|
UN-Warnung: Ausbeutung der natürlichen
Ressourcen gefährdet Erde
Das Ausbeuten natürlicher
Ressourcen der Erde gefährdet nach Überzeugung von UN-Experten
langfristig die Gesundheit und Lebensgrundlagen ihrer Bewohner.
New York (dpa) - An den Folgen
der Luftverschmutzung sterben nach Angaben der UN bereits jedes
Jahr rund drei Millionen Menschen. Der Umgang mit der Umwelt müsse
erheblich verbessert werden, heißt es in einem am Dienstag
in New York veröffentlichten Expertenbericht, der sich an
den Welgipfel für nachhaltige Entwicklung richtet. Zu der
mit rund 50.000 Teilnehmern bislang größten UN-Konferenz,
die Ende August in Johannesburg beginnt, wollen mehr als 100 Staats-
und Regierungschefs kommen.
Die Experten der UN-Abteilung
für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten (UNDP) beklagen
in dem Bericht «Globale Herausforderung, Globale Möglichkeit»,
dass heute bereits 40 Prozent der Erdbewohner unter Wassermangel
litten. Zugleich stiegen durch die Erderwärmung die Meeresspiegel
weiter an. 2,4 Prozent der Waldflächen der Erde seien in
den 90er Jahren vernichtet worden. Viele Tier- und Pflanzenarten
stünden kurz vor der Ausrottung.
Bei dem Weltgipfel hätten
die Staats- und Regierungschefs der Welt die Möglichkeit,
die Zukunft sicherer zu machen, indem sie den Weg zu einem sozialeren
und umweltfreundlicheren Wirtschaftswachstums einschlügen,
erklärte Nitin Desai, Generalsekretär der Konferenz.
Ohne Gegenmaßnahmen werde
bereits im Jahr 2025 etwa die Hälfte der Weltbevölkerung
unter schwerem Wassermangel leiden, vor allem in Nordafrika und
Westasien. Die natürlichen Kapazitäten für die
Lebensmittelproduktion würden Besorgnis erregend abnehmen,
während die Bevölkerung der Erde weiter wachse.
Als Beispiel für eine nötige
Trendwende verweisen die UNDP-Fachleute unter anderem darauf,
dass bei der Bewässerung von Agrarflächen in weiten
Teilen der Welt derzeit durch uneffektive Transportsysteme 60
Prozent des Wassers verloren gingen.
Ein wesentliches Problem, das
in direktem Zusammenhang mit der exzessiven Ausbeutung der Erde
stehe, sei die extreme Armut in vielen Gebieten der Erde. Die
Johannesburg-Konferenz müsse sich deshalb auch dem UN-Ziel
zuwenden, die schlimmste Armut bis zum Jahr 2015 deutlich zu mildern.
Hunderte Millionen von Menschen
lebten von der Hand in den Mund, ohne zum Beispiel bei der Abholzung
von Wäldern für eine Wiederaufforstung sorgen zu können,
erläuterten UN-Fachleute. Armut sei auch eine Ursache für
die Übernutzung von Agrarflächen, weil es vielerorts
an Mitteln für den Bodenschutz fehle und so immer mehr Flächen
der Verkarstung ausgeliefert seien.
In einer Reihe von Ländern
hat es in den vergangenen Jahren laut UNDP allerdings auch Erfolge
der nachhaltigen Entwicklung im kleineren Maßstab gegeben.
Bemühungen um den Schutz der Ökosysteme, um die Eindämmung
der Luftverschmutzung und um die Senkung der Kindersterblichkeit
als Folge verschmutzten Wassers seien vielerorts verstärkt
worden.
Doch diese Erfolge könnten
nur gehalten und dauerhaft ausgebaut werden, wenn der Johannesburg-Gipfel
(26. August bis 4. September) weltumspannende Aktionen beschließe,
die dann auch weltweit verwirklicht werden müssten. Sonst
werde der Niedergang auf vielen Gebieten anhalten und noch erschreckendere
Ausmaße annehmen.
|