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- 05.09.2002 -

 

 

 

 

 

Elbe: Stellenweise hohe Schadstoffbelastung in überschwemmten Regionen

Das Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle (ufz) hat in den überschwemmten Hochwasserregionen Sachsens und Sachsen- Anhalts stellenweise bedenklich hohe Schadstoffbelastungen festgestellt.

Leipzig (dpa) - «Wie sich aus analytischen Untersuchungen ergab, überschreiten die Arsen-, Nickel- und Bleikonzentrationen in einigen untersuchten Bereichen den Prüfwert der Bodenschutzverordnung für Kinderspielplätze und Wohngebiete», sagte Gewässerforscher Wolf von Tümpling am Donnerstag in Leipzig. Einige der gefundenen Substanzen seien auch auf längere Zeit nicht abbaubar.

Nach Aussage von Analytiker Rainer Wennrich kann jedoch keine generelle Entwarnung oder Warnung gegeben werden. Auf Grund der geringen Zahl an Stichproben konnten die Wissenschaftler keinen Rückschluss auf die Größe der belasteten Areale ziehen. Seit Mitte August hatte eine Forschergruppe an 45 Stellen entlang von Elbe und Mulde Schlamm- und Wasserproben entnommen.

Mit dem weiteren Abfließen des Elbhochwassers ist in Sachsen-Anhalt weitgehend Entwarnung für das gefährdete Dessau-Wörlitzer Gartenreich gegeben worden. Allerdings floss durch das Gewässersystem des Parks noch immer schwarze Fäkalienbrühe.

Im zum UNESCO-Welterbe zählenden Wörlitzer Park bemühten sich Experten, das Kippen des empfindlichen biologischen Gleichgewichts durch verschmutztes Grundwasser zu verhindern. Sie setzten Pumpen, Umwälzsysteme und reinen Sauerstoff ein.

In dem ehemaligen Tagebaurestloch Goitzsche nahe Bitterfeld hat die Flut zu einer Verschlechterung der Wassergüte geführt. Der Hochwassereinbruch habe einen Phosphorschub ausgelöst, der ein starkes Algenwachstum auslöste.

Nicht bestätigen konnten die Wissenschaftler indes die Verschmutzung der Elbe durch das tschechische Chemiewerk «Spolana». Die Leitung des Werkes in Neratovice hatte zuvor eingeräumt, dass das jüngste Hochwasser auch Krebs erregende Stoffe in den Fluss gespült habe.

Das Umweltministerium in Sachsen-Anhalt teilte unterdessen mit, die Wasserqualität von Elbe und Mulde habe sich weiter verbessert. Die Konzentration an Bakterien stieg demnach allerdings leicht.

 

 Mehr Informationen:

UFZ Leipzig-Halle


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