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Südafrikas neue Rolle als Friedensmakler:
Hoffnung für den Kontinent
Nach vier Jahre dauernden Kämpfen
zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo haben die
beiden Länder einen Friedensvertrag unterzeichnet. Das Abkommen
stellt für Südafrika einen neuen Erfolg bei seiner Profilierung
als Friedensmakler dar.
Von Ralf E. Krüger, dpa
Pretoria (dpa) - Aus Afrikas
Süden drang am Dienstag frohe Kunde: Einer der mörderischsten
Konflikte des Kontinents nähert sich seinem Ende. Die Präsidenten
von Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo (vormals Zaire)
unterzeichneten in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria
ein Abkommen, das ihren vier Jahre währenden Krieg beenden
soll. Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen kostete der
Konflikt mehr als zwei Millionen Menschen das Leben. Den Durchbruch
brachten zähe Verhandlungen, die Südafrikas Regierung
allen Rückschlägen und Unkenrufen zum Trotz ermöglicht
hat. Obwohl das jüngste Abkommen noch mit sehr vielen Fragezeichen
versehen ist, stellt es für den Nach-Apartheid-Staat einen
neuen Erfolg bei seiner Profilierung als Friedensmakler dar.
Während es mit dem zerfallenden
Nachbarstaat Simbabwe weiter nicht so recht umzugehen weiß,
drückt Südafrikas Regierung unter Präsident Thabo
Mbeki im so genannten «zentralafrikanischen Konfliktbogen»
von Angola bis Somalia aufs Tempo. Schon in Ruandas Nachbarstaat
Burundi hatte sich Südafrika aktiv eingeschaltet und unter
Leitung von Ex- Präsident Nelson Mandela einen Kompromiss
für einen lange schwelenden Konflikt ermöglicht. Trotz
jüngster Rückschläge gab es zudem positive Signale
aus den Bürgerkriegsländern Angola und Sudan, wo die
Konfliktparteien auch Friedensgespräche führen.
Die diplomatischen Erfolge geben
Mbekis ehrgeizigem Aufbauplan für Afrika (Nepad) Auftrieb,
der wirtschaftliches Engagement des Westens für Länder
mit effizienten und demokratischen Regierungen verspricht. Bei
einem dauerhaften Frieden dürfte sowohl der Aufbau in Angola
wie im Kongo der gesamten Region wirtschaftlich starke Impulse
geben.
Und der Sudan verfügt nach
Informationen von Branchenkennern über große, noch
unerschlossene Erdölreserven. Das kriegszerstörte Angola
wie auch der im Laufe der vergangenen Jahrzehnte immer wieder
ausgeplünderte Kongo sind ebenfalls reich an Bodenschätzen.
Sie gehören zu den wenigen
Ländern des Kontinents, die in der Lage sind, selbst die
finanziellen Mittel für ihren Wiederaufbau aufzubringen oder
genügend Kapital aus dem Ausland anzuziehen. Der Chef der
Diamantenhandelsfirma De Beers, Nicky Oppenheimer, bescheinigte
noch am Dienstag beiden Ländern sehr gute Perspektiven.
«Was sie brauchen, sind
verbindliche Gesetze und das Vertrauen, dass der Frieden nun auch
wirklich greift», meinte Oppenheimer. Das rohstoffarme einstige
Bürgerkriegsland Mosambik könnte als Beispiel dienen:
Zehn Jahre nach Kriegsende zählt es heute zwar noch immer
zu den ärmsten Staaten der Erde, gilt aber auch als eine
Art Wirtschaftswunderland mit hohem Potenzial.
Auch wenn Skeptiker weiter auf
die Risiken verweisen, die den noch zerbrechlich wirkenden Friedensschimmer
an Afrikas Horizont umgeben, so geben sie den Afrikanern doch
erstmals seit langem wieder Grund zur Hoffnung. Diese beflügelt
den Aufbau der durch die EU inspirierten Afrikanischen Union (AU),
die gerade die völlig überholte Organisation Afrikanischer
Einheit (OAU) ablöste.
Negativ macht nun auf dem Kontinent
allerdings ausgerechnet das Südliche Afrika Schlagzeilen,
das nach dem Ende der Apartheid als neuer Hoffnungsträger
galt. Dürre, Missmanagement und verfehlte Politik haben Südafrikas
Nachbarn Simbabwe, Sambia und Malawi eine der schlimmsten Hungersnöte
der vergangenen Jahre beschert.
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