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Europäisches Sozialforum:
Globalisierungs-Kritiker treffen sich
in Florenz
Weit mehr als 10.000 Globalisierungs-Kritiker
aus ganz Europa werden an diesem Mittwoch zu einer fünftägigen
Konferenz in Florenz erwartet.
Florenz (dpa) - Das «Erste
Europäische Sozialforum» will gemeinsame Strategien
zur Bekämpfung einer ungehemmten wirtschaftlichen Globalisierung
erörtern, steht aber auch deutlich im Zeichen eines drohenden
Krieges gegen den Irak. Die italienischen Behörden fürchten
Ausschreitungen und haben bereits zahlreichen Teilnehmern die
Einreise verweigert. Aus Furcht vor Anschlägen wurde der
Luftraum über Florenz gesperrt.
Das Treffen, an dem auch mehr
als 1000 Deutsche teilnehmen wollen, versteht sich als Folgekonferenz
des «Weltsozialforums» Anfang des Jahres in Porto
Alegre in Brasilien. Hautthemen sind «Krieg und Frieden»,
«Globalisierung und Neoliberalismus» sowie «Bürgerrechte
und Demokratie». Zu einer Demonstration am Samstag werden
bis zu 200.000 Teilnehmer erwartet.
Um gewaltbereite Extremisten
fern zu halten, haben die italienischen Behörden das Schengen-Abkommen
bis zum Konferenzende am Sonntag aufgehoben. Seit dem vergangenen
Wochenende führt Italien an den Grenzen zu Österreich,
der Schweiz und Frankreich wieder Grenzkontrollen durch. Die Veranstalter
werteten dies als «bewussten Versuch, die Konferenz zu kriminalisieren».
Der italienischen Regierung geht
es vor allem darum, blutige Zusammenstöße wie am Rande
des G-8-Gipfels im Juli 2001 in Genua zu verhindern: Damals erschoss
ein Polizist einen jungen Italiener, mehr als 200 junge Leute
wurden bei den Ausschreitungen verletzt.
In Florenz sind über 6000
Sicherheitskräfte im Einsatz. Sie sollen auch die Museen
und die Denkmäler der Toskana-Metropole schützen. Zeitweise
hatte die Regierung erwogen, die Konferenz zu verbieten. Jetzt
hieß es, die Museen in Florenz sollten geöffnet bleiben.
In Hunderten von Workshops und
Seminaren sollen Probleme wie die zunehmende Verarmung in der
Dritten Welt, die Zerstörung der Umwelt sowie «die
Diktatur der ungehemmten Finanz- und Warenströme» untersucht
werden. Das Moto der Veranstaltung heißt: «Für
eine bessere Welt, für ein anderes Europa». Auch zahlreiche
Gewerkschafter und Vertreter von Linksparteien wollen nach Florenz
kommen.
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