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- 23.08.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Johannesburg: Stress, Papierberge und schwindender Überblick

Die am kommenden Montag beginnende größte UN-Konferenz der Geschichte drückt Südafrika bereits spürbar den Stempel auf. Schon jetzt fällt es den Teilnehmern schwer, noch alles zu überblicken.

Von Ralf E. Krüger, dpa

Johannesburg (dpa) - Seit Wochenbeginn haben Tausende von Pressesprechern, Hilfswerk-Managern Umweltaktivisten und Diplomaten die Metropole Johannesburg in einen einzigartigen Marktplatz der Ideen und Konzepte verwandelt. Rund 7000 Organisationen - vom Blinden-Hilfswerk bis zu den «Freunden der Erde» - erörtern auf dem Treffen der regierungsunab- hängigen Hilfswerke Themen wie Umwelthaftung, Rechte der Urvölker oder Bio-Piratentum.

Richter, Bürgermeister, Häuptlinge und Naturheiler arbeiten an einem Programm, das dem UN-Weltgipfel als Aktionsplan vorgelegt werden soll. Die zentralen Veranstaltungen finden auf dem bei Soweto gelegenen NASREC-Konferenzgelände statt, aber auch in anderen Städten. Allein auf dem weitläufigen NASREC-Gelände sind es täglich 90 Konferenzen und Symposien, die durch Info-Aktionen an mehreren 100 Ständen ergänzt werden. Kein Wunder, dass selbst den Organisatoren in Johannesburg - zum Gipfel eigens zum Markenzeichen «Jo'burg» umbenannt - längst die Übersicht abhanden zu kommen droht.

Es ist die Masse, die erschlägt. «Ich finde es jetzt schon schwer, noch alles zu überblicken», klagt Greenpeace-Sprecher Björn Jettka, der jeden Morgen erst einmal meterlange Mails und Erklärungen lesen muss. Die für Greenpeace so wichtige Umwelthaftung wurde auf einer Sonderkonferenz debattiert - wo, wusste niemand so recht zu sagen. Organisationen wie die Heinrich-Böll-Stiftung bemühen sich redlich, angesichts der anschwellenden Papierberge Hilfestellung zu geben. «Es ist schade, denn auf den Neben-Veranstaltungen passieren oft weitaus interessantere Dinge als auf Diskussionsforen», klagt Jettka.

Eine dieser Veranstaltungen fand am Freitag fast 100 Kilometer außerhalb Johannesburgs in einer Lodge bei dem Ort Kameeldrift (Kamelweide) statt. Die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützte 7. Internationale Seen-Konferenz (Living Lake Conference) mit 120 Wasserexperten tagte dort - Klaus Töpfer, Chef des UN-Umweltprogramms (UNEP), war einer der Redner. Er zeigte sich als Befürworter des Mega-Treffens. «Sehr wahrscheinlich wird es nach dem Gipfel Enttäuschung und Kritik geben, ähnlich wie damals in Rio. Aber es wäre unverantwortlich, deswegen zu resignieren.»

Ihm sei ein Gipfelende mit realistischen Zielen lieber als eins mit sehr hohen, aber unerreichbaren Zielen. «Es geht nicht darum, hochfliegende Visionen zu kultivieren, sondern um das Gipfel-Motto: «Make it happen» (Lass es geschehen). Ziel der Konferenz ist es, Beschlüsse vorangegangener internationaler Treffen umzusetzen. Der Menschheit sollen konkrete Lösungsmodelle für ihre grundlegenden Probleme sowie eine bessere Bewirtschaftung der Erde geboten werden, Armut und Wassermangel sollen bekämpft, der Welthandel fairer gestaltet werden. Ob das Ziel erreicht wird, ist angesichts noch vieler offener Streitpunkte nach wie vor fraglich.

Sicher ist bereits die Produktion tonnenschwerer, wortgewaltiger Erklärungen und Manifeste. Allein für den UN-Gipfel schätzt der Leiter des Dokumentationszentrums den Papier-Ausstoß während der zehntägigen Veranstaltung auf 10 Millionen Seiten.

 

         vista verde special: Weltgipfel in Johannesburg

vista verde special: Weltgipfel in Johannesburg

 Mehr Informationen:

Living Lakes

UNEP

vista verde:
special zum Welgipfel


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