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- 30.07.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

Südafrikas neue Rolle als Friedensmakler: Hoffnung für den Kontinent

Nach vier Jahre dauernden Kämpfen zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo haben die beiden Länder einen Friedensvertrag unterzeichnet. Das Abkommen stellt für Südafrika einen neuen Erfolg bei seiner Profilierung als Friedensmakler dar.

Von Ralf E. Krüger, dpa

Pretoria (dpa) - Aus Afrikas Süden drang am Dienstag frohe Kunde: Einer der mörderischsten Konflikte des Kontinents nähert sich seinem Ende. Die Präsidenten von Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo (vormals Zaire) unterzeichneten in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria ein Abkommen, das ihren vier Jahre währenden Krieg beenden soll. Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen kostete der Konflikt mehr als zwei Millionen Menschen das Leben. Den Durchbruch brachten zähe Verhandlungen, die Südafrikas Regierung allen Rückschlägen und Unkenrufen zum Trotz ermöglicht hat. Obwohl das jüngste Abkommen noch mit sehr vielen Fragezeichen versehen ist, stellt es für den Nach-Apartheid-Staat einen neuen Erfolg bei seiner Profilierung als Friedensmakler dar.

Während es mit dem zerfallenden Nachbarstaat Simbabwe weiter nicht so recht umzugehen weiß, drückt Südafrikas Regierung unter Präsident Thabo Mbeki im so genannten «zentralafrikanischen Konfliktbogen» von Angola bis Somalia aufs Tempo. Schon in Ruandas Nachbarstaat Burundi hatte sich Südafrika aktiv eingeschaltet und unter Leitung von Ex- Präsident Nelson Mandela einen Kompromiss für einen lange schwelenden Konflikt ermöglicht. Trotz jüngster Rückschläge gab es zudem positive Signale aus den Bürgerkriegsländern Angola und Sudan, wo die Konfliktparteien auch Friedensgespräche führen.

Die diplomatischen Erfolge geben Mbekis ehrgeizigem Aufbauplan für Afrika (Nepad) Auftrieb, der wirtschaftliches Engagement des Westens für Länder mit effizienten und demokratischen Regierungen verspricht. Bei einem dauerhaften Frieden dürfte sowohl der Aufbau in Angola wie im Kongo der gesamten Region wirtschaftlich starke Impulse geben.

Und der Sudan verfügt nach Informationen von Branchenkennern über große, noch unerschlossene Erdölreserven. Das kriegszerstörte Angola wie auch der im Laufe der vergangenen Jahrzehnte immer wieder ausgeplünderte Kongo sind ebenfalls reich an Bodenschätzen.

Sie gehören zu den wenigen Ländern des Kontinents, die in der Lage sind, selbst die finanziellen Mittel für ihren Wiederaufbau aufzubringen oder genügend Kapital aus dem Ausland anzuziehen. Der Chef der Diamantenhandelsfirma De Beers, Nicky Oppenheimer, bescheinigte noch am Dienstag beiden Ländern sehr gute Perspektiven.

«Was sie brauchen, sind verbindliche Gesetze und das Vertrauen, dass der Frieden nun auch wirklich greift», meinte Oppenheimer. Das rohstoffarme einstige Bürgerkriegsland Mosambik könnte als Beispiel dienen: Zehn Jahre nach Kriegsende zählt es heute zwar noch immer zu den ärmsten Staaten der Erde, gilt aber auch als eine Art Wirtschaftswunderland mit hohem Potenzial.

Auch wenn Skeptiker weiter auf die Risiken verweisen, die den noch zerbrechlich wirkenden Friedensschimmer an Afrikas Horizont umgeben, so geben sie den Afrikanern doch erstmals seit langem wieder Grund zur Hoffnung. Diese beflügelt den Aufbau der durch die EU inspirierten Afrikanischen Union (AU), die gerade die völlig überholte Organisation Afrikanischer Einheit (OAU) ablöste.

Negativ macht nun auf dem Kontinent allerdings ausgerechnet das Südliche Afrika Schlagzeilen, das nach dem Ende der Apartheid als neuer Hoffnungsträger galt. Dürre, Missmanagement und verfehlte Politik haben Südafrikas Nachbarn Simbabwe, Sambia und Malawi eine der schlimmsten Hungersnöte der vergangenen Jahre beschert.

 Mehr Informationen:

NEPAD


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