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Afghanistan: Töpfer warnt vor Folgen
der Umweltzerstörung
Mehr als zwei Jahrzehnte Krieg
haben die Umwelt in Afghanistan verwüstet und damit die Lebensgrundlage
vieler Menschen zerstört.
Kabul (dpa) - Das ergibt sich
aus einem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP),
der am Mittwoch in Kabul vorgestellt wurde. Die Wiederherstellung
der natürlichen Ressourcen müsse eine wichtige Rolle
beim Wiederaufbau des Landes spielen, sagte UNEP- Direktor Klaus
Töpfer.
«Mehr als 80 Prozent des
afghanischen Volks leben in ländlichen Regionen, und ihre
wichtigsten Ressourcen sind Wasser für die Bewässerung
sowie Bäume für Nahrung und Brennholz - das ging in
nur einer Generation verloren», sagte Töpfer.
Im sehr trockenen Afghanistan
können meist nur die Regionen nahe den Flussebenen landwirtschaftlich
intensiv genutzt werden. Dafür sind ausgeklügelte Kanalsysteme
Voraussetzung. Viele dieser unter- und oberirdischen Kanäle
sind unbrauchbar geworden, zum Teil, weil sie bei Kämpfen
zerstört wurden, zum Teil, weil die Menschen aus den Dörfern
flohen und niemand für die Instandhaltung sorgte.
Außerdem sind Gegenden,
die früher für ihre Obstbäume bekannt waren, heute
kahl. Viele Bäume wurden von Geschossen zerfetzt, andere
gefällt, weil es keinen anderen Brennstoff gab.
«In den Städten ist
das wichtigste Gut für das Wohlergehen der Menschen sicheres
Wasser - das vielleicht nur noch 12 Prozent der Leute zur Verfügung
steht», sagte Töpfer. Untersuchungen hätten ergeben,
dass große Teile des städtischen Trinkwassers mit Bakterien
belastet seien, heißt es in dem UNEP-Bericht. Vor allem
Kinder seien gefährdet.
Krieg und Bürgerkrieg hatten
auch in den Städten die nötigen Wartungsarbeiten an
Wasserleitungen und Abwasserkanälen verhindert. Außerdem
warnte der UNEP-Bericht, dass es bei Müllhalden keinerlei
Maßnahmen gegen das Einsickern von Giftstoffen ins Trinkwasser
gebe.
«Die UNEP-Studie beleuchtet
den derzeitigen Grad der Verwüstung Afghanistans und zeigt
den Weg, den das Land gehen kann in Richtung einer nachhaltigen
Entwicklung», sagte der Minister für Wasserressourcen,
Ahmed Jusuf Nuristani.
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