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Atomkraftwerke: Deutschland soll Vorreiter
bei Sicherheit werden
Die deutschen Atomkraftwerke
sollen europaweit Vorreiter in puncto Sicherheit werden. Die Umweltministerkonferenz
forderte die Betreiber auf, Sicherheitsmanagement-Systeme zu entwickeln.
Templin (dpa) - «Bei technischen
Problemen muss künftig schnell gehandelt werden», sagte
der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Rainer Baake,
zum Ende des Frühjahrstreffens der deutschen Umweltminister
und -senatoren am Freitag in Templin (Brandenburg). Im vergangenen
Jahr waren einige Atomkraftwerke trotz technischer Pannen weiterbetrieben
worden.
Im November hatte das Bundesumweltministerium
bestätigt, dass es in einer Reihe von Atomkraftwerken in
Einzelfällen Abweichungen vom Betriebshandbuch gegeben hat.
So war das Notkühlsystem im Block II in Philippsburg fast
17 Jahre nicht korrekt befüllt worden.
«Offensichtlich ist hier
Wirtschaftlichkeit vor Sicherheit gegangen», sagte Baake.
Solches Fehlverhalten der «Mannschaften» in den Atomkraftwerken
dürfe sich nicht wiederholen. Die geforderten Sicherheitsmanagement-Systeme
gibt es bislang nirgendwo in Europa.
Mit Blick auf das umstrittene
tschechische Atomkraftwerk Temelin sprach sich die Umweltministerkonferenz
für einheitliche Mindest- Sicherheitsstandards in ganz Europa
aus. «Wer die nicht erfüllt, sollte der EU nicht beitreten
dürfen. Oder die EU muss das Recht bekommen, unsichere Kernkraftwerke
abzuschalten», sagte Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf
(CSU).
Militärische Liegenschaften
für Naturschutz nutzen
Auf der Tagesordnung hatte auch
die Nutzung ehemaliger militärischer Liegenschaften gestanden.
«Wir appellieren an den Bundesfinanzminister, diese Flächen
nicht meistbietend zu verkaufen», sagte Schnappauf. Nach
dem Willen der Umweltressort-Chefs sollen sie den Ländern
oder Naturschutzstiftungen unentgeltlich für Naturschutz-
Zwecke übertragen werden.
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