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- 14.06.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

Rot-Grün: Neue Wege bei Umweltschutz und Kampf gegen Armut

Die Bundesregierung soll sich auf dem Ende August in Johannesburg geplanten Weltgipfel für neue Strategien zur Lösung der globalen Umwelt- und Entwicklungs- probleme einsetzen.

Berlin (dpa) - Dafür müssten auch weitere Finanzierungsinstrumente gefunden werden, heißt es in einem Antrag, den der Bundestag mit den Stimmen von SPD und Grünen am Freitag in Berlin verabschiedet hat.

Bei dem Gipfeltreffen für nachhaltige Entwicklung müsse es auch darum gehen, dieses Thema in der internationalen Gemeinschaft und bei den Vereinten Nationen aufzuwerten. Gefordert wird unter anderem eine globale Energiestrategie zur sparsamen Nutzung und Förderung erneuerbarer Energien. Zugleich müssten die Anstrengungen verstärkt werden, die Ärmsten der Welt mit sauberem Wasser zu versorgen.

Die Opposition vermisste in der Debatte dagegen klare politische Signale. Die wichtigsten Fragen seien elf Wochen vor dem Gipfel weiterhin offen. Der CDU/CSU-Abgeordnete Paul Laufs sagte, die von Berlin angestrebte Festlegung auf weltweite Steigerungsziele beim Anteil erneuerbarer Energien sei falsch. Laufs kritisierte zudem, die Option zur Nutzung der Atomkraft dürfe nicht ausgeschlossen werden. Dies werde in vielen Ländern anders gesehen als in Deutschland.

Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) verteidigten die geplante Förderung erneuerbarer Energien in Entwicklungsländern, die ihre Unabhängigkeit erhöhen könne. Ziel sei es, bis 2010 eine Quote von 15 Prozent zu erreichen.

Es gehe bei dem Gipfel vor allem um globale Gerechtigkeit - sowohl zwischen den Generationen als auch zwischen den Ländern des Nordens und des Südens. Damit unvereinbar sei, wenn 80 Prozent der weltweiten Ressourcen von nur 20 Prozent der Weltbevölkerung verbraucht würden, betonte Trittin.

Wieczorek-Zeul forderte einen neuen Pakt zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. «Johannesburg muss zu einem Weltgipfel der Aktion werden», sagte die Ministerin. Vor allem müsse die Weltgemeinschaft entschlossen die Armut bekämpfen. Sie berge die größte Gefahr für die Umwelt und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen.

Die Ministerin sieht ferner neues Misstrauen der Entwicklungsländer gegenüber den Industrieländern bezüglich ihrer Handelspolitik. «Wir sind und bleiben unglaubwürdig, wenn wir von unseren Partnerländern verlangen, ihre Märkte zu öffnen, wir ihnen gleichzeitig aber auf dem Weltmarkt unfaire Konkurrenz mit staatlich subventionierten Produkten machen und dazu noch unsere Märkte gegen Produkte aus Entwicklungsländern abschotten.»

 Mehr Informationen:

BMU

BMZ

vista verde: Rio+10


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