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Klimaschutz: Wirtschaftsforscher schlagen
Alarm
Wirtschaftsforscher schlagen
Alarm beim Klimaschutz: Fast überall auf der Welt müsse
damit gerechnet werden, dass der Ausstoß von Treibhausgasen
zunimmt, warnte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung
(DIW).
Berlin (dpa) - Die notwendige
globale Trendumkehr sei nicht zu erkennen, so das DIW am Mittwoch
in Berlin. Deutschland dürfte nach Ansicht des DIW sein nationales
Klimaschutzziel verfehlen, könnte die internationalen Verpflichtungen
aber erfüllen.
«Erhebliche Zweifel»
hat das DIW, ob die Industrieländer ihre im Kyoto-Protokoll
vereinbarten Reduktionsverpflichtungen erfüllen könnten.
«Am kommenden Montag wird die Staatengemeinschaft in Johannesburg
auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung eine ernüchternde
Bilanz ziehen», befürchten die Wirtschaftsforscher.
Nach Ansicht des DIW hat die
Bundesrepublik bei einer konsequenten Fortsetzung ihrer Klimaschutzpolitik
zumindest gute Chancen, ihre internationalen Klimaschutz-Verpflichtungen
zu erfüllen. «Allerdings dürfte Deutschland sein
selbst gestecktes - anspruchsvolleres - Ziel verfehlen, die Kohlendioxid-Emissionen
schon bis 2005 um ein Viertel gegenüber 1990 zu senken.»
Aus heutiger Sicht sei ohne einen
grundlegenden Wandel der klimaschutzpolitischen Rahmenbedingungen
eine «gravierende Verfehlung der global angestrebten Reduktionsziele»
zu erwarten. «Gerade die Industrieländer, die als hauptverantwortlich
für das Entstehen der Klimaproblematik angesehen werden,
haben es bis heute nicht vermocht, ihre Treibhausgasemissionen
zu stabilisieren, geschweige denn zu reduzieren», kritisieren
die Wirtschaftsforscher.
Lediglich der nicht klimaschutzpolitisch
begründete Emissionsrückgang in den Ländern Mittel-
und Osteuropas in den 90er Jahren habe zu einer Entspannung beigetragen.
Zu einer besonders starken Zunahme der Emissionen von Kohlendioxid
(CO2) sei es aber von 1990 bis 2001 in den Entwicklungsländern
mit einem Plus von 44 Prozent gekommen.
Dadurch habe sich deren Anteil
an den weltweiten CO2-Emissionen zwar deutlich von gut 31 Prozent
im Jahr 1990 auf fast 40 Prozent in 2001 erhöht. «Trotzdem
entfällt nach wie vor der größte Anteil - nahezu
die Hälfte - auf die westlichen Industrieländer»,
so das DIW. Dort seien die CO2-Emissionen von 1990 bis 2001 mit
gut 11 Prozent nur wenig schwächer als im weltweiten Durchschnitt
gestiegen.
Absolut am umfangreichsten sei
die Emissionszunahme gegenüber 1990 mit 730 Millionen Tonnen
CO2 in den USA gewesen, gefolgt von Japan (knapp 130 Millionen
Tonnen) sowie von Kanada und Australien mit jeweils rund 80 Millionen
Tonnen. «Lediglich Deutschland und Großbritannien
erreichten eine gewichtige Emissionsminderung. Nur deshalb ergab
sich auch für die Europäische Union insgesamt eine Senkung.»
Prognosen deuteten darauf hin,
dass in Zukunft fast überall mit einem Emissionsanstieg gerechnet
werden müsse. So erwarte die US-amerikanische Energy Information
Administration (EIA), dass gegenüber 1990 die weltweiten
Kohlendioxidemissionen bis 2010 um fast 36 Prozent und bis 2020
um nahezu 70 Prozent steigen. Mit einem Plus von 54 Prozent bis
zum Jahre 2020 dürfte der Anstieg in den USA bei weitem am
stärksten sein, so das DIW.
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