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- 21.08.2002 -

 

 

 

 

Klimaschutz: Wirtschaftsforscher schlagen Alarm

Wirtschaftsforscher schlagen Alarm beim Klimaschutz: Fast überall auf der Welt müsse damit gerechnet werden, dass der Ausstoß von Treibhausgasen zunimmt, warnte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

Berlin (dpa) - Die notwendige globale Trendumkehr sei nicht zu erkennen, so das DIW am Mittwoch in Berlin. Deutschland dürfte nach Ansicht des DIW sein nationales Klimaschutzziel verfehlen, könnte die internationalen Verpflichtungen aber erfüllen.

«Erhebliche Zweifel» hat das DIW, ob die Industrieländer ihre im Kyoto-Protokoll vereinbarten Reduktionsverpflichtungen erfüllen könnten. «Am kommenden Montag wird die Staatengemeinschaft in Johannesburg auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung eine ernüchternde Bilanz ziehen», befürchten die Wirtschaftsforscher.

Nach Ansicht des DIW hat die Bundesrepublik bei einer konsequenten Fortsetzung ihrer Klimaschutzpolitik zumindest gute Chancen, ihre internationalen Klimaschutz-Verpflichtungen zu erfüllen. «Allerdings dürfte Deutschland sein selbst gestecktes - anspruchsvolleres - Ziel verfehlen, die Kohlendioxid-Emissionen schon bis 2005 um ein Viertel gegenüber 1990 zu senken.»

Aus heutiger Sicht sei ohne einen grundlegenden Wandel der klimaschutzpolitischen Rahmenbedingungen eine «gravierende Verfehlung der global angestrebten Reduktionsziele» zu erwarten. «Gerade die Industrieländer, die als hauptverantwortlich für das Entstehen der Klimaproblematik angesehen werden, haben es bis heute nicht vermocht, ihre Treibhausgasemissionen zu stabilisieren, geschweige denn zu reduzieren», kritisieren die Wirtschaftsforscher.

Lediglich der nicht klimaschutzpolitisch begründete Emissionsrückgang in den Ländern Mittel- und Osteuropas in den 90er Jahren habe zu einer Entspannung beigetragen. Zu einer besonders starken Zunahme der Emissionen von Kohlendioxid (CO2) sei es aber von 1990 bis 2001 in den Entwicklungsländern mit einem Plus von 44 Prozent gekommen.

Dadurch habe sich deren Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen zwar deutlich von gut 31 Prozent im Jahr 1990 auf fast 40 Prozent in 2001 erhöht. «Trotzdem entfällt nach wie vor der größte Anteil - nahezu die Hälfte - auf die westlichen Industrieländer», so das DIW. Dort seien die CO2-Emissionen von 1990 bis 2001 mit gut 11 Prozent nur wenig schwächer als im weltweiten Durchschnitt gestiegen.

Absolut am umfangreichsten sei die Emissionszunahme gegenüber 1990 mit 730 Millionen Tonnen CO2 in den USA gewesen, gefolgt von Japan (knapp 130 Millionen Tonnen) sowie von Kanada und Australien mit jeweils rund 80 Millionen Tonnen. «Lediglich Deutschland und Großbritannien erreichten eine gewichtige Emissionsminderung. Nur deshalb ergab sich auch für die Europäische Union insgesamt eine Senkung.»

Prognosen deuteten darauf hin, dass in Zukunft fast überall mit einem Emissionsanstieg gerechnet werden müsse. So erwarte die US-amerikanische Energy Information Administration (EIA), dass gegenüber 1990 die weltweiten Kohlendioxidemissionen bis 2010 um fast 36 Prozent und bis 2020 um nahezu 70 Prozent steigen. Mit einem Plus von 54 Prozent bis zum Jahre 2020 dürfte der Anstieg in den USA bei weitem am stärksten sein, so das DIW.

 

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