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- 04.10.2002 -

 

 

 

 

UN-Konferenz: Weitere Kontrolle des Chemikalienhandels beschlossen

Der weltweite Handel mit giftigen Chemikalien und Pflanzenschutzmitteln wird weiter eingeschränkt. Das beschloss eine UN-Konferenz am Freitag in Bonn.

Bonn (dpa) - Das vor allem in Asien etwa beim Baumwoll- und Reisanbau verbreitet eingesetzte Insektizid Monocrotophos kommt neu auf die internationale Kontrollliste. Zugleich wurden die Weichen für eine strenge Kontrolle des Asbest- Handels sowie für weitere drei Pflanzenschutzmittel gestellt.

Auf der fünftägigen Konferenz hatten Regierungsvertreter aus mehr als 100 Ländern auf der Grundlage des Rotterdamer Übereinkommens (PIC-Konvention) von 1998 beraten. Es sieht kein Herstellungsverbot vor, sondern nur eine Kontrolle des Handels. Gefährliche Substanzen dürfen nur dann exportiert werden, wenn die Empfängerländer zuvor über die Risiken informiert wurden und einem Import ausdrücklich zugestimmt haben.

Das Übereinkommen hat bislang jedoch nur freiwilligen Charakter. Es ist völkerrechtlich noch nicht in Kraft, da es bisher nur von 34 Ländern - darunter von Deutschland als einem der Vorreiter - ratifiziert wurde. Notwendig sind aber 50 Länder. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) appellierte an die noch zögerlichen fast 100 Unterzeichnerstaaten, das Übereinkommen möglichst bald zu ratifizieren. Die Ergebnisse von Bonn wertete er als «wichtigen Schritt zu mehr Sicherheit im Umgang mit Chemikalien».

Nach Erkenntnissen von PIC-Experten ist das Insektenbekämpfungsmittel Monocrotophos für Tiere wie Menschen gefährlich. Es schädigt das zentrale Nervensystem und kann zu Schwindel und Durchfall bis hin zum Tod führen. Für Landarbeiter und Bauern ohne Schutzkleidung in Entwicklungsländern sei es eine große Gefahr, erläuterte Experte Reiner Arndt. Das Mittel, das in Deutschland nicht zugelassen ist, werde von etwa einem Dutzend Firmen hergestellt und vertrieben.

Asbest soll auf der nächsten PIC-Konferenz im November 2003 in Genf endgültig in die Kontrollliste aufgenommen werden. Der feuerfeste Dämmstoff, der unter anderem noch in den USA, Kanada und Brasilien hergestellt wird, gilt als Krebs erregend. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass jährlich immer noch 100 000 Menschen weltweit durch Asbest sterben.

Bisher standen 26 Pflanzenschutzmittel und fünf Industriechemikalien auf der PIC-Kontrollliste. Dazu zählen die Pestzide Aldrin, DDT und Pentachlorphenol sowie Polychlorierte Biphenyle (PCB), die in der EU verboten sind.

 

 Mehr Informationen:

BMU: Hintergrundpapier (PDF)

UNEP: Chemicals

PIC

vista verde: Umweltgifte


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