|
Greenpeace befürchtet nach Wahl
Abschaffung des Umweltministeriums
Greenpeace befürchtet
die Abschaffung des Bundesumweltministeriums im Fall eines Regierungswechsels
und fordert für die nächste Legislaturperiode eine «ökologische
Wende».
Berlin (dpa) - «Die Wahlprogramme
der Opposition sind aus ökologischer Sicht ein Desaster»,
sagte Stefan Krug von der politischen Vertretung der Umweltschutzorganisation
am Donnerstag in Berlin. Im Wahlkampfteam der Union gebe es niemanden,
der für Umweltthemen zuständig sei. Greenpeace fordert
für die nächste Legislaturperiode eine «ökologische
Wende». Ökologie müsse Vorrang haben vor Wirtschaft.
Die Arbeit der rot-grünen
Regierung in den vergangenen vier Jahren beurteilte Greenpeace
als unzureichend. «Eine Politik der Trippelschritte reicht
nicht aus», sagte Krug. Bundeskanzler Gerhard Schröder
(SPD) habe sich zu oft vor den Karren der Industrie spannen lassen.
Auf europäischer Ebene sei Deutschland häufig als Bremser
bei umweltpolitischen Themen aufgetreten.
Im Wahlprogramm der SPD vermissen
die Umweltschützer unter anderem Konzepte zum Verzicht auf
Strom aus Kohle und zur Reduktion des Lastwagen- und Flugverkehrs.
Bei den Grünen seien die Aussagen zu den Themen Kohle und
grüne Gentechnik nicht klar genug formuliert.
Eine Regierungsbeteiligung von
CDU/CSU oder FDP käme einer «Rolle rückwärts»
gleich, sagte Krug. So wolle die FDP alles rückgängig
machen, was die Regierung zu Gunsten der Umwelt erreicht habe.
Greenpeace will sich in der kommenden
Legislaturperiode vor allem für den Ausstieg aus der Kohleverstromung,
den Verzicht auf gentechnisch veränderte Pflanzen, eine bessere
Information der Verbraucher und eine neue Verkehrspolitik einsetzen.
«Unsere Strategie ist unabhängig
von der jeweiligen Regierungspartei, wir verstehen uns als Korrektiv
zur Politik», sagte Krug. Aber für den Fall eines Regierungswechsels
kündigte er schon mal an: «Der Ton wird rauer werden.»
|