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- 19.08.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

Töpfer: Wir dürfen den Weltgipfel nicht scheitern lassen

Der Chef des UN-Umweltprogramms (UNEP), Klaus Töpfer, hat an die Teilnehmer des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung appelliert, die Konferenz zu einem Erfolg zu machen.

Nairobi (dpa) - «Wir haben die Pflicht und Schuldigkeit, die Konferenz in Johannesburg nicht scheitern zu lassen», erklärte der UNEP-Exekutivdirektor und frühere Bundesumweltminister in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Eine Woche vor dem Gipfel (26. August bis 4. September) sagte Töpfer, er hoffe, dass Johannesburg eine «Konferenz der Umsetzung» werde. «In diesem Fall ist es wirklich bitterernst», sagt der Deutsche, der seit 1998 Chef der UN-Organisation mit Hauptsitz in Kenias Metropole Nairobi ist.

Der Gipfel, zu dem sich rund 100 Regierungschefs sowie zahlreiche Umwelt- und Wirtschaftspolitiker angekündigt haben, sei mehr als eine Umweltkonferenz. «Wir müssen einfach sehen, dass das, was wir dort machen, ein Beitrag zur friedlichen Entwicklung dieses Globus ist: Wenn es uns nicht gelingt, den sich weitenden Abstand zwischen Arm und Reich zu bewältigen, dann werden wir unglaubliche Konfliktherde in dieser Welt haben», sagte Töpfer. Er hoffe, dass auch US-Präsident George W. Bush an dem Treffen in Johannesburg teilnehmen werde.

«Wie verringern wir die Wasserprobleme dieser Welt - täglich sterben 6000 Menschen an wasserbezogenen Krankheiten. Wie können wir es erreichen, dass die erneuerbaren Energien weltweit mindestens einen Anteil von zehn bis 15 Prozent erreichen», seien nur einige der zentralen Fragen.

Zu den kritischsten Fragen des Gipfels zählten die nach konkreten Festlegungen zu Zielen und Zeitplänen. «Da gibt es eben die meisten Unstimmigkeiten.» Eine weitere Frage sei die nach den finanziellen Mitteln für die Umsetzung. Ein wichtiger Schritt sei vor wenigen Tagen mit der Wiederauffüllung des Globalen Umweltfinanzierungsfonds auf 2,9 Milliarden US-Dollar gemacht worden - «die höchste Wiederauffüllung des Fonds, die bisher überhaupt gemacht worden ist.»

Johannesburg sei aber kein Gipfel, bei dem man sagen könne, «es gibt ein spektakuläres Ergebnis, eine neue Konvention oder eine bestimmte Summe Geldes für dies oder für jenes». Gefragt sei die Vermittlung von Glaubwürdigkeit und Verantwortung in einer Zeit, in der sich «eine gewisse Konventionsmüdigkeit» breitmache.

Nun gehe es darum, die Beschlüsse vorangegangener Weltkonferenzen umzusetzen. «Es ist von daher gesehen möglicherweise schwierig zu erläutern, was ist Erfolg und was nicht», meinte der ehemalige deutsche Umweltminister.

Zusätzlich zu den Verpflichtungen von Staaten müsse zu Partnerschaft aufgerufen werden. «Wenn wir es beispielsweise erreichen, dass ein bestimmter Prozentsatz und Zeitpunkt für erneuerbare Energien da ist, dann ist es ein gutes partnerschaftliches Projekt, dass Shell sich verpflichten will, eine Million Solardächer mit entstehen zu lassen.»

 

        vista verde special: Weltgipfel in Johannesburg

vista verde special: Weltgipfel in Johannesburg

 

 Mehr Informationen:

UNEP

vista verde: Rio+10


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