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- 29.01.2003 -

 

 

 

 

 

 

Bundesweite Proteste:

Widerstand gegen Irak-Krieg formiert sich

Ob mit Mahnwachen, Lichterketten oder Demonstrationen: Tausende Menschen in Deutschland gehen derzeit gegen einen drohenden Krieg im Irak auf die Straße.

Berlin/Leipzig/Bremen (dpa) - Kirchen, Gewerkschaften und andere Organisationen planen einer dpa-Umfrage zufolge ihren Widerstand gemeinsam. Ziel ist es, der Bundesregierung mit ihrer Ablehnung eines Militärschlags den Rücken zu stärken. «Wir wollen erreichen, dass sie auf ihre kriegskritische Rhetorik auch Taten folgen lässt», sagt Christoph Bautz, Sprecher der Friedenskampagne «resist».

Als Höhepunkt der Proteste ist am 15. Februar in Berlin eine Großdemonstration im Rahmen eines europaweiten Aktionstages geplant. Dazu haben unter anderem Friedensinitiativen, Parteien und Gewerkschaften aufgerufen. «Wenn der Druck von der Straße wächst, hat das schon Einfluss. Die Leute fassen Mut, dass sich etwas verändern lässt», sagt Fabian Schneider von der globalisierungskritischen Gruppe Attac. Die Organisatoren hoffen, dass sich etwa eine Million Menschen an der Demonstration beteiligen. Seit kurzem ziehen in Berlin bereits jeden Montag Kriegsgegner unter dem Motto «Kein Krieg um Öl» zum Brandenburger Tor.

Eine zentrale Rolle bei den Protesten spielen die katholischen und evangelischen Kirchen. In Leipzig und Dresden treffen sich Menschen wie vor dem Mauerfall zu Montagsgebeten in den Kirchen. «Die Menschen sind unruhig und wollen sich sammeln», sagte ein Sprecher des evangelischen Landeskirchenamts in Sachsen. In Mannheim läuten jeden Tag um 18.30 Uhr die Kirchenglocken als Mahnung für den Frieden.

Die Bremer Kirchengemeinden wollen am 14. Februar einen Friedenslauf unter dem Motto «Sich für den Frieden bewegen» mit Läufern, Radfahrern und Skatern starten. Das Erzbistum Köln ordnete an, in allen Gottesdiensten für den Frieden zu beten. Auf dem US- Luftwaffenstützpunkt im pfälzischen Ramstein wollen Menschen am 15. Februar ebenfalls zu einem Gebet zusammen kommen.

Auch mit Lichterketten protestieren Kriegsgegner gegen einen möglichen Militärschlag im Irak. So haben mehrere Religionsgemeinschaften, darunter auch Moslems, Buddhisten und Juden, für diesen Mittwoch zur Aktion «Lichter für den Frieden» in Hannover aufgerufen. Sitzblockaden vor verschiedenen Militäreinrichtungen in Deutschland hat die Friedenskampagne «resist» angekündigt. Eine Blockade vor dem Bundesverteidigungsministerium in Berlin ist für den 31. Januar geplant.

Zahlreiche Initiativen sammeln zudem Unterschriften, um sie später an Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und US-Präsident George W. Bush zu senden. Dazu gehört auch die Organisation «Internationale Ärzte für die Verhütung eines Atomkrieges (IPPNW)».

An Münchner Theatern beteiligen sich auch die Schauspieler am Widerstand gegen den Krieg. In Lesungen und Diskussionen vor und nach den Aufführungen ist der Irak-Konflikt Thema. Am Neuen Haus der Münchner Kammerspiele soll nach Angaben einer Theater-Sprecherin künftig in roten, ein Meter hohen Buchstaben der Schriftzug «Kein Krieg im Irak» prangen.

Schon in den vergangenen Tagen protestierten tausende Menschen in Deutschland auf den Straßen. Demonstrationen gab es unter anderem in Heidelberg, Tübingen, Köln, Magdeburg und Frankfurt/Main.

 

 Mehr Informationen:

demo1502.de - Europaweiter Aktionstag gegen den Krieg

Aktionsbündniss
"15. Februar"

Katholische Kirche

EKD

IPPNW

resist

Attac


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