|
Elbe: Stellenweise hohe Schadstoffbelastung
in überschwemmten Regionen
Das Umweltforschungszentrum
Leipzig-Halle (ufz) hat in den überschwemmten Hochwasserregionen
Sachsens und Sachsen- Anhalts stellenweise bedenklich hohe Schadstoffbelastungen
festgestellt.
Leipzig (dpa) - «Wie sich
aus analytischen Untersuchungen ergab, überschreiten die
Arsen-, Nickel- und Bleikonzentrationen in einigen untersuchten
Bereichen den Prüfwert der Bodenschutzverordnung für
Kinderspielplätze und Wohngebiete», sagte Gewässerforscher
Wolf von Tümpling am Donnerstag in Leipzig. Einige der gefundenen
Substanzen seien auch auf längere Zeit nicht abbaubar.
Nach Aussage von Analytiker Rainer
Wennrich kann jedoch keine generelle Entwarnung oder Warnung gegeben
werden. Auf Grund der geringen Zahl an Stichproben konnten die
Wissenschaftler keinen Rückschluss auf die Größe
der belasteten Areale ziehen. Seit Mitte August hatte eine Forschergruppe
an 45 Stellen entlang von Elbe und Mulde Schlamm- und Wasserproben
entnommen.
Mit dem weiteren Abfließen
des Elbhochwassers ist in Sachsen-Anhalt weitgehend Entwarnung
für das gefährdete Dessau-Wörlitzer Gartenreich
gegeben worden. Allerdings floss durch das Gewässersystem
des Parks noch immer schwarze Fäkalienbrühe.
Im zum UNESCO-Welterbe zählenden
Wörlitzer Park bemühten sich Experten, das Kippen des
empfindlichen biologischen Gleichgewichts durch verschmutztes
Grundwasser zu verhindern. Sie setzten Pumpen, Umwälzsysteme
und reinen Sauerstoff ein.
In dem ehemaligen Tagebaurestloch
Goitzsche nahe Bitterfeld hat die Flut zu einer Verschlechterung
der Wassergüte geführt. Der Hochwassereinbruch habe
einen Phosphorschub ausgelöst, der ein starkes Algenwachstum
auslöste.
Nicht bestätigen konnten
die Wissenschaftler indes die Verschmutzung der Elbe durch das
tschechische Chemiewerk «Spolana». Die Leitung des
Werkes in Neratovice hatte zuvor eingeräumt, dass das jüngste
Hochwasser auch Krebs erregende Stoffe in den Fluss gespült
habe.
Das Umweltministerium in Sachsen-Anhalt
teilte unterdessen mit, die Wasserqualität von Elbe und Mulde
habe sich weiter verbessert. Die Konzentration an Bakterien stieg
demnach allerdings leicht.
|