|
Johannesburg:
Deklaration des Weltgipfels für
nachhaltige Entwicklung
Der Wortlaut der Deklaration,
die die Staatsoberhäupter auf dem Weltgipfel für nachhaltige
Entwicklung in Johannesburg verabschiedet haben.
Johannesburg (dpa) - Auf dem
Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung wurde eine Deklaration
verabschiedet, die nach einer dpa-eigenen Übersetzung stark
gekürzt folgende Vereinbarungen enthält:
«Wir, die Repräsentanten
der Menschen in der Welt, erneuern unsere Verpflichtung zur nachhaltigen
Entwicklung.
Wir verpflichten uns, eine menschliche,
gerechte und fürsorgliche Weltgemeinschaft zu bauen, die
vor allem die menschliche Würde für alle berücksichtigt.
Wir gehen von einer gemeinsamen
Verantwortung für die Grundpfeiler der nachhaltigen Entwicklung
aus: wirtschaftliche Entwicklung, soziale Entwicklung und Schutz
der Umwelt, und zwar auf lokaler, nationaler, regionaler und weltweiter
Ebene.
Zwischen Rio und Johannesburg
hatten sich die Nationen zu vielen großen Konferenzen getroffen,
darunter der Monterrey-Konferenz für Entwicklungshilfe und
der Welthandelskonferenz von Doha. Diese Konferenzen haben eine
umfassende Vision für die Zukunft der Menschheit gegeben.
Wir erkennen an, dass Armutsbekämpfung,
die Änderung der Konsum- und Produktionsgewohnheiten und
der Schutz der natürlichen Ressourcen essenziell für
die nachhaltige Entwicklung sind.
Die Globalisierung hat eine neue
Dimensionen der Herausforderungen geschaffen. Das schnelle Zusammenwachsen
der Märkte, die Bewegung des Kapitals und der starke Zuwachs
an Investitionsflüssen in der Welt haben neue Herausforderungen
und Möglichkeiten für die nachhaltige Entwicklung gebracht.
Aber Nutzen und Kosten sind ungleich verteilt.
Wenn wir nicht so handeln, dass
das Leben der Armen geändert wird, werden diese Vertrauen
in ihre Repräsentanten und in demokratische Systeme verlieren.
Wir bekräftigen, dass die
Emanzipation der Frauen in alle Aktivitäten einbezogen ist,
inklusive der Agenda 21, der Millenniums-Deklaration und des Johannesburg-Aktionsplans.
Wir rufen die Länder, die
dies noch nicht getan haben, zu konkreten Anstrengungen auf, die
international vereinbarte Höhe der Entwicklungshilfe zu erreichen.
Wir stimmen darin überein,
dass kleine und große Unternehmen die Pflicht haben, zur
Entwicklung von gerechten und nachhaltigen Gemeinschaften und
Gesellschaften beizutragen.
Wir stimmen darin überein,
dass es einen Bedarf gibt, dass die Firmen sich der Unternehmenshaftung
stellen. Das sollte innerhalb eines transparenten und stabilen
Regelwerks geschehen.
Wir verpflichten uns weiterhin
zu einem Prozess, der in regelmäßigen Abständen
die Fortschritte beim Erreichen unserer Ziele zur nachhaltigen
Entwicklung misst.
Wir verpflichten uns, zusammen
zu handeln bei dem gemeinsamen Ziel, unseren Planeten zu retten,
die menschliche Entwicklung zu fördern sowie weltweiten Wohlstand
und Frieden zu erreichen.
Wir verpflichten uns auf den
Johannesburg-Aktionsplan und darauf, die darin enthaltenen zeitlichen,
sozioökonomischen und Umwelt schützenden Ziele möglichst
rasch zu erreichen.»
|