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- 14.01.2003 -

 

 

 

 

 

Menschenrechtler: Kritik an US-Politik im Kampf gegen Terror

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat den USA vorgeworfen, im Kampf gegen den internationalen Terror die Menschenrechte zu missachten.

Washington (dpa) - So «übersehe» Washington Menschenrechtsverletzungen in verbündeten Ländern und ignoriere zugleich die Rechte von Terrorverdächtigen in US-Gewahrsam, kritisierte Human Rights Watch in ihrem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht. Den Europäern warf die Organisation vor, in ihrem Kampf für die Menschenrechte nachzulassen.

Human Rights Watch bemängelte, dass die USA Menschenrechtsverletzungen in Ländern wie Pakistan, Saudi-Arabien, China oder durch Kriegsherren in Afghanistan ignorierten. «Die USA sind bei weitem nicht die schlimmsten Menschenrechtsverletzer», sagte Organisationsdirektor Kenneth Roth. «Aber Washington hat heute so viel Macht, dass es der Sache der Menschenrechte weltweit schadet, wenn es sich über sie hinwegsetzt.»

Roth erklärte, die US-Regierung scheine die Verbindung zwischen Unterdrückung und Terrorismus erkannt zu haben, doch sei sie unwillig, wichtige Alliierte zu drängen. «Um den Terrorismus zu bekämpfen, muss man die Bevölkerung unterstützen, in den Ländern, in denen Terroristen leben. Ein Schmusekurs mit Unterdrückerregimen ist kaum der richtige Weg, solche Allianzen zu bilden», hieß es in dem Bericht. Deshalb verliere sie auch internationale Unterstützung für ihren Kampf gegen den Terrorismus.

Kritik übte die Menschenrechtsorganisation auch an der Behandlung von Kriegsgefangenen durch die USA. So weigere sich Washington, die Genfer Konvention für die Gefangenen anzuwenden. Außerdem stufe sie Verdächtige in den USA als «feindliche Kämpfer» ein, um gegen sie vorzugehen. Zudem missbrauchten die USA im Kampf gegen verdächtige Ausländer ihre Einwanderungsgesetze und wendeten «Zwang und Druck» an, um Gefangene zu Aussagen zu bewegen.

Den Europäern warf die Menschenrechtsorganisation vor, den Kampf gegen den internationalen Terrorismus als Entschuldigung für ein Nachlassen ihres Einsatzes für die Menschenrechte zu nutzen. So hätten es die europäischen Politiker praktisch aufgegeben, Russland wegen der Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien zu ermahnen.

 

 Mehr Informationen:

Human Rights Watch

vista verde: Menschenrechte


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