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Entwicklung: Misereor warnt vor Aus
für Ministerium
Das katholische Hilfswerk
Misereor hat vor einer Aufgabe des Bundesministeriums für
Entwicklungszusammenarbeit gewarnt.
Berlin (dpa) - «Dann würde
die Bedeutung des Themas in der Öffentlichkeit schwinden»,
sagte Hauptgeschäftsführer Josef Sayer bei der Vorstellung
des Jahresberichts 2001 am Mittwoch in Berlin. Nach dem Bericht
sind die Spendeneinnahmen mit 120,3 Millionen Mark (61,5 Mio.
Euro) im Vergleich zum Vorjahr etwa gleich geblieben. Das sei
vor allem dem Anstieg der Einzelspenden um neun Prozent zu verdanken.
Sayer kritisierte, dass es im
Wahlkampfteam von Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU)
bislang keinen Experten für Entwicklungszusammenarbeit gebe.
Von der nächsten Regierung erwarte das Hilfswerk auch eine
gute Zusammenarbeit mit dem Finanz- und Wirtschaftsressort zu
Gunsten der Arbeit in den Entwicklungsländern. «Das
Ziel, die Armut bis zum Jahr 2015 zu halbieren, ist erreichbar»,
betonte Sayer.
Die Katholische Zentralstelle
für Entwicklungshilfe, die die öffentlichen Hilfsgelder
für die kirchliche Arbeit verwaltet, begrüßte
die Festsetzung der Mittel auf 154 Millionen Euro für das
kommende Jahr. «Das ist so viel wie zuletzt Anfang der 90er
Jahre», sagte der Vorsitzende Karl Jüsten.
Er kritisierte jedoch, dass für
das Programm zur Halbierung der Armut unverändert nur 40
Millionen Euro eingeplant seien. «Die Hilfe für die
Armen ist auch ein Beitrag zu unserer Sicherheit, da sie dem Terror
den Nährboden entzieht.» Misereor hat dazu eine Aktion
namens «Pro 0,7 Prozent» gestartet.
Das Hilfswerk bewilligte im vergangenen
Jahr etwa 1500 Projekte und gab dafür 267 Millionen Mark
aus. Die Zahl der Projekte seit 1959 stieg damit auf etwa 86.000,
die Summe der Fördermittel liegt seitdem bei 9 Milliarden
Mark.
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