vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   P o l i t i k   &   G e s e l l s c h a f t

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 13.05.2002 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Johannesburg-Gipfel: Regierung erwartet konkrete Aktionsprogramme

Die Bundesregierung und die UN-Umweltbehörde UNEP erwarten vom Weltgipfel in Johannesburg in gut drei Monaten konkrete Aktionsprogramme zur Armutsbekämpfung und zum Umweltschutz.

Berlin (dpa) - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sagte am Montag in Berlin, zehn Jahre nach der Vorgängerkonferenz in Rio seien einige gravierende Probleme immer noch Besorgnis erregend. «Es darf uns deshalb nicht wundern, wenn viele Entwicklungsländer heute enttäuscht meinen, dass die Versprechen von Rio nicht eingelöst worden sind.»

Schröder sprach sich für die Schaffung einer UN-Weltkommission zu Nachhaltigkeit und Globalisierung aus. Sie solle Wege aufzeigen, wie Globalisierung ökologisch und sozial gestaltet werden kann.

UNEP-Chef Klaus Töpfer forderte, Johannesburg müsse ein «Gipfel der Umsetzung» mit klaren quantitativen Zielen, Zeitplänen, Umsetzungsstrategien und Kontrollmöglichkeiten werden. «Nicht rauskommen darf eine Erklärung, ein neues, wunderschön formuliertes Papier. Davon haben wir genug bekommen», sagte der frühere CDU- Bundesumweltminister. Johannesburg müsse ein Beitrag zur «Friedenssicherung für den Planeten» werden.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) betonte: «Aufgabe und Chance des Weltgipfels ist es, zehn Jahre nach Rio den Herausforderungen der Globalisierung gerecht zu werden.» Trittin und Töpfer nannten als Kernprobleme unter anderem den Zugang zu Energie und sauberem Wasser in Entwicklungsländern.

Schröder sagte bei einem Kongress des Rats für nachhaltige Entwicklung, die Welt müsse «in wirtschaftlich erfolgreiche, ökologisch verträgliche und sozial gerechte Bahnen gelenkt werden». Globale Gerechtigkeit sei zur Überlebensfrage im 21. Jahrhundert geworden. Ohne sie könne es keine globale Sicherheit geben. Die Verknüpfung von Armutsbekämpfung und globalem Umweltschutz sei «der Schlüssel zu einem Erfolg».

Töpfer forderte Schröder indirekt zur Teilnahme am Gipfel auf. Er habe den dringenden Wunsch, dass Deutschland «in voller und höchster Repräsentanz» teilnehmen werde. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland appellierte an den Kanzler, umgehend seine Teilnahme am Weltgipfel bekannt zu geben. Derzeit ist noch unklar, ob Schröder nach Johannesburg reist.

Nach Angaben des Kanzlers erarbeiten Bundesregierung, Wirtschaft, Gewerkschaften und Umweltverbände derzeit Grundsätze zur besseren Berücksichtigung des Umweltschutzes bei Investitionen im Ausland.

Mit Blick auf die nationale Nachhaltigkeitsstrategie, die die Bundesregierung Mitte April als Modernisierungskonzept für Deutschland verabschiedet hatte, sagte Schröder: «Wir werden im August in Johannesburg um so glaubwürdiger für ein weltweites Aktionsprogramm eintreten können, wenn wir unsere Hausaufgaben gemacht haben.»

Die FDP warf Schröder eine Politik der «nachhaltigen Widersprüche» vor und forderte die Regierung auf, «endlich schlüssige Konzepte vorzulegen».

Die Nachhaltigkeitsstrategie ist Deutschlands Beitrag zum Weltgipfel. Mit ihr soll die Politik stärker an den Bedürfnissen künftiger Generationen ausgerichtet werden. Insgesamt werden «21 Ziele für das 21. Jahrhundert» aus den Bereichen Generationengerechtigkeit, Lebensqualität, sozialer Zusammenhalt und internationale Verantwortung genannt.

Auf der Konferenz in Rio hatte sich die internationale Staatengemeinschaft 1992 zum Leitbild der nachhaltigen Entwicklung bekannt. In der «Agenda 21» wurden die Unterzeichnerstaaten aufgefordert, eine Strategie zu entwickeln, die eine wirtschaftlich leistungsfähige, sozial gerechte und ökologisch verträgliche Entwicklung zum Ziel hat.


© dpa

Bundesumweltminister Jürgen Trittin und der Vorsitzende des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Klaus Töpfer (l) erwarten von dem UN-Gipfel in Johannesburg Ende August 2002 konkrete Beschlüsse zur Lösung weltweit drängender Umweltprobleme.


 Mehr Informationen:

Rat für Nachhaltige Entwicklung

Bundesregierung: Nachhaltige Entwicklung

UNEP

vista verde: Weltgipfel in Johannesburg


 Lesen Sie auch:

Globalisierung: Rau prangert Ungleichheit an

Töpfer geißelt "ökologische Aggression"

Attac und BUND: Gemeinsam gegen globale Umweltzerstörung

Weltbank: Reiche Länder ersticken Exportversuche der armen Länder

Nachhaltigkeit: Regierung beschließt nationale Strategie

Britische Studie: Westliche Staaten betrügen Entwicklungsländer

Umweltverbände: Ziele von Rio nicht erreicht - Kampagne gestartet

Skepsis über Globalisierung: Arme Länder profitieren wenig

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft | Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung