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G-8-Gipfel: Aktionsplan für Afrika
verabschiedet
Die führenden Industrienationen
und Russland (G 8) setzen bei ihrer neuen Partnerschaft mit Afrika
auf Hilfe zur Selbsthilfe.
Calgary/Kananaskis (dpa) - Zwar
werden die Staaten des Not leidenden Kontinents weiter von milliardenschwerer
Entwicklungshilfe und einem großzügigen Entschuldungsprogramm
profitieren, doch zusätzliche große Finanzpakete wurden
am Donnerstag zum Abschluss des G-8-Gipfels im kanadischen Kananaskis
nicht verabschiedet.
Die Staats- und Regierungschefs
brachten mit Vertretern der afrikanischen Staatengruppe «Neue
Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (Nepad)» einen
Aktionsplan auf den Weg. Dieser Plan sieht vor, dass die G 8 in
die afrikanischen Staaten, die den Weg zur Demokratie eingeschlagen
haben, massive Investitionen fließen lassen.
UN-Generalsekretär Kofi
Annan würdigte den Aktionsplan mit den Worten: «Wenn
die Afrikaner realistisch sind und die G 8 ebenso konsequent ist,
dann könnte dieser Aktionsplan als Wendepunkt in Afrika und
der Weltgeschichte betrachtet werden.»
Kanadas Premier Jean Chrétien
sagte nach Verabschiedung des Paktes zu Gunsten des von Armut,
Krankheiten, Bildungsmangel und bewaffneten Konflikten geplagten
Kontinents: «Wir haben eine neue Einigung, die einen Neuanfang
und neue Hoffnung für die afrikanischen Staaten bedeutet.»
Bundeskanzler Gerhard Schröder sagte: «Dieser Kontinent
ist für uns viel zu wichtig, als dass wir ihn weiterhin im
Vergessenen lassen können.»
Die Nepad-Bewegung vertraten
in Kananaskis die Präsidenten Algeriens, Südafrikas,
Nigerias und Senegals, Abdelasis Bouteflika, Thabo Mbeki, Olusegun
Obasanjo und Abdoulaye Wade.
Annan mahnte bei den Staats-
und Regierungschefs der G 8 mehr Investitionen für Afrika
an. Die Staaten des Kontinents müssten neben der Entwicklungshilfe
auch von einem weiteren Schuldenerlass profitieren, sagte Annan.
Nur unter diesen Bedingungen «werden diese Regierungen in
der Lage sein, Handel zu treiben und sich aus der Armut herauszuarbeiten
statt von Almosen zu leben», sagte Annan.
Als konkrete Maßnahmen
sicherten die G 8 zu, dass ein bedeutender Anteil der schon im
März beschlossenen Aufstockung der Entwicklungshilfe bis
2006 um zwölf Milliarden Dollar nach Afrika fließen
soll. Zudem einigten sich die Staats- und Regierungschefs darauf,
den Schuldenerlass für arme hochverschuldete Länder
um bis zu 1,2 Milliarden Dollar aufzustocken.
Von diesem Betrag sei ungefähr
ein Drittel für diejenigen vorgesehen, «die es schon
geschafft haben, zu den gut regierten Ländern zu gehören»,
sagte Schröder. Weitere Teile des Plans sehen die Fortführung
der in Genua verabschiedeten Maßnahmen gegen HIV/Aids, Tuberkulose
und andere ansteckende Krankheiten vor.
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