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Töpfer: Wir dürfen den Weltgipfel
nicht scheitern lassen
Der Chef des UN-Umweltprogramms
(UNEP), Klaus Töpfer, hat an die Teilnehmer des Weltgipfels
für nachhaltige Entwicklung appelliert, die Konferenz zu
einem Erfolg zu machen.
Nairobi (dpa) - «Wir haben
die Pflicht und Schuldigkeit, die Konferenz in Johannesburg nicht
scheitern zu lassen», erklärte der UNEP-Exekutivdirektor
und frühere Bundesumweltminister in einem Gespräch mit
der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Eine Woche vor dem Gipfel (26.
August bis 4. September) sagte Töpfer, er hoffe, dass Johannesburg
eine «Konferenz der Umsetzung» werde. «In diesem
Fall ist es wirklich bitterernst», sagt der Deutsche, der
seit 1998 Chef der UN-Organisation mit Hauptsitz in Kenias Metropole
Nairobi ist.
Der Gipfel, zu dem sich rund
100 Regierungschefs sowie zahlreiche Umwelt- und Wirtschaftspolitiker
angekündigt haben, sei mehr als eine Umweltkonferenz. «Wir
müssen einfach sehen, dass das, was wir dort machen, ein
Beitrag zur friedlichen Entwicklung dieses Globus ist: Wenn es
uns nicht gelingt, den sich weitenden Abstand zwischen Arm und
Reich zu bewältigen, dann werden wir unglaubliche Konfliktherde
in dieser Welt haben», sagte Töpfer. Er hoffe, dass
auch US-Präsident George W. Bush an dem Treffen in Johannesburg
teilnehmen werde.
«Wie verringern wir die
Wasserprobleme dieser Welt - täglich sterben 6000 Menschen
an wasserbezogenen Krankheiten. Wie können wir es erreichen,
dass die erneuerbaren Energien weltweit mindestens einen Anteil
von zehn bis 15 Prozent erreichen», seien nur einige der
zentralen Fragen.
Zu den kritischsten Fragen des
Gipfels zählten die nach konkreten Festlegungen zu Zielen
und Zeitplänen. «Da gibt es eben die meisten Unstimmigkeiten.»
Eine weitere Frage sei die nach den finanziellen Mitteln für
die Umsetzung. Ein wichtiger Schritt sei vor wenigen Tagen mit
der Wiederauffüllung des Globalen Umweltfinanzierungsfonds
auf 2,9 Milliarden US-Dollar gemacht worden - «die höchste
Wiederauffüllung des Fonds, die bisher überhaupt gemacht
worden ist.»
Johannesburg sei aber kein Gipfel,
bei dem man sagen könne, «es gibt ein spektakuläres
Ergebnis, eine neue Konvention oder eine bestimmte Summe Geldes
für dies oder für jenes». Gefragt sei die Vermittlung
von Glaubwürdigkeit und Verantwortung in einer Zeit, in der
sich «eine gewisse Konventionsmüdigkeit» breitmache.
Nun gehe es darum, die Beschlüsse
vorangegangener Weltkonferenzen umzusetzen. «Es ist von
daher gesehen möglicherweise schwierig zu erläutern,
was ist Erfolg und was nicht», meinte der ehemalige deutsche
Umweltminister.
Zusätzlich zu den Verpflichtungen
von Staaten müsse zu Partnerschaft aufgerufen werden. «Wenn
wir es beispielsweise erreichen, dass ein bestimmter Prozentsatz
und Zeitpunkt für erneuerbare Energien da ist, dann ist es
ein gutes partnerschaftliches Projekt, dass Shell sich verpflichten
will, eine Million Solardächer mit entstehen zu lassen.»
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