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Treffen mit Fischer:
Neudeck fordert Protest aus Berlin an
Moskau
Der von den russischen Grenzbehörden
abgewiesene Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck hat von der
Bundesregierung ein offizielles Protest-Schreiben an Moskau gefordert.
Köln/Wörlitz (dpa) -
Es sei ein «politischer Skandal», dass er gemeinsam
mit dem früheren Bundesarbeitsminister Norbert Blüm
(CDU) und dem Schriftsteller Günter Wallraff an der Reise
in das Grenzgebiet zu Tschetschenien gehindert worden sei, sagte
Neudeck der dpa am Donnerstag in Köln. Wallraff sagte: «So
einfach lassen wir uns nicht abspeisen.»
Bundesaußenminister Joschka
Fischer (Grüne) erklärte sich bereit, Neudeck, Wallraff
und Blüm im Auswärtigen Amt zu treffen. Die drei sollten
berichten, dann werde man beraten, sagte Fischer am Rande der
Winterklausur der Grünen-Bundestagsfraktion in Wörlitz
(Sachsen- Anhalt). Danach werde über Schlussfolgerungen entschieden.
Blüm, Neudeck und Wallraff
war am Dienstag am Moskauer Flughafen Scheremetjewo trotz gültiger
Visa die Einreise verweigert worden. «Die deutsche Regierung
muss dagegen formell protestieren und fordern, dass eine solche
humanitäre Reise und Menschenrechtsreise durchgeführt
werden kann», verlangte Neudeck.
Das Trio werde erneut versuchen,
eine Reise nach Inguschetien - die Nachbarrepublik Tschetscheniens
- zu starten. Dort lebten 160 000 tschetschenische Flüchtlinge
in erbärmlichen Zuständen, etwa in verlassenen Schweineställen
oder Höhlen. Es müsse dringend auf das Schicksal dieser
Menschen hingewiesen werden.
Das russische Außenministerium
hatte am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax mitgeteilt,
Wallraff habe in einem Interview angekündigt, Beweise zu
sammeln, um sie für eine antirussische Kampagne zu nutzen.
Eine solche «journalistische Tätigkeit» sei mit
dem beantragten Touristenvisum nicht vereinbar gewesen. Außerdem
sei das Visum nur für Moskau und Sankt Petersburg ausgestellt
worden.
Wallraff wies den Vorwurf einer
«antirussischen Kampagne» zurück: «Wir
wollten in Tschetschenien den Auftakt machen, um weitere Brennpunkte
in der Welt aufzusuchen, wo Menschenrechte missachtet werden.»
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