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- 05.11.2002 -

 

 

 

 

Europäisches Sozialforum:

Globalisierungs-Kritiker treffen sich in Florenz

Weit mehr als 10.000 Globalisierungs-Kritiker aus ganz Europa werden an diesem Mittwoch zu einer fünftägigen Konferenz in Florenz erwartet.

Florenz (dpa) - Das «Erste Europäische Sozialforum» will gemeinsame Strategien zur Bekämpfung einer ungehemmten wirtschaftlichen Globalisierung erörtern, steht aber auch deutlich im Zeichen eines drohenden Krieges gegen den Irak. Die italienischen Behörden fürchten Ausschreitungen und haben bereits zahlreichen Teilnehmern die Einreise verweigert. Aus Furcht vor Anschlägen wurde der Luftraum über Florenz gesperrt.

Das Treffen, an dem auch mehr als 1000 Deutsche teilnehmen wollen, versteht sich als Folgekonferenz des «Weltsozialforums» Anfang des Jahres in Porto Alegre in Brasilien. Hautthemen sind «Krieg und Frieden», «Globalisierung und Neoliberalismus» sowie «Bürgerrechte und Demokratie». Zu einer Demonstration am Samstag werden bis zu 200.000 Teilnehmer erwartet.

Um gewaltbereite Extremisten fern zu halten, haben die italienischen Behörden das Schengen-Abkommen bis zum Konferenzende am Sonntag aufgehoben. Seit dem vergangenen Wochenende führt Italien an den Grenzen zu Österreich, der Schweiz und Frankreich wieder Grenzkontrollen durch. Die Veranstalter werteten dies als «bewussten Versuch, die Konferenz zu kriminalisieren».

Der italienischen Regierung geht es vor allem darum, blutige Zusammenstöße wie am Rande des G-8-Gipfels im Juli 2001 in Genua zu verhindern: Damals erschoss ein Polizist einen jungen Italiener, mehr als 200 junge Leute wurden bei den Ausschreitungen verletzt.

In Florenz sind über 6000 Sicherheitskräfte im Einsatz. Sie sollen auch die Museen und die Denkmäler der Toskana-Metropole schützen. Zeitweise hatte die Regierung erwogen, die Konferenz zu verbieten. Jetzt hieß es, die Museen in Florenz sollten geöffnet bleiben.

In Hunderten von Workshops und Seminaren sollen Probleme wie die zunehmende Verarmung in der Dritten Welt, die Zerstörung der Umwelt sowie «die Diktatur der ungehemmten Finanz- und Warenströme» untersucht werden. Das Moto der Veranstaltung heißt: «Für eine bessere Welt, für ein anderes Europa». Auch zahlreiche Gewerkschafter und Vertreter von Linksparteien wollen nach Florenz kommen.

 

 Mehr Informationen:

Europäisches Sozialforum

vista verde: Globalisierung


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