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- 03.12.2002 -

 

 

 

 

 

UN-Bericht: Wachsende Bevölkerungszahlen gefährden globale Armutsbekämpfung

Die dramatisch wachsenden Bevölkerungszahlen in den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt gefährden die globale Armutsbekämpfung. Das geht aus Weltbevölkerungsbericht 2002 des UN-Bevölkerungsfonds (UNFPA) hervor.

Berlin (dpa) - Bis Mitte des Jahrhunderts werde sich die Zahl der Menschen in den ärmsten Ländern auf rund 1,8 Milliarden in etwa verdreifachen. Der absolute Zuwachs werde damit trotz der grassierenden Aids-Epidemie das Wachstum in den vergangenen 50 Jahren massiv übertreffen. Um die globale Armut zu bekämpfen, müsse die Gesundheitssituation vor allem von Frauen in Entwicklungsländern entschieden verbessert werden.

Derzeit leben weltweit 6,2 Milliarden Menschen. Jährlich kommt mit rund 78 Millionen fast die Bevölkerungszahl der Bundesrepublik hinzu. Mitte des Jahrhunderts wird die Weltbevölkerungszahl nach Schätzungen auf 9,3 Milliarden wachsen. Die Staatengemeinschaft hat sich verpflichtet, den Anteil der in absoluter Armut lebenden Menschen bis 2015 weltweit zu halbieren. Weltweit leben rund 1,2 Milliarden Menschen - also ein Fünftel der Weltbevölkerung - in absoluter Armut, das heißt sie verfügen täglich über weniger als einen US-Dollar.

«Die bisherige wirtschaftliche und soziale Entwicklung ist in vielen Fällen an den ärmsten Menschen vorbeigegangen oder hat ihre Not sogar noch verstärkt», heißt es in dem Bericht. Familienplanung, Gesundheit und Bildung seien maßgeblich zur Bewältigung der Armut. Nach Angaben der UNFPA gibt es einen Zusammenhang zwischen einem verlangsamten Bevölkerungswachstum und einer Steigerung der wirtschaftlichen Produktivität.

Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) übte scharfe Kritik an der US-Regierung. Aus ideologischen Gründen habe die der Familienplanung kritisch gegenüberstehende US-Regierung ihre Unterstützung für UNFPA eingestellt. «Damit entscheidet sie sich gegen die Gesundheit und das Leben der Frauen und Familien in den Entwicklungsländern», kritisierte Wieczorek-Zeul. «Wer den Frauen die Mittel zu einer menschenwürdigen Familienplanung vorenthält, nimmt höhere Geburtenraten und eine höhere Sterblichkeit von Müttern und Kindern in Kauf.»

Nach dem UN-Bericht ist das Risiko einer schwangeren Frau in einem Entwicklungsland, während der Schwangerschaft oder bei der Geburt zu sterben, bis zu 600 Mal höher als das von Frauen in Industriestaaten. Der Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, Hans Fleisch, sagte: «Investitionen in Gesundheit und Familienplanung sind unverzichtbar, um die Armut zu beenden».

 


© ArtToday

Vanuatu: Bis Mitte des Jahrhunderts wird sich die Zahl der Menschen in den ärmsten Ländern der Welt auf rund 1,8 Milliarden in etwa verdreifachen.

 

 Mehr Informationen:

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung:
- Weltbevölkerungs- Bericht 2002
- Infothek Weltbevölkerung

UNFPA

BMZ

vista verde: Bevölkerungswachstum

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