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Worldwatch: Umwelt-Revolution in vollem
Gange - Lob für Berlin
Globale Umweltanstrengungen
und mutige Initiativen wie die deutsche Energiepolitik haben nach
Einschätzung des renommierten Worldwatch-Instituts eine positive
Umwelt-Revolution in Gang gesetzt.
Washington (dpa) - «Das
beweist, dass die Menschheit in der Lage ist, die Welt neu zu
erfinden, damit die Bedürfnisse aller befriedigt werden und
die Erde dabei für zukünftige Generationen nur minimal
belastet wird», schreibt das angesehene Institut in seinem
neuen «Zustandsbericht der Welt». Die Studie wurde
am Donnerstag in Washington veröffentlicht.
Besonders heben die Autoren die
deutsche Politik zu Gunsten erneuerbarer Energien hervor, der
in dem knapp 250 Seiten starken Buch fünf Seiten gewidmet
sind. Worldwatch stellt die gesetzliche Förderung erneuerbarer
Energien in Deutschland als beispielhaft heraus.
«Innerhalb eines Jahrzehnts
hat Deutschland eine neue, Milliarden schwere Industrie und zehntausende
Arbeitsplätze geschaffen», lobt Worldwatch. Weltweit
habe die Produktion von Wind- und Solarzellenenergie in den vergangenen
fünf Jahren um jährlich 30 Prozent zugenommen.
Als lobenswerte Beispiele nennt
Worldwatch auch die weltweiten Bemühungen um eine Reduzierung
der ozonschädigenden Fluorchlorkohlenwasserstoffe und die
Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Ausrottung
der Kinderlähmung.
Andere positive Zeichen seien
die mit 86 Prozent sehr hohe Recycling- Quote alter Autos in den
Niederlanden oder die Abschaffung der Aluminiumdosen in Dänemark.
Wichtig sei etwa auch die Gewährung von Kleinstkrediten wie
auf den Philippinen. Dabei erhielten die Ärmsten rund 50
Euro als lebenswichtige Starthilfe für den Weg aus dem Elend.
«Die Frage ist, wie wir
unsere kreative Energie einsetzen wollen», sagte Worldwatch-Präsident
Christopher Flavin. «Wenn wir Weltraumsonden mit Brennstoffzellen
bauen können, können wir auch (mehr) Autos mit Brennstoffzellen
herstellen. Wenn wir Metall aus Bergwerken fördern können,
können wir es auch aus Abfallhalden und verlassenen Gebäuden
herausholen. Wenn wir Touristen vor Malaria schützen können,
können wir auch den Bevölkerungen helfen, die damit
tagtäglich zu tun haben.»
Trotz der positiven Entwicklungen
sei die Liste der Probleme noch lang, schränkt Worldwatch
ein. An Malaria etwa sterben nach Angaben des Instituts täglich
7000 Menschen. Rund 5500 Kinder sterben jeden Tag an Krankheiten,
die durch verunreinigtes Wasser und Nahrung sowie Luftverschmutzung
verursacht sind.
Zudem werde die Artenvielfalt
auf alarmierende Weise dezimiert. Wissenschaftler seien überzeugt,
dass heute mehr Tiere aussterben als je zuvor seit dem Verschwinden
der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren.
Deshalb sei es jetzt die Herausforderung,
Regierungen, Industrie und Gesellschaften zu mobilisieren, dass
Volkswirtschaften so gestaltet würden, dass alle Menschen
profitierten und die Umwelt geschont werde.
«Wir haben in der Geschichte
oft gesehen, das Völker aus Erfahrungen schnell lernen können»,
sagte der Studien-Herausgeber Gary Gardner. «Das wachsende
Interesse an Umweltverträglichkeit in verschiedenen Sektoren
der Gesellschaft könnte die nötige Energie bringen,
um Pilotprojekte global auszubauen.»
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