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Was tun nach Johannesburg? - Handeln!
Zwei klare Ergebnisse hat der
Weltgipfel in Johannesburg gebracht: Armutsbekämpfung und
Umweltschutz können nur gelingen, wenn sich Politiker, Unternehmer
und Bürger gemeinsam dafür einsetzen.
Johannesburg (dpa) - Und jeder
Wohlhabende hat die Chance, sich zu einem nachhaltig wirtschaftenden
Menschen zu entwickeln. Auf dem Weltgipfel wurde dazu eine bunte
Palette von Hilfen vorgestellt:
Energie
Jeder Mensch hat die Möglichkeit,
die von ihm verursachten Treibhausgase zu kompensieren. Der Kohlendioxid-Rechner
im Internet rechnet unter www.klimabalance.de
auf Grund der Lebensführung den jeweiligen Kohlendioxidausstoß
aus. Er gibt einen Spenden-Betrag an, mit dem das Aktionsprogramm
Projekte zum Einsatz erneuerbarer Energien unterstützt. Auch
die deutsche Delegation flog so bereits kohlendioxid-neutral zum
Gipfel. Sie unterstützte mit 10.000 Euro den Bau von Energiespar-Häusern
in Südafrika.
Fünf Dollar pro Flugstunde
kostet das «Climate-Ticket»
einer Schweizer Studenteninitiative. Mit den ersten Einnahmen
wurde die Dieselheizung einer Schule in Costa Rica durch Sonnenenergie
ersetzt. Das spart pro Jahr 50.000 Liter Heizöl.
Entwicklungshilfe
Bereits in einer UN-Deklaration
von 1970 und erneut auf dem Erdgipfel in Rio versprachen die Industriestaaten,
ihre Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Bruttosozialprodukts
zu steigern. 0,7 Prozent entspricht bei einem Bruttoeinkommen
von 3000 Euro einer Spende
von 21 Euro pro Monat.
Fischerei
Wenig überfischt
aber gut beobachtet wird derzeit der Bestand des Nordseeherings.
Dagegen hat sich der Makrelen-Bestand in der Nordsee noch nicht
erholt. Da ist es besser, Atlantik-Makrelen zu essen. Shrimps
werden heute oft in Aqua-Farmen gezüchtet, die nur wenige
Arbeitsplätze schaffen, aber ganze Mangrovenwälder zerstören.
Handel
Bananen, Kaffee, Schokolade,
Wein - Produkte, für die Arbeiter in Entwicklungsländern
einen fairen
Preis erhalten, gibt es in vielen Weltläden. Im Vorfeld
des Gipfels hatte der Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung ein
Pilotprojekt
für umweltfreundliche Waren gestartet.
Konsumverhalten
Erdbeeren im Winter und Reisen
in die Karibik - die globalen Folgen unseres Lebensstils haben
400 Autoren aus 12 europäischen Ländern für das
Online-Magazin für europäische Konsumenten «Yomag»
untersucht. Der WWF hat einen spielerischen Persönlichkeitstest,
den "Footprint"
entwickelt, bei dem man sein Klimaverhalten überprüfen
kann.
Wälder
Das Holzsiegel
FSC
garantiert, dass beim Holzabbau die Umwelt sowie die Rechte der
Arbeiter und Waldbewohner berücksichtigt wurden. Baumärkte
und Möbelläden bieten laut World Wide Fund for Nature
(WWF)
weltweit mehr als 20.000 verschiedene Produkte mit dem Siegel
an, Tische ebenso wie Bretter.
Wasser, Boden, Luft
Die umweltfreundlichsten Chemikalien
sind solche, die gar nicht erst entstehen. Zumindest in Deutschland
gibt es chlorfrei gebleichtes Papier, ungespritztes Gemüse
und biologisch erzeugten Kaffee zu kaufen.
Wüsten
Gründe für die Wüstenbildung
sind unter anderem die Abholzung, Überweidung und Auslaugung
des Bodens. Eine Hauptursache dafür ist die steigende Zahl
der Menschen. Nach Auskunft der Deutschen
Stiftung Weltbevölkerung haben mehr als 300 Millionen
Paare in Entwicklungsländern keinen Zugang zu Verhütung.
Die Stiftung in Hannover unterstützt unter anderem Aufklärung
und Verhütung in diesen Staaten.
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