| Erdgipfel: Heinrich-Böll-Stiftung
veröffentlicht Denkschrift
Zwei Monate vor dem internationalen
Erdgipfel hat die Heinrich-Böll-Stiftung am Tagungsort Johannesburg
ein kritisches Memorandum zu dem Weltkongress veröffentlicht.
Johannesburg (dpa) - In dem «Jo'burg-Memo»
warnen 16 Wissenschaftler, Umweltaktivisten und Politiker davor,
den ökologischen Aspekt auf dem Erdgipfel aus dem Auge zu
verlieren.
«Umweltschutz und Bekämpfung
der Armut schließen sich nicht aus. Ökologie ist kein
Hindernis, sondern die Bedingung für eine nachhaltige Verbesserung
der Lebensbedingungen in der Dritten Welt», betonte Wolfgang
Sachs, Mitverfasser der Schrift und ehemaliger Greenpeace-Vorsitzender
in Deutschland.
Mit dem «Jo'burg-Memo»
wolle man die Staatschefs zehn Jahre nach dem Umweltgipfel von
Rio de Janeiro daran erinnern, dass es nicht nur um besseren Handel
und mehr Investitionen in den südlichen Ländern gehen
kann, sondern auch um Einhaltung von Menschenrechten.
«Gleichzeitig dürfen
die Industrienationen nicht länger über ihre Verhältnisse
leben, indem sie die natürlichen Ressourcen des Südens
aufbrauchen», kritisiert Sachs.
Wie die meisten guten Vorsätze
sei die Idee der Nachhaltigkeit seit dem Rio-Gipfel fast gänzlich
in Vergessenheit geraten, bemängeln die Verfasser. Das wolle
man mit dem Memorandum in Johannesburg verhindern.
|