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Weltgipfel: Forum der NGOs in Johannesburg
eröffnet
Drei Tage vor dem Beginn des
UN-Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung ist am Freitag
in Johannesburg das Paralleltreffen der regierungsunabhängigen
Organisationen (NGO) feierlich eröffnet worden. Zu dem NGO-Forum
werden offiziell 40.000 Teilnehmer erwartet.
Johannesburg (dpa) - Die Zahl
der Akkreditierten lag allerdings am Freitagabend erst bei 18.000.
«Wir erwarten am Wochenende einen großen Schub, so
dass wir am Montag wohl zwischen 35.000 und 40.000 Akkreditierungen
haben dürften», sagte Sprecher Muzi Khumalo der dpa.
Der Weltgipfel und das erstmals
bei einer solchen UN-Veranstaltung parallel organisierte Spitzentreffen
von Hilfsgruppen, Verbänden und auch Unternehmen findet angesichts
erwarteter Proteste sowie der zeitlichen Nähe zum Jahrestag
der Anschläge vom 11. September 2001 unter scharfen Sicherheitsbestimmungen
statt. Aus Protest gegen die Festnahme von 73 Mitgliedern von
Südafrikas Landlosen-Bewegung, die gegen die schleppende
Umsetzung einer Landreform demonstrierten, gab es bereits erste
Boykott-Aufrufe gegen den Gipfel.
Angesichts erster skeptischer
Stimmen erklärte am Freitag der Chef des UN-Umweltprogramms
(UNEP), Klaus Töpfer: «Das Ziel ist keine große
Erklärung, sondern konkretes Vorwärtskommen, Schritt
für Schritt.» Exakte Zeitpläne und deren Überwachung
seien wichtig - auch bei industriellen Partnern, die sich dem
Ziel nachhaltiger Entwicklung anschließen wollten.
Auf einer internationalen Seen-Konferenz
in Kameeldrift (bei Pretoria) forderte Töpfer eine Verbindung
zwischen sozialer Komponente und Umweltschutz. Zum Reizthema Globalisierung
- einem der absehbaren Streitpunkte - meinte er: «Wir erleben
mehr und mehr, dass die Menschen für die Globalisierung nicht
den Preis der Einförmigkeit zahlen wollen.»
Auch in Deutschland riefen mehrere
Gruppen dazu auf, bei der Konferenz verbindliche Maßnahmen
zur Armutsbekämpfung und zum Umweltschutz zu verabschieden.
Sie forderten außerdem global gültige soziale und ökologische
Regeln sowie Menschenrechts-Bestimmungen für multinationale
Konzerne.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace
forderte eine rasche Einigung in strittigen umweltpolitischen
Fragen. Tief greifende Konflikte zwischen einzelnen Ländern
sollten noch an diesem Wochenende bei einem Krisentreffen im Vorfeld
des Gipfels beigelegt werden. Er dürfe nicht an nationalen
Interessen scheitern. Greenpeace setzt sich für eine Wende
in der globalen Umweltpolitik sowie Vereinbarungen über ein
weltweites Umwelthaftungsrecht ein.
Der Bund für Umwelt und
Naturschutz Deutschland (BUND), Amnesty International und die
Gruppe Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung (WEED) forderten
eine verbindliche internationale Konvention zur Unternehmensverantwortung.
In ihr sollten ethische Standards für wirtschaftliches Handeln
festgelegt sein. Dazu gehöre die Verpflichtung der Firmen,
über ökologische und soziale Folgen ihrer Tätigkeit
öffentlich Bericht zu erstatten. In Streitfällen müssten
Betroffene Unternehmen auch in deren Heimatländern verklagen
können.
In einer gemeinsamen Erklärung
kritisierten die Organisationen, die Entwicklung in vielen Ländern
sei gefährdet durch gravierende Menschenrechtsverletzungen
unter Beteiligung multinationaler Konzerne. Ein Umwelthaftungs-Projekt
der Bundesregierung für den Weltgipfel scheiterte kürzlich.
Es sah eine stärkere Berücksichtigung von Umweltschutz-Aspekten
bei Auslandsinvestitionen vor. Der Bundesverband der Deutschen
Industrie unterschrieb die ausgehandelte Selbstverpflichtung aber
nicht. Der Worldwide Fund for Nature (WWF) Deutschland forderte
die Europäische Union und vor allem die deutsche Delegation
auf, auf dem Gipfel eine Führungsrolle einzunehmen.
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