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Experten: Klimaschutzziele sind gefährdet
oder werden ganz verfehlt
Die deutschen Klimaschutzziele
sind nach Experten- Berechnungen gefährdet oder werden ganz
verfehlt. Nicht mehr erreichbar ist nach der Prognose das nationale
Klimaschutzziel.
Berlin (dpa) - Das nationale Klimaschutzziel
sieht eine Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes bis 2005
um 25 Prozent gegenüber 1990 vor. Das internationale Kyoto-Ziel,
in dessen Rahmen Deutschland bis 2012 die Emission von sechs Treibhausgasen
um 21 Prozent vermindern muss, ist demnach gefährdet. Die
Prognose der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung
(GWS) basiert auf Daten der am Dienstag in Berlin vorgestellten
«Umweltökonomischen Gesamtrechnungen 2002» des
Statistischen Bundesamtes.
Mit Blick auf das internationale
Klimaschutzabkommen von Kyoto widersprach Umweltminister Jürgen
Trittin (Grüne) der GWS-Prognose. Er verwies darauf, dass
Deutschland nur noch 2 Prozentpunkte von der 21-Prozent-Marke
entfernt ist.
Nach den Berechnungen des Statistischen
Bundesamtes (Destatis) gab es im vergangenen Jahrzehnt einen Rückgang
der Umweltbelastungen, obwohl zugleich die Wirtschaftsleistung
stieg. Destatis-Präsident Johann Hahlen warnte allerdings,
insbesondere bei der Siedlungs- und Verkehrsfläche wäre
eine deutliche Trendumkehr notwendig. In den vergangenen Jahren
seien durchschnittlich 124 Hektar - das entspricht einer Fläche
von knapp 170 Fußballfeldern - pro Tag versiegelt worden.
Den Destatis-Berechnungen zufolge
ging der Rohstoffverbrauch von 1991 bis 2001 um durchschnittlich
0,4 Prozent pro Jahr zurück. Der Energieverbrauch sank von
1990 bis 2001 um durchschnittlich 0,3 Prozent jährlich. Noch
deutlicher verringerten sich die Luftemissionen zwischen 1990
und 2000 um jährlich 6,5 Prozent bei den Luftschadstoffen
und um jährlich 2,1 Prozent bei den Treibhausgasen.
Trittin sagte mit Blick auf das
internationale Klimaschutzabkommen von Kyoto: «Wenn wir
unsere Strategie zur CO2-Minderung konsequent fortsetzen, werden
wir dieses Ziel also nicht nur erreichen, sondern sogar noch übertreffen.»
Die Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes zeigten aber, «dass
das Erreichen unserer anspruchsvollen umweltpolitischen Ziele
kein Selbstläufer ist und ein "weiter so" nicht
ausreicht», sagte Trittin.
GWS-Geschäftsführer
Bernd Meyer verwies darauf, dass in der Prognose zu den Klimaschutz-Zielen
«geplante, aber noch nicht im Detail festgelegte Maßnahmen»
unberücksichtigt seien. Das betrifft etwa die Lkw-Maut, der
CO2-Emissionshandel und mögliche weitere Verschärfungen
der Ökosteuer.
Angesichts der abnehmenden Umweltbelastungen
bei gleichzeitigem Anstieg der Wirtschaftsleistung (zwischen 1991
und 2001 jährlich um durchschnittlich 1,5 Prozent) sagte
Destatis-Präsident Hahlen: «Das heißt, es ist
für die genannten Indikatoren gelungen, Wirtschaftswachstum
und Naturverbrauch zu entkoppeln. Um die Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie
der Bundesrepublik Deutschland zu erfüllen, reicht diese
Entkopplung allerdings nicht aus.»
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