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- 13.08.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

UN-Warnung: Ausbeutung der natürlichen Ressourcen gefährdet Erde

Das Ausbeuten natürlicher Ressourcen der Erde gefährdet nach Überzeugung von UN-Experten langfristig die Gesundheit und Lebensgrundlagen ihrer Bewohner.

New York (dpa) - An den Folgen der Luftverschmutzung sterben nach Angaben der UN bereits jedes Jahr rund drei Millionen Menschen. Der Umgang mit der Umwelt müsse erheblich verbessert werden, heißt es in einem am Dienstag in New York veröffentlichten Expertenbericht, der sich an den Welgipfel für nachhaltige Entwicklung richtet. Zu der mit rund 50.000 Teilnehmern bislang größten UN-Konferenz, die Ende August in Johannesburg beginnt, wollen mehr als 100 Staats- und Regierungschefs kommen.

Die Experten der UN-Abteilung für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten (UNDP) beklagen in dem Bericht «Globale Herausforderung, Globale Möglichkeit», dass heute bereits 40 Prozent der Erdbewohner unter Wassermangel litten. Zugleich stiegen durch die Erderwärmung die Meeresspiegel weiter an. 2,4 Prozent der Waldflächen der Erde seien in den 90er Jahren vernichtet worden. Viele Tier- und Pflanzenarten stünden kurz vor der Ausrottung.

Bei dem Weltgipfel hätten die Staats- und Regierungschefs der Welt die Möglichkeit, die Zukunft sicherer zu machen, indem sie den Weg zu einem sozialeren und umweltfreundlicheren Wirtschaftswachstums einschlügen, erklärte Nitin Desai, Generalsekretär der Konferenz.

Ohne Gegenmaßnahmen werde bereits im Jahr 2025 etwa die Hälfte der Weltbevölkerung unter schwerem Wassermangel leiden, vor allem in Nordafrika und Westasien. Die natürlichen Kapazitäten für die Lebensmittelproduktion würden Besorgnis erregend abnehmen, während die Bevölkerung der Erde weiter wachse.

Als Beispiel für eine nötige Trendwende verweisen die UNDP-Fachleute unter anderem darauf, dass bei der Bewässerung von Agrarflächen in weiten Teilen der Welt derzeit durch uneffektive Transportsysteme 60 Prozent des Wassers verloren gingen.

Ein wesentliches Problem, das in direktem Zusammenhang mit der exzessiven Ausbeutung der Erde stehe, sei die extreme Armut in vielen Gebieten der Erde. Die Johannesburg-Konferenz müsse sich deshalb auch dem UN-Ziel zuwenden, die schlimmste Armut bis zum Jahr 2015 deutlich zu mildern.

Hunderte Millionen von Menschen lebten von der Hand in den Mund, ohne zum Beispiel bei der Abholzung von Wäldern für eine Wiederaufforstung sorgen zu können, erläuterten UN-Fachleute. Armut sei auch eine Ursache für die Übernutzung von Agrarflächen, weil es vielerorts an Mitteln für den Bodenschutz fehle und so immer mehr Flächen der Verkarstung ausgeliefert seien.

In einer Reihe von Ländern hat es in den vergangenen Jahren laut UNDP allerdings auch Erfolge der nachhaltigen Entwicklung im kleineren Maßstab gegeben. Bemühungen um den Schutz der Ökosysteme, um die Eindämmung der Luftverschmutzung und um die Senkung der Kindersterblichkeit als Folge verschmutzten Wassers seien vielerorts verstärkt worden.

Doch diese Erfolge könnten nur gehalten und dauerhaft ausgebaut werden, wenn der Johannesburg-Gipfel (26. August bis 4. September) weltumspannende Aktionen beschließe, die dann auch weltweit verwirklicht werden müssten. Sonst werde der Niedergang auf vielen Gebieten anhalten und noch erschreckendere Ausmaße annehmen.

 

         vista verde special: Weltgipfel in Johannesburg

vista verde special: Weltgipfel in Johannesburg

 Mehr Informationen:

UNDP

vista verde: Rio+10


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