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UN-Bericht: Wachsende Bevölkerungszahlen
gefährden globale Armutsbekämpfung
Die dramatisch wachsenden Bevölkerungszahlen
in den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt gefährden
die globale Armutsbekämpfung. Das geht aus Weltbevölkerungsbericht
2002 des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) hervor.
Berlin (dpa) - Bis Mitte des
Jahrhunderts werde sich die Zahl der Menschen in den ärmsten
Ländern auf rund 1,8 Milliarden in etwa verdreifachen. Der
absolute Zuwachs werde damit trotz der grassierenden Aids-Epidemie
das Wachstum in den vergangenen 50 Jahren massiv übertreffen.
Um die globale Armut zu bekämpfen, müsse die Gesundheitssituation
vor allem von Frauen in Entwicklungsländern entschieden verbessert
werden.
Derzeit leben weltweit 6,2 Milliarden
Menschen. Jährlich kommt mit rund 78 Millionen fast die Bevölkerungszahl
der Bundesrepublik hinzu. Mitte des Jahrhunderts wird die Weltbevölkerungszahl
nach Schätzungen auf 9,3 Milliarden wachsen. Die Staatengemeinschaft
hat sich verpflichtet, den Anteil der in absoluter Armut lebenden
Menschen bis 2015 weltweit zu halbieren. Weltweit leben rund 1,2
Milliarden Menschen - also ein Fünftel der Weltbevölkerung
- in absoluter Armut, das heißt sie verfügen täglich
über weniger als einen US-Dollar.
«Die bisherige wirtschaftliche
und soziale Entwicklung ist in vielen Fällen an den ärmsten
Menschen vorbeigegangen oder hat ihre Not sogar noch verstärkt»,
heißt es in dem Bericht. Familienplanung, Gesundheit und
Bildung seien maßgeblich zur Bewältigung der Armut.
Nach Angaben der UNFPA gibt es einen Zusammenhang zwischen einem
verlangsamten Bevölkerungswachstum und einer Steigerung der
wirtschaftlichen Produktivität.
Entwicklungsministerin Heidemarie
Wieczorek-Zeul (SPD) übte scharfe Kritik an der US-Regierung.
Aus ideologischen Gründen habe die der Familienplanung kritisch
gegenüberstehende US-Regierung ihre Unterstützung für
UNFPA eingestellt. «Damit entscheidet sie sich gegen die
Gesundheit und das Leben der Frauen und Familien in den Entwicklungsländern»,
kritisierte Wieczorek-Zeul. «Wer den Frauen die Mittel zu
einer menschenwürdigen Familienplanung vorenthält, nimmt
höhere Geburtenraten und eine höhere Sterblichkeit von
Müttern und Kindern in Kauf.»
Nach dem UN-Bericht ist das Risiko
einer schwangeren Frau in einem Entwicklungsland, während
der Schwangerschaft oder bei der Geburt zu sterben, bis zu 600
Mal höher als das von Frauen in Industriestaaten. Der Geschäftsführer
der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, Hans Fleisch, sagte:
«Investitionen in Gesundheit und Familienplanung sind unverzichtbar,
um die Armut zu beenden».
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