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- 21.08.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weltbank: Bevölkerungsdruck macht schnelle Trendwende notwendig

Die immer schneller wachsende Weltbevölkerung wird nach Ansicht der Weltbank ohne entscheidende politische Kursänderung in den kommenden Jahren soziale Unruhen und Umweltprobleme anschwellen lassen. Das Ziel der Vereinten Nationen, die Armut weltweit bis 2015 zu halbieren, gerate in Gefahr.

Johannesburg/Washington/Berlin (dpa) - Dies befürchtet die Weltbank in ihrem Weltentwicklungsbericht 2003, der am Mittwoch in Johannesburg und Washington zum bevorstehenden Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung veröffentlicht wurde. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung rechnet damit, dass der Ausstoß von Treibhausgasen fast überall auf der Welt weiter zunehmen wird.

Der bislang größte Gipfel der Vereinten Nationen beginnt am Montag in Johannesburg. Bis zum 4. September werden in der südafrikanischen Metropole rund 50 000 Teilnehmer - darunter etwa 100 Staats- und Regierungschefs - erwartet. Sie wollen grundlegende Fragen der Zukunft debattieren: die Bekämpfung der Armut sowie ein Wirtschaftswachstum, das die Bevölkerung einbezieht und die Umwelt schont.

Weltbevölkerung steigt auf 9 Milliarden

Die Weltbank rechnet damit, dass die Weltbevölkerung in den nächsten 50 Jahren von jetzt sechs auf neun Milliarden Menschen steigt. «Der Energie-, Wasser-, Wohnraum- und Bildungsbedarf wird enorm sein», heißt es in dem Bericht. «Umfassende Veränderungen - vor allem in den reichen Ländern - sind nötig, um sicherzustellen, dass arme Leute am Wirtschaftsleben teilhaben können und die Umwelt nicht so geschädigt wird, dass ihre Zukunft bedroht ist», sagte Weltbank- Chefökonom Nicholas Stern in Washington.

«Reiche Länder müssen ihre Märkte weiter öffnen und Agrarsubventionen abbauen, die die Einkommen von Bauern in der Dritten Welt schmälern. Sie müssen mehr Entwicklungshilfe leisten, Medikamente und neue Technologien liefern», forderte die Weltbank. Von Entwicklungsländer verlangt die Weltbank, die Demokratie zu fördern und die Regierungsarbeit transparenter zu machen.

DIW: Keine Trendumkehr beim Klimaschutz

Beim Klimaschutz ist nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin bislang die notwendige globale Trendumkehr nicht zu erkennen. «Am kommenden Montag wird die Staatengemeinschaft in Johannesburg auf dem Weltgipfel eine ernüchternde Bilanz ziehen», befürchten die Wirtschaftsforscher.

«Gerade die Industrieländer, die als hauptverantwortlich für das Entstehen der Klimaproblematik angesehen werden, haben es bis heute nicht vermocht, ihre Treibhausgasemissionen zu stabilisieren, geschweige denn zu reduzieren», kritisieren die Wirtschaftsforscher.

Wieczorek-Zeul optimistisch für Wasserversorgung

Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul zeigte sich optimistisch, dass die Festlegung auf das Ziel zu erreichen ist, bis 2015 den Anteil der Menschen zu halbieren, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu Sanitäranlagen haben.

Ob es gelinge, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2010 weltweit auf 15 Prozent zu steigern sei «vom Druck auf die USA und andere Länder abhängig». Eine Ländergruppe um die USA will sich nicht auf Verpflichtungen und Aktionsprogramme zur Umsetzung von Zielen festlegen lassen.

Greenpeace: Saubere Energie für 2 Milliarden Menschen

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte die am Gipfel teilnehmenden Regierungen auf, sich dazu zu verpflichten, dass zwei Milliarden Menschen in ärmeren Ländern Zugang zu «sauberer» Energie bekommen und der Anteil der erneuerbaren Energie am weltweiten Energiebedarf bis zum Jahr 2010 auf zehn Prozent erhöht wird.

IEA: 1,6 Milliarden Menschen ohne Strom

Weltweit müssen nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur (IEA) rund 1,6 Milliarden Menschen immer noch ohne Strom auskommen. «Wenn sich politisch nichts radikal ändert, dann werden in 30 Jahren immer noch 1,4 Milliarden Menschen ohne Stromzugang sein», warnte der IEA-Vorsitzende Robert Priddle bei der Vorlage der Studie «Energie und Armut» in Paris. «Ohne Elektrizität zu erschwinglichen Preisen ist es unmöglich, die Wirtschaft zu entwickeln und die Gesundheits- und Bildungssituation zu verbessern.»

 

         vista verde special: Weltgipfel in Johannesburg

vista verde special: Weltgipfel in Johannesburg

 


© ArtToday

Kinder in Thailand: Die Kluft zwischen den 20 reichsten und den 20 ärmsten Ländern hat sich seit 1970 verdoppelt.

 

 Mehr Informationen:

Weltbank

DIW

BMZ

Greenpeace

IEA: Energy & Poverty (PDF)

vista verde:
special zum Welgipfel


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