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- 05.11.2002 -

 

 

 

 

 

Experten: Klimaschutzziele sind gefährdet oder werden ganz verfehlt

Die deutschen Klimaschutzziele sind nach Experten- Berechnungen gefährdet oder werden ganz verfehlt. Nicht mehr erreichbar ist nach der Prognose das nationale Klimaschutzziel.

Berlin (dpa) - Das nationale Klimaschutzziel sieht eine Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes bis 2005 um 25 Prozent gegenüber 1990 vor. Das internationale Kyoto-Ziel, in dessen Rahmen Deutschland bis 2012 die Emission von sechs Treibhausgasen um 21 Prozent vermindern muss, ist demnach gefährdet. Die Prognose der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) basiert auf Daten der am Dienstag in Berlin vorgestellten «Umweltökonomischen Gesamtrechnungen 2002» des Statistischen Bundesamtes.

Mit Blick auf das internationale Klimaschutzabkommen von Kyoto widersprach Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) der GWS-Prognose. Er verwies darauf, dass Deutschland nur noch 2 Prozentpunkte von der 21-Prozent-Marke entfernt ist.

Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) gab es im vergangenen Jahrzehnt einen Rückgang der Umweltbelastungen, obwohl zugleich die Wirtschaftsleistung stieg. Destatis-Präsident Johann Hahlen warnte allerdings, insbesondere bei der Siedlungs- und Verkehrsfläche wäre eine deutliche Trendumkehr notwendig. In den vergangenen Jahren seien durchschnittlich 124 Hektar - das entspricht einer Fläche von knapp 170 Fußballfeldern - pro Tag versiegelt worden.

Den Destatis-Berechnungen zufolge ging der Rohstoffverbrauch von 1991 bis 2001 um durchschnittlich 0,4 Prozent pro Jahr zurück. Der Energieverbrauch sank von 1990 bis 2001 um durchschnittlich 0,3 Prozent jährlich. Noch deutlicher verringerten sich die Luftemissionen zwischen 1990 und 2000 um jährlich 6,5 Prozent bei den Luftschadstoffen und um jährlich 2,1 Prozent bei den Treibhausgasen.

Trittin sagte mit Blick auf das internationale Klimaschutzabkommen von Kyoto: «Wenn wir unsere Strategie zur CO2-Minderung konsequent fortsetzen, werden wir dieses Ziel also nicht nur erreichen, sondern sogar noch übertreffen.» Die Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes zeigten aber, «dass das Erreichen unserer anspruchsvollen umweltpolitischen Ziele kein Selbstläufer ist und ein "weiter so" nicht ausreicht», sagte Trittin.

GWS-Geschäftsführer Bernd Meyer verwies darauf, dass in der Prognose zu den Klimaschutz-Zielen «geplante, aber noch nicht im Detail festgelegte Maßnahmen» unberücksichtigt seien. Das betrifft etwa die Lkw-Maut, der CO2-Emissionshandel und mögliche weitere Verschärfungen der Ökosteuer.

Angesichts der abnehmenden Umweltbelastungen bei gleichzeitigem Anstieg der Wirtschaftsleistung (zwischen 1991 und 2001 jährlich um durchschnittlich 1,5 Prozent) sagte Destatis-Präsident Hahlen: «Das heißt, es ist für die genannten Indikatoren gelungen, Wirtschaftswachstum und Naturverbrauch zu entkoppeln. Um die Ziele der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesrepublik Deutschland zu erfüllen, reicht diese Entkopplung allerdings nicht aus.»

 

  vista verde special: Klimagipfel in Neu Delhi

 Mehr Informationen:

Umweltökonomische Gesamtrechnungen 2002

GWS

BMU: Klimaschutz

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