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UN-Konferenz: Weitere Kontrolle des Chemikalienhandels
beschlossen
Der weltweite Handel mit giftigen
Chemikalien und Pflanzenschutzmitteln wird weiter eingeschränkt.
Das beschloss eine UN-Konferenz am Freitag in Bonn.
Bonn (dpa) - Das vor allem in
Asien etwa beim Baumwoll- und Reisanbau verbreitet eingesetzte
Insektizid Monocrotophos kommt neu auf die internationale Kontrollliste.
Zugleich wurden die Weichen für eine strenge Kontrolle des
Asbest- Handels sowie für weitere drei Pflanzenschutzmittel
gestellt.
Auf der fünftägigen Konferenz hatten Regierungsvertreter
aus mehr als 100 Ländern auf der Grundlage des Rotterdamer
Übereinkommens (PIC-Konvention) von 1998 beraten. Es sieht
kein Herstellungsverbot vor, sondern nur eine Kontrolle des Handels.
Gefährliche Substanzen dürfen nur dann exportiert werden,
wenn die Empfängerländer zuvor über die Risiken
informiert wurden und einem Import ausdrücklich zugestimmt
haben.
Das Übereinkommen hat bislang
jedoch nur freiwilligen Charakter. Es ist völkerrechtlich
noch nicht in Kraft, da es bisher nur von 34 Ländern - darunter
von Deutschland als einem der Vorreiter - ratifiziert wurde. Notwendig
sind aber 50 Länder. Bundesumweltminister Jürgen Trittin
(Grüne) appellierte an die noch zögerlichen fast 100
Unterzeichnerstaaten, das Übereinkommen möglichst bald
zu ratifizieren. Die Ergebnisse von Bonn wertete er als «wichtigen
Schritt zu mehr Sicherheit im Umgang mit Chemikalien».
Nach Erkenntnissen von PIC-Experten
ist das Insektenbekämpfungsmittel Monocrotophos für
Tiere wie Menschen gefährlich. Es schädigt das zentrale
Nervensystem und kann zu Schwindel und Durchfall bis hin zum Tod
führen. Für Landarbeiter und Bauern ohne Schutzkleidung
in Entwicklungsländern sei es eine große Gefahr, erläuterte
Experte Reiner Arndt. Das Mittel, das in Deutschland nicht zugelassen
ist, werde von etwa einem Dutzend Firmen hergestellt und vertrieben.
Asbest soll auf der nächsten
PIC-Konferenz im November 2003 in Genf endgültig in die Kontrollliste
aufgenommen werden. Der feuerfeste Dämmstoff, der unter anderem
noch in den USA, Kanada und Brasilien hergestellt wird, gilt als
Krebs erregend. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt,
dass jährlich immer noch 100 000 Menschen weltweit durch
Asbest sterben.
Bisher standen 26 Pflanzenschutzmittel
und fünf Industriechemikalien auf der PIC-Kontrollliste.
Dazu zählen die Pestzide Aldrin, DDT und Pentachlorphenol
sowie Polychlorierte Biphenyle (PCB), die in der EU verboten sind.
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