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Studie: Umweltbewusstsein und Engagement
klaffen auseinander
Umweltbewusstsein und Engagement
für die Umwelt klaffen bei den Deutschen heute weiter auseinander
als vor zwei Jahren.
Berlin (dpa) - Dies ist das Ergebnis
einer repräsentativen Studie, die Bundesumweltminister Jürgen
Trittin (Grüne) am Dienstag in Berlin vorgestellt hat. In
der Rangliste der politischen Themen liegt der Umweltschutz zwar
unverändert auf Platz vier. Allerdings sind nur 58 Prozent
der Bevölkerung bereit, aus Umweltgründen Abstriche
beim Lebensstandard zu machen; im Jahr 2000 lag der Anteil bei
65 Prozent.
Trittin wertete das Umfrageergebnis
als «Bestätigung des pragmatischen Reformkurses»
der rot-grünen Regierungskoalition. So stoße das neue
Naturschutzgesetz bei 94 Prozent auf Zustimmung. Allerdings war
das Gesetz nur einem Drittel der Befragten bekannt.
Die Ökosteuer akzeptierten
fast 80 Prozent der Befragten in ihrer Grundidee. Knapp 70 Prozent
finden die derzeit geltende Ökosteuer jedoch sozial ungerecht.
Etwa 47 Prozent wünschen, dass Deutschland bei der Klimaschutzpolitik
eine Vorreiterrolle innerhalb der EU einnimmt.
«Bei gleich hoher Sensibilität
für das Thema Umweltschutz ist eine Tendenz zur Entdramatisierung
erkennbar», sagte Trittin. Umweltschutz werde heute mit
weniger Emotionen betrachtet als vor zwei Jahren.
Das größte lokale Umweltproblem
ist für die Befragten der Straßenverkehr. Dabei hängt
die Problemwahrnehmung eng mit dem Wohnort zusammen: Wer in der
Nähe stark befahrener Straßen wohnt, fühlt sich
durch Lärm und Abgase deutlich mehr belastet.
Der Studie zufolge zählen
etwa 20 Prozent der Bevölkerung zu den Umweltaktiven. Von
dieser Gruppe würde etwa ein Viertel CDU wählen, wenn
am kommenden Sonntag Wahl wäre. Nur etwa jeder fünfte
dieser Gruppe zählt sich zu den Anhängern der Grünen.
Für die Studie wurden 2361
Bürger befragt. Die Umfrage wird seit 1996 alle zwei Jahre
vom Umweltbundesamt in Auftrag gegeben.
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