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- 29.01.2003 -

 

 

 

 

Afghanistan: Töpfer warnt vor Folgen der Umweltzerstörung

Mehr als zwei Jahrzehnte Krieg haben die Umwelt in Afghanistan verwüstet und damit die Lebensgrundlage vieler Menschen zerstört.

Kabul (dpa) - Das ergibt sich aus einem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), der am Mittwoch in Kabul vorgestellt wurde. Die Wiederherstellung der natürlichen Ressourcen müsse eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau des Landes spielen, sagte UNEP- Direktor Klaus Töpfer.

«Mehr als 80 Prozent des afghanischen Volks leben in ländlichen Regionen, und ihre wichtigsten Ressourcen sind Wasser für die Bewässerung sowie Bäume für Nahrung und Brennholz - das ging in nur einer Generation verloren», sagte Töpfer.

Im sehr trockenen Afghanistan können meist nur die Regionen nahe den Flussebenen landwirtschaftlich intensiv genutzt werden. Dafür sind ausgeklügelte Kanalsysteme Voraussetzung. Viele dieser unter- und oberirdischen Kanäle sind unbrauchbar geworden, zum Teil, weil sie bei Kämpfen zerstört wurden, zum Teil, weil die Menschen aus den Dörfern flohen und niemand für die Instandhaltung sorgte.

Außerdem sind Gegenden, die früher für ihre Obstbäume bekannt waren, heute kahl. Viele Bäume wurden von Geschossen zerfetzt, andere gefällt, weil es keinen anderen Brennstoff gab.

«In den Städten ist das wichtigste Gut für das Wohlergehen der Menschen sicheres Wasser - das vielleicht nur noch 12 Prozent der Leute zur Verfügung steht», sagte Töpfer. Untersuchungen hätten ergeben, dass große Teile des städtischen Trinkwassers mit Bakterien belastet seien, heißt es in dem UNEP-Bericht. Vor allem Kinder seien gefährdet.

Krieg und Bürgerkrieg hatten auch in den Städten die nötigen Wartungsarbeiten an Wasserleitungen und Abwasserkanälen verhindert. Außerdem warnte der UNEP-Bericht, dass es bei Müllhalden keinerlei Maßnahmen gegen das Einsickern von Giftstoffen ins Trinkwasser gebe.

«Die UNEP-Studie beleuchtet den derzeitigen Grad der Verwüstung Afghanistans und zeigt den Weg, den das Land gehen kann in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung», sagte der Minister für Wasserressourcen, Ahmed Jusuf Nuristani.

 


© Dennis Bruhn/UNEP

Der Verlust von Vegetation hat vielerorts zu massiver Bodenerosion geführt, wie in diesem Dorf nahe Mazar-i-Sharif.

 Mehr Informationen:

UNEP: Post-Conflict Assessment Unit

 

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