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- 23.08.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weltgipfel: Forum der NGOs in Johannesburg eröffnet

Drei Tage vor dem Beginn des UN-Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung ist am Freitag in Johannesburg das Paralleltreffen der regierungsunabhängigen Organisationen (NGO) feierlich eröffnet worden. Zu dem NGO-Forum werden offiziell 40.000 Teilnehmer erwartet.

Johannesburg (dpa) - Die Zahl der Akkreditierten lag allerdings am Freitagabend erst bei 18.000. «Wir erwarten am Wochenende einen großen Schub, so dass wir am Montag wohl zwischen 35.000 und 40.000 Akkreditierungen haben dürften», sagte Sprecher Muzi Khumalo der dpa.

Der Weltgipfel und das erstmals bei einer solchen UN-Veranstaltung parallel organisierte Spitzentreffen von Hilfsgruppen, Verbänden und auch Unternehmen findet angesichts erwarteter Proteste sowie der zeitlichen Nähe zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 unter scharfen Sicherheitsbestimmungen statt. Aus Protest gegen die Festnahme von 73 Mitgliedern von Südafrikas Landlosen-Bewegung, die gegen die schleppende Umsetzung einer Landreform demonstrierten, gab es bereits erste Boykott-Aufrufe gegen den Gipfel.

Angesichts erster skeptischer Stimmen erklärte am Freitag der Chef des UN-Umweltprogramms (UNEP), Klaus Töpfer: «Das Ziel ist keine große Erklärung, sondern konkretes Vorwärtskommen, Schritt für Schritt.» Exakte Zeitpläne und deren Überwachung seien wichtig - auch bei industriellen Partnern, die sich dem Ziel nachhaltiger Entwicklung anschließen wollten.

Auf einer internationalen Seen-Konferenz in Kameeldrift (bei Pretoria) forderte Töpfer eine Verbindung zwischen sozialer Komponente und Umweltschutz. Zum Reizthema Globalisierung - einem der absehbaren Streitpunkte - meinte er: «Wir erleben mehr und mehr, dass die Menschen für die Globalisierung nicht den Preis der Einförmigkeit zahlen wollen.»

Auch in Deutschland riefen mehrere Gruppen dazu auf, bei der Konferenz verbindliche Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und zum Umweltschutz zu verabschieden. Sie forderten außerdem global gültige soziale und ökologische Regeln sowie Menschenrechts-Bestimmungen für multinationale Konzerne.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte eine rasche Einigung in strittigen umweltpolitischen Fragen. Tief greifende Konflikte zwischen einzelnen Ländern sollten noch an diesem Wochenende bei einem Krisentreffen im Vorfeld des Gipfels beigelegt werden. Er dürfe nicht an nationalen Interessen scheitern. Greenpeace setzt sich für eine Wende in der globalen Umweltpolitik sowie Vereinbarungen über ein weltweites Umwelthaftungsrecht ein.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Amnesty International und die Gruppe Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung (WEED) forderten eine verbindliche internationale Konvention zur Unternehmensverantwortung. In ihr sollten ethische Standards für wirtschaftliches Handeln festgelegt sein. Dazu gehöre die Verpflichtung der Firmen, über ökologische und soziale Folgen ihrer Tätigkeit öffentlich Bericht zu erstatten. In Streitfällen müssten Betroffene Unternehmen auch in deren Heimatländern verklagen können.

In einer gemeinsamen Erklärung kritisierten die Organisationen, die Entwicklung in vielen Ländern sei gefährdet durch gravierende Menschenrechtsverletzungen unter Beteiligung multinationaler Konzerne. Ein Umwelthaftungs-Projekt der Bundesregierung für den Weltgipfel scheiterte kürzlich. Es sah eine stärkere Berücksichtigung von Umweltschutz-Aspekten bei Auslandsinvestitionen vor. Der Bundesverband der Deutschen Industrie unterschrieb die ausgehandelte Selbstverpflichtung aber nicht. Der Worldwide Fund for Nature (WWF) Deutschland forderte die Europäische Union und vor allem die deutsche Delegation auf, auf dem Gipfel eine Führungsrolle einzunehmen.

 

         vista verde special: Weltgipfel in Johannesburg

vista verde special: Weltgipfel in Johannesburg

 Mehr Informationen:

Kampagne: Globale Gerechtigkeit ökologisch gestalten

vista verde:
special zum Welgipfel


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