vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   P o l i t i k   &   G e s e l l s c h a f t

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 22.05.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kampf gegen Hunger: Regierung verstärkt Engagement

Der internationale Kampf gegen den Hunger in der Welt kommt nach Ansicht der Bundesregierung nicht im erhofften Tempo voran. Die Bundesregierung will ihr Engagement daher verstärken.

Berlin (dpa) - Knapp drei Wochen vor dem Welternährungsgipfel in Rom kritisierte Agrarministerin Renate Künast (Grüne) am Mittwoch in Berlin: «Wenn es so weitergeht wie bisher, werden wir das Ziel, die Zahl der Hungernden bis 2015 zu halbieren, bei weitem nicht erreichen können.»

Die Bundesregierung will ihr Engagement nun verstärken. Dazu soll ein Fonds eingerichtet werden, für den dieses Jahr 8,5 Millionen Euro für Projekte zur Ernährungssicherung und zur Stärkung des ländlichen Raumes in den ärmsten Ländern der Welt zur Verfügung stehen.

Künast und der Generaldirektor der UN-Ernährungsorganisation FAO, Jacques Diouf, unterzeichneten am Mittwoch in Berlin eine entsprechende Rahmenvereinbarung.

Derzeit hungern immer noch etwa 800 Millionen Menschen, 24.000 sterben täglich an den Folgen der Unterernährung. Zur Halbierung der Zahl der Hungernden hatten sich Staats- und Regierungschefs auf der Rom-Vorgängerkonferenz im Jahr 1996 verpflichtet. Diouf kritisierte, es mangele an politischem Willen, den Hunger zu bekämpfen.

Gegenwärtig sinke die Zahl der Hungernden nur um 6 Millionen Menschen jährlich. Um das internationale Ziel zu erreichen, müssten es aber 22 Millionen weniger Hungernde im Jahr sein. «Die Trends laufen schon zu lange in die falsche Richtung», sagte Diouf.

Künast setzte sich für einen Internationalen Verhaltenskodex zum Recht auf Nahrung ein, der als Richtschnur dienen soll. Diouf sagte: «Ein solcher Verhaltenskodex könnte die Armen und Hungernden stärken. Regierungen und andere Institutionen müssten zudem über ihre Hungerbekämpfung Rechenschaft ablegen.» Allerdings gebe es FAO- und UN-Mitgliedsstaaten, die Zweifel am Sinn eines solchen Kodexes hätten.

Nach Angaben Künasts stammen die 8,5 Millionen Euro aus den Anti- Terror-Mitteln, die nach den Anschlägen vom 11. September bewilligt wurden. Die Ministerin betonte: «Es muss uns gelingen, die Bekämpfung von Hunger und Unterernährung zu einem vorrangigen politischen Anliegen zu machen, um die Ursachen des Terrorismus wirksam zu bekämpfen.»

Unter dem Motto «Politik gegen Hunger» lud die Ministerin im Vorfeld des Welternährungsgipfels zu einem bis diesen Donnerstag dauernden Workshop mit mehr als 250 Teilnehmern aus 74 Ländern ein. Der Welternährungsgipfel in Rom findet von 10. bis 13. Juni statt.

 Mehr Informationen:

Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft: Policies against Hunger

FAO: World Food Summit

vista verde: Entwicklung


 Lesen Sie auch:

Entwicklung: Der Popstar und der Finanzminister

Johannesburg-Gipfel: Regierung erwartet konkrete Aktionsprogramme

Globalisierung: Rau prangert Ungleichheit an

Weltbank: Reiche Länder ersticken Exportversuche der armen Länder

Unicef: In die Kinder investieren

Nachhaltigkeit: Regierung beschließt nationale Strategie

Britische Studie: Westliche Staaten betrügen Entwicklungsländer

Umweltverbände: Ziele von Rio nicht erreicht - Kampagne gestartet

Skepsis über Globalisierung: Arme Länder profitieren wenig

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft | Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung