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Warnung vor Klimawandel:
UN-Konferenz in Neu Delhi eröffnet
Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen
hat in der indischen Hauptstadt Neu Delhi eine neue Verhandlungsrunde
zum weltweiten Klimaschutz begonnen.
Neu Delhi (dpa) - Der Klimawandel
wirke sich bereits auf das Leben auf der Erde aus und sei besonders
für ärmere Länder ein großes Risiko, sagte
der Konferenzpräsident, Indiens Umweltminister T.R. Baalu,
zum Auftakt der zehntägigen UN-Tagung am Mittwoch vor rund
3000 Delegierten aus mehr als 180 Ländern. Das Kyoto-Protoll
zur Verminderung von Treibhausgasen müsse so schnell wie
möglich in Kraft treten und umgesetzt werden.
«Häufige Fluten und
Dürren haben ernste Folgen», warnte Baalu. In Entwicklungsländern
steige auf Grund drohender negativer Folgen der Erderwärmung
das Armuts- und Hungerrisiko. Deshalb müssten Klimaschutz
und umweltgerechte Entwicklung miteinander verknüpft werden.
Dazu werde zum Abschluss der Konferenz eine «Deklaration
von Neu Delhi» verabschiedet.
Trotz aller Weichenstellungen
auf den vorangegangen Konferenzen in Bonn und Marrakesch ist das
Kyoto-Protokoll von 1997 immer noch nicht in Kraft. Dazu fehlt
nach dem Ausstieg der USA von den Kyoto- Vereinbarungen noch die
Teilnahme Russlands. In Neu Delhi soll dafür der Weg freigemacht
werden.
Daneben wird darüber beraten,
wie in den einzelnen Ländern eine Verminderung der Treibhausgase
erreicht werden soll. Dabei können auch der Handel mit so
genannten Emissionsrechten und klimafreundliche Projekte in Entwicklungsländern
(wie Aufforstungen oder Anlagen mit erneuerbarer Energie) angerechnet
werden. Umweltverbände mahnten, hierbei zu echten Reduktionen
zu kommen.
Die Perspektiven für den
weiteren Klimaschutz sollen in Neu Delhi ebenfalls sondiert werden.
Das Kyoto-Protokoll reicht nur bis 2012 und zieht bislang nur
Industriestaaten in die Verantwortung. Sie müssen ihre wichtigsten
Treibhausgase bis 2012 um durchschnittlich 5,2 Prozent (im Vergleich
zu 1990) verringern. Entwicklungs- und vor allem Schwellenländer
sollen nach 2012 in die Pflicht genommen werden.
Nach ihrer Abkehr vom Kyoto-Protokoll
sind die USA wie bereits auf den vorherigen Konferenzen auch in
Neu Delhi zwar mit einer Delegation präsent. Sie sehen sich
selbst aber nur in der Rolle eines Beobachters, der nicht in das
Verhandlungsgeschehen eingreift. Nach den Vorverhandlungen auf
Beamtenebene wird Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne)
zum Ministerteil der Konferenz Mitte nächster Woche nach
Indien reisen.
vista verde special: Klimagipfel
in Neu Delhi
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