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Kampf gegen Hunger: Regierung verstärkt
Engagement
Der internationale Kampf gegen
den Hunger in der Welt kommt nach Ansicht der Bundesregierung
nicht im erhofften Tempo voran. Die Bundesregierung will ihr Engagement
daher verstärken.
Berlin (dpa) - Knapp drei Wochen
vor dem Welternährungsgipfel in Rom kritisierte Agrarministerin
Renate Künast (Grüne) am Mittwoch in Berlin: «Wenn
es so weitergeht wie bisher, werden wir das Ziel, die Zahl der
Hungernden bis 2015 zu halbieren, bei weitem nicht erreichen können.»
Die Bundesregierung will ihr Engagement
nun verstärken. Dazu soll ein Fonds eingerichtet werden,
für den dieses Jahr 8,5 Millionen Euro für Projekte
zur Ernährungssicherung und zur Stärkung des ländlichen
Raumes in den ärmsten Ländern der Welt zur Verfügung
stehen.
Künast und der Generaldirektor
der UN-Ernährungsorganisation FAO, Jacques Diouf, unterzeichneten
am Mittwoch in Berlin eine entsprechende Rahmenvereinbarung.
Derzeit hungern immer noch etwa
800 Millionen Menschen, 24.000 sterben täglich an den Folgen
der Unterernährung. Zur Halbierung der Zahl der Hungernden
hatten sich Staats- und Regierungschefs auf der Rom-Vorgängerkonferenz
im Jahr 1996 verpflichtet. Diouf kritisierte, es mangele an politischem
Willen, den Hunger zu bekämpfen.
Gegenwärtig sinke die Zahl
der Hungernden nur um 6 Millionen Menschen jährlich. Um das
internationale Ziel zu erreichen, müssten es aber 22 Millionen
weniger Hungernde im Jahr sein. «Die Trends laufen schon
zu lange in die falsche Richtung», sagte Diouf.
Künast setzte sich für
einen Internationalen Verhaltenskodex zum Recht auf Nahrung ein,
der als Richtschnur dienen soll. Diouf sagte: «Ein solcher
Verhaltenskodex könnte die Armen und Hungernden stärken.
Regierungen und andere Institutionen müssten zudem über
ihre Hungerbekämpfung Rechenschaft ablegen.» Allerdings
gebe es FAO- und UN-Mitgliedsstaaten, die Zweifel am Sinn eines
solchen Kodexes hätten.
Nach Angaben Künasts stammen
die 8,5 Millionen Euro aus den Anti- Terror-Mitteln, die nach
den Anschlägen vom 11. September bewilligt wurden. Die Ministerin
betonte: «Es muss uns gelingen, die Bekämpfung von
Hunger und Unterernährung zu einem vorrangigen politischen
Anliegen zu machen, um die Ursachen des Terrorismus wirksam zu
bekämpfen.»
Unter dem Motto «Politik
gegen Hunger» lud die Ministerin im Vorfeld des Welternährungsgipfels
zu einem bis diesen Donnerstag dauernden Workshop mit mehr als
250 Teilnehmern aus 74 Ländern ein. Der Welternährungsgipfel
in Rom findet von 10. bis 13. Juni statt.
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