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- 28.05.2002 -

 

 

Erdgipfel: In Johannesburg mangelt es nicht an Reizthemen

Zehn Jahre nach dem großen Umweltgipfel von Rio de Janeiro geht die Vorbereitung für das Folgetreffen in Johannesburg in die letzte Runde. Gastgeber Südafrika machte bereits klar, dass es auf der Mammuttagung an Reizthemen kaum mangeln wird.

Von Ralf E. Krüger, dpa

Johannesburg (dpa) - «Umweltschutz nur um seiner selbst willen ergibt keinen Sinn», sagte Umwelt- und Tourismusminister Valli Moosa am Dienstag. Seiner Meinung nach müssen auf der Mammuttagung (26.8. - 4.9.) mit 65.000 Delegierten und mehreren tausend Journalisten soziale und wirtschaftliche Aspekte stärker im Vordergrund stehen.

Konkret bedeutet das, dass die ärmeren Länder ihr Recht auf Entwicklung stärker herausstellen werden. Umweltschutz durch besseren Anschluss an Wasser, an Energie und letztlich auch die Weltwirtschaft, lautete das Motto, das Moosa internationalen Journalisten in den Notizblock diktierte. «Man kann nicht über nachhaltige Entwicklung reden, wenn sie der Wirtschaft in den Entwicklungsländern kein Wachstum erlaubt», meinte er.

Der Minister, der sich in seiner Heimat durch Strandverbote für Geländewagen und Beschränkungen für die Plastiktütenindustrie profilierte, sieht den Johannesburg-Gipfel als Plattform für die Erarbeitung eines konkreten Aktionsplans. Er soll bei der Umsetzung bereits gesteckter Ziele wirkungsvoll helfen.

Fünf große Themenkomplexe werden in Johannesburg im Vordergrund stehen: Wassermanagement, Energiepolitik und Zugang zur Energie für große Bevölkerungsschichten, Gesundheitspolitik, Nahrungssicherheit und Agrarproduktion sowie Schutz und Management von Ökosystemen und Artenvielfalt.

Das umstrittene Thema eines Schuldenerlasses für die Dritte Welt wird aber ebenso dazu gehören wie die Auswirkungen der zunehmenden Globalisierung. Auch die Frage des Urheberschutzes bei Heilpflanzen steht an, die von Naturvölkern jahrhundertlang genutzt wurden, nun aber von internationalen Pharmakonzernen analysiert und patentiert werden («Bio-Piraterie»).

«Der Gipfel wird mit einer politischen Erklärung darüber zu Ende gehen müssen, was die Welt für eine Vision bei der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft in den kommenden zehn Jahren hat», fordert Moosa. Er sieht dauerhaften Umweltschutz in armen Ländern nur gesichert, wenn es den Menschen auch entsprechend gut geht. Als Beispiel führt er Afrikas immer wieder geforderte Elektrifizierung an. Wer Strom hat, so sein Argument, wird auch keine Wälder abholzen.

Sein Land sieht er dabei als beispielhaft. «Seit 1994 haben wir jährlich 350.000 Menschen Zugang zu elektrischem Strom beschafft», sagt er nicht ohne Stolz. Unerwähnt lässt er jedoch die Tatsache, dass Südafrika gerade mit einer veralteten deutschen Atomtechnologie experimentiert. Die anstehende Genehmigung für den Bau eines Prototypen ruft auch in seinem Land Umweltschützer auf den Plan.

 Mehr Informationen:

vista verde: Rio+10


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