. Januar geplant.
Zahlreiche Initiativen sammeln
zudem Unterschriften, um sie später an Bundeskanzler Gerhard
Schröder (SPD) und US-Präsident George W. Bush zu senden.
Dazu gehört auch die Organisation «Internationale Ärzte
für die Verhütung eines Atomkrieges (IPPNW)».
An Münchner Theatern beteiligen
sich auch die Schauspieler am Widerstand gegen den Krieg. In Lesungen
und Diskussionen vor und nach den Aufführungen ist der Irak-Konflikt
Thema. Am Neuen Haus der Münchner Kammerspiele soll nach
Angaben einer Theater-Sprecherin künftig in roten, ein Meter
hohen Buchstaben der Schriftzug «Kein Krieg im Irak»
prangen.
Schon in den vergangenen Tagen
protestierten tausende Menschen in Deutschland auf den Straßen.
Demonstrationen gab es unter anderem in Heidelberg, Tübingen,
Köln, Magdeburg und Frankfurt/Main.
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